Coca-Cola wirbt in Berlin mit der Markthalle Neun in Kreuzberg – nur hat niemand die Halle gefragt. Auf Litfaßsäulen warb der Konzern mit dem Spruch „Markthalle 9 schreit nach Food-Tour & Coca-Cola Zero“. Die Betreiber reagierten mit einem öffentlichen Statement, sprechen von „Berlin-Washing“ und kündigen rechtliche Schritte an. Im Streit Markthalle Neun Coca-Cola hat sich der Getränkeriese inzwischen entschuldigt – beendet ist die Sache damit nicht.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Coca-Cola warb in Berlin mit der Markthalle Neun – ohne zu fragen und ohne zu zahlen.
- Auf den Plakaten der „Made in Germany“-Kampagne stand ein Slogan mit Coca-Cola Zero.
- Die Betreiber sprechen von „Berlin-Washing“ und antworteten öffentlich: „Nein, danke.“
- Coca-Cola entschuldigte sich und ließ die Motive entfernen; eine Zusammenarbeit habe es nie gegeben.
- Die Markthalle prüft weiter rechtliche Schritte: Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz.
Markthalle Neun Coca-Cola: Was hinter dem Werbestreit steckt

Coca-Cola hat im Mai 2026 in Berlin großflächig mit lokaler Kultur geworben – darunter mit der Markthalle Neun in Kreuzberg, ohne die Betreiber zu fragen oder zu bezahlen. Auf Litfaßsäulen war der Slogan „Markthalle 9 schreit nach Food-Tour & Coca-Cola Zero“ zu lesen, daneben Flaschen der zuckerfreien Variante. Von der Aktion erfuhr die Halle erst durch irritierte Gäste.
Die Reaktion kam prompt und deutlich. In einem öffentlichen Statement mit dem Titel „Keine Coca-Cola-Werbung in unserem Namen!“ stellten die Betreiber klar: „Ihr habt nicht gefragt – wir sagen trotzdem: Nein, danke.“ Niemand habe sie kontaktiert, niemand habe gezahlt. Die Markthalle Neun in Friedrichshain-Kreuzberg liegt in der Eisenbahnstraße nahe dem Görlitzer Bahnhof und gilt seit dem Street Food Thursday als Aushängeschild der Berliner Kiez-Gastronomie.
Was Berlin-Washing bedeutet
„Berlin-Washing“ ist ein Kunstwort der Markthalle Neun, angelehnt an Greenwashing oder Pinkwashing. Gemeint ist: Ein Konzern schmückt sich mit einer lokalen, glaubwürdigen Identität, zu der er selbst nichts beiträgt. Coca-Colas Kampagne „Made in Germany“ nennt Eckkneipen, Spätis und Markthallen als „Rückgrat“ der Aktion – gefragt wurde keiner von ihnen.
Der Vorwurf trifft einen Nerv. Gerade die Berliner Spätikultur und Orte wie die Wochenmärkte und Markthallen stehen für gewachsene Nachbarschaft, nicht für Konzern-Marketing. Wenn ein globaler Hersteller diese Glaubwürdigkeit ungefragt borgt, verschiebt sich genau das, was die Orte ausmacht.
Wie Coca-Cola reagiert hat
Coca-Cola hat sich entschuldigt. Auf Anfrage erklärte der Konzern: „Wir haben uns bei den Verantwortlichen der Markthalle Neun entschuldigt“ und veranlasste die umgehende Entfernung der Motive. Zugleich betonte das Unternehmen, es habe nie eine Zusammenarbeit mit der Halle gegeben. Zum Coca-Cola-Konzern gehören neben der Cola auch Marken wie Fanta und Sprite.
Wann genau alle Plakate verschwunden sein sollen, blieb zunächst offen. Klar ist: Eine Entschuldigung eines Großkonzerns binnen weniger Tage ist selten. Sie beendet den Fall aber nicht, wie die Wirtschaftsredaktion einordnet.

Welche rechtlichen Schritte die Markthalle prüft
Mit der Entschuldigung ist der Fall für die Markthalle Neun nicht erledigt. Die Betreiber haben Coca-Cola abgemahnt und zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert, damit sich der Vorgang nicht wiederholt. Die Frist lief zuletzt noch. Zusätzlich prüfen sie nach eigenen Angaben Auskunfts- und Schadensersatzansprüche.
Rechtlich ist der Hebel nachvollziehbar. Wer den Namen eines Unternehmens ungefragt für eigene Werbung nutzt, kann unter anderem das Namensrecht nach Paragraf 12 BGB und das Wettbewerbsrecht berühren. Mehr zu Berliner Kultur- und Gastronomie-Themen sammeln wir laufend.
Seit Mai 2026 hängen die Plakate, seitdem läuft die Auseinandersetzung. Konkret bedeutet das: Ein Weltkonzern stellt die Markthalle Neun, eine historische Halle von 1891 in der Eisenbahnstraße, ungefragt in seine „Made in Germany“-Kampagne – und kassiert dafür einen Shitstorm samt Abmahnung. Der Fall Markthalle Neun Coca-Cola zeigt, wie heikel es ist, gewachsene Berliner Orte als Marketing-Kulisse zu benutzen. Für Kreuzberg ist die Halle kein Logo, sondern Nachbarschaft – und genau diese Glaubwürdigkeit lässt sich nicht ungefragt mieten.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Markthalle Neun | Original-Statement der Betreiber |
| Tagesspiegel | Bericht und Coca-Cola-Reaktion |
| Berliner Zeitung | Einordnung Berlin-Washing |
| t-online | Coca-Cola-Statement, rechtliche Schritte |
Häufige Fragen zu Markthalle Neun Coca-Cola
Worum geht es im Streit Markthalle Neun Coca-Cola?
Coca-Cola warb in Berlin auf Plakaten mit der Markthalle Neun in Kreuzberg, ohne die Betreiber zu fragen oder zu bezahlen. Die Halle wehrt sich öffentlich gegen die ungefragte Werbung.
Hat Coca-Cola die Markthalle Neun bezahlt?
Nein. Nach Angaben der Betreiber gab es weder eine Anfrage noch eine Zahlung. Auch Coca-Cola betonte, es habe keine Zusammenarbeit mit der Halle gegeben.
Was bedeutet Berlin-Washing?
Berlin-Washing ist ein Kunstwort in Anlehnung an Greenwashing. Es beschreibt, wie sich ein Konzern mit einer lokalen, glaubwürdigen Identität schmückt, zu der er selbst nichts beiträgt.
Hat sich Coca-Cola entschuldigt?
Ja. Der Konzern entschuldigte sich bei den Verantwortlichen der Markthalle Neun und ließ die Werbemotive entfernen. Der Zeitpunkt der vollständigen Abhängung blieb zunächst offen.
Welche rechtlichen Schritte prüft die Markthalle Neun?