Kriminalität 📅 9. April 2026 ⏱ 7 Min. 👁 108 Aufrufe

Marla Svenja Liebich Festnahme: Neonazi nach Flucht gefasst

Die Marla Svenja Liebich Festnahme beendet eine monatelange Flucht. Wie der Neonazi in Tschechien gefasst wurde und was nun passiert. → Jetzt lesen

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Kurzantwort

Die Marla Svenja Liebich Festnahme beendet eine monatelange Flucht der verurteilten Rechtsextremistin. Sie wurde im April 2026 auf Basis eines Europäischen Haftbefehls in Tschechien gefasst, nachdem sie im August 2025 eine 18-monatige Haftstrafe nicht angetreten hatte. Nun steht die Auslieferung nach Deutschland bevor, wo sie ihre Strafe für Volksverhetzung und weitere Delikte verbüßen muss.

Inhaltsverzeichnis+
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wer ist Marla Svenja Liebich?
  3. Wie kam es zur Festnahme in Tschechien?
  4. Welche Rolle spielte die Änderung von Name und Geschlecht?
  5. Welche juristischen Schritte folgen auf die Festnahme?
  6. Häufige Fragen zu Marla Svenja Liebich Festnahme
  7. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Festnahme: Die untergetauchte Rechtsextremistin wurde am Donnerstagmittag im tschechischen Schönbach (Luby) nahe der deutschen Grenze gefasst.
  • Haftstrafe: Im Juli 2023 wurde sie rechtskräftig zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung wegen Volksverhetzung, Beleidigung und übler Nachrede verurteilt.
  • Flucht: Liebich ignorierte den für August 2025 angesetzten Haftantritt in der JVA Chemnitz und war seitdem auf der Flucht.
  • Juristisches Manöver: Im November 2024 nutzte sie das Selbstbestimmungsgesetz, um ihren Namen und Geschlechtseintrag amtlich ändern zu lassen.

Wer ist Marla Svenja Liebich?

Marla Svenja Liebich, 55, ist eine vom Verfassungsschutz als Rechtsextremistin eingestufte Person, die seit den 1990er-Jahren in der Szene aktiv ist. Bis zu einer amtlichen Änderung war sie als Sven Liebich bekannt und wurde im Juli 2023 rechtskräftig verurteilt.

Die 55-jährige Marla Svenja Liebich gilt als eine zentrale Figur der deutschen rechtsextremen Szene. Im Juli 2023 verurteilte das Amtsgericht Halle sie wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung. Einer der zentralen Anklagepunkte war der Vertrieb von Baseballschlägern, die mit dem Aufdruck „Abschiebehelfer“ versehen waren.

Merkmal Detail Quelle / Stand
Name Marla Svenja Liebich (früher Sven Liebich) Behördenangaben
Alter 55 Jahre April 2026
Verurteilung 18 Monate ohne Bewährung Juli 2023
Delikte Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede Amtsgericht Halle
Aktueller Status In tschechischem Gewahrsam April 2026

Wie kam es zur Festnahme in Tschechien?

Die Festnahme von Marla Svenja Liebich gelang durch intensive verdeckte Ermittlungen und eine enge Zusammenarbeit deutscher und tschechischer Behörden. Tschechische Polizisten vollstreckten am Donnerstagmittag in Luby (Schönbach) einen Europäischen Haftbefehl, der von der Staatsanwaltschaft Halle erwirkt wurde.

Der entscheidende Zugriff erfolgte in der tschechischen Stadt Luby, unweit der sächsischen Grenze. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle bestätigte, dass die Festnahme auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls stattfand. Vorausgegangen waren intensive Ermittlungen der Zielfahnder des LKA, die auch von Berliner Sicherheitsbehörden unterstützt wurden. Oberstaatsanwalt Dennis Cernota betonte gegenüber der BILD-Zeitung die enge Kooperation zwischen der Polizeiinspektion Halle/Saale und den tschechischen Kollegen.

Solche internationalen Ermittlungen sind ein Standardinstrument, um untergetauchte Straftäter zu fassen. Die Wichtigkeit des grenzüberschreitenden Informationsaustauschs zeigte sich auch in anderen Fällen, wie etwa dem Missbrauchsprozess in Erfurt. Bei der Festnahme in Schönbach versuchte Liebich laut Behördenangaben kurzzeitig zu flüchten, was jedoch misslang. Offizielle Angaben, ob die Festnahme in männlicher oder weiblicher Kleidung erfolgte, machten die Behörden nicht, obwohl erste Medienberichte von Männerkleidung sprachen.

Marla Svenja Liebich Festnahme: Neonazi nach Flucht gefasst
Foto: Brett Sayles

Welche Rolle spielte die Änderung von Name und Geschlecht?

Die Namens- und Geschlechtsänderung im November 2024 wurde als Versuch gewertet, die Justiz zu täuschen und die Haftstrafe in einem Frauengefängnis anzutreten. Liebich nutzte hierfür das neue Selbstbestimmungsgesetz, distanzierte sich jedoch später wieder von der weiblichen Identität.

Der Fall erlangte bundesweite Aufmerksamkeit, weil Liebich das im November 2024 in Kraft getretene Selbstbestimmungsgesetz nutzte, um offiziell den Namen in Marla Svenja und den Geschlechtseintrag zu „weiblich“ zu ändern. In der Folge forderte Liebich, die 18-monatige Haftstrafe in einem Frauengefängnis verbüßen zu dürfen. Die Justiz wies sie daraufhin der JVA Chemnitz zu. Den für August 2025 festgesetzten Termin zum Haftantritt ließ Liebich jedoch verstreichen und tauchte unter.

Später erklärte Liebich, sich nicht mehr als weiblich, sondern als non-binär zu identifizieren. Gegenüber dem Fachportal Legal Tribune Online (LTO) wurde sie mit den Worten zitiert: „Ich möchte nicht mehr Marla Svenja sein, weil andere es für mich ruiniert haben. Frau zu sein fühlt sich nicht richtig an.“ Eine erneute Personenstandsänderung hätte jedoch ein persönliches Erscheinen bei den Behörden erfordert, was auf der Flucht nicht möglich war. Namensänderungen schützen grundsätzlich nicht vor Strafverfolgung, da die Identität über biometrische Daten und Registernummern geführt wird.

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Welche juristischen Schritte folgen auf die Festnahme?

Nach der Festnahme befindet sich Marla Svenja Liebich in tschechischem Gewahrsam. Die deutschen Behörden haben ein formales Auslieferungsverfahren eingeleitet. Aufgrund des Europäischen Haftbefehls gilt die Überstellung nach Deutschland als Formsache, kann aber einige Tage bis Wochen dauern.

Oberstaatsanwalt Cernota erklärte, dass nun die Überstellung nach Deutschland das Ziel sei. Dieser bürokratische Prozess ist innerhalb der EU stark standardisiert, kann aber durch mögliche Rechtsmittel der festgenommenen Person verzögert werden. Die Dauer des Verfahrens wird auf Tage bis Wochen geschätzt.

Internationale Auslieferungen sind juristisch komplexe Verfahren, wie auch der Fall der Abschiebung im Fall des Stuttgarter Totrasers zeigt. Der Europäische Haftbefehl (EuHb) vereinfacht diesen Prozess jedoch erheblich. Die deutschen Ermittler hatten bereits im Vorfeld Gerüchte, Liebich sei nach Russland geflohen, als unglaubwürdig eingestuft und die Fahndung auf das europäische Ausland konzentriert.

Marla Svenja Liebich Festnahme: Neonazi nach Flucht gefasst
Foto: RDNE Stock project

Häufige Fragen zu Marla Svenja Liebich Festnahme

Warum wurde Marla Svenja Liebich festgenommen?

Die Festnahme erfolgte, weil die verurteilte Rechtsextremistin ihre 18-monatige Haftstrafe wegen Volksverhetzung im August 2025 nicht angetreten hatte. Daraufhin wurde ein Europäischer Haftbefehl erlassen, der die rechtliche Grundlage für den Zugriff in Tschechien bildete.

Wo wurde die Person gefasst?

Der Zugriff durch die tschechische Polizei fand am Donnerstagmittag in der Stadt Luby statt. Dieser Ort, der auf Deutsch Schönbach heißt, liegt in der Nähe von Asch, direkt an der Grenze zu Deutschland. Dort hatten Zielfahnder Liebich lokalisiert.

Wie lange war Marla Svenja Liebich auf der Flucht?

Die Flucht dauerte mehrere Monate. Der offizielle Termin für den Haftantritt in der JVA Chemnitz war für August 2025 angesetzt. Seit diesem Zeitpunkt war Liebich untergetaucht, bis die Festnahme im April 2026 die Fahndung beendete.

In welches Gefängnis muss Liebich nun?

Ursprünglich war die Zuweisung in das Frauengefängnis Chemnitz erfolgt, da Liebich amtlich als Frau registriert ist. Nach der Auslieferung aus Tschechien werden die deutschen Justizbehörden prüfen, ob aufgrund der jüngsten Angaben zur non-binären Identität eine andere Unterbringung erfolgt.

Warum änderte Liebich den Namen und das Geschlecht?

Liebich nutzte das im November 2024 eingeführte Selbstbestimmungsgesetz für die Änderung. Kritiker sahen darin den Versuch, den Staat vorzuführen und die Strafvollstreckung in ein Frauengefängnis zu verlagern. Später distanzierte sich Liebich in Interviews wieder von der weiblichen Identität.

Fazit

Die Festnahme von Marla Svenja Liebich in Tschechien ist ein klares Signal für die Funktionsfähigkeit der grenzüberschreitenden Strafverfolgung in Europa. Trotz des Versuchs, sich durch eine Namens- und Geschlechtsänderung sowie die Flucht ins Ausland dem Haftantritt zu entziehen, haben die deutschen und tschechischen Behörden konsequent gehandelt. Die erfolgreiche Fahndung, die von Zielfahndern des LKA und Berliner Sicherheitsbehörden unterstützt wurde, zeigt, dass juristische Manöver die Vollstreckung rechtskräftiger Urteile nicht verhindern können. Der nächste Schritt ist das formale Auslieferungsverfahren, nach dessen Abschluss Liebich die 18-monatige Haftstrafe in Deutschland antreten muss. Der Fall unterstreicht die Effektivität des Europäischen Haftbefehls als Instrument zur Bekämpfung von Kriminalität und Extremismus über Ländergrenzen hinweg.

HN
✍ Über den Autor
Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste Pflaster für Büroflächen in Deutschland vermietet wird, merkt das. Beim Wirtschaftsthema interessieren mich weniger die Quartalszahlen grosser Konzerne als die Frage: Wer profitiert eigentlich von Berlins Wachstum, und wer nicht? Die Startup-Förderung, der Immobilienmarkt, die Haushaltspolitik des Senats – das sind Themen, die das Leben von echten Menschen verändern. Beim Verkehr ist mein Ansatz ähnlich: nicht die Pressemitteilung der BVG, sondern der Alltag der Fahrgäste. Ich fahre selbst täglich mit dem ÖPNV und weiss, was gemeint ist, wenn wieder mal "erhebliche Verspätungen" gemeldet werden. Für Hinweise und Recherche-Tips bin ich über Twitter und LinkedIn erreichbar.

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📍 Berlin ⭐ Redakteur BerlinEcho · Wirtschaftsredaktion · Experte Berliner Immobilien- und Verkehrspolitik · Recherche-Hintergrund ✍ 223 Artikel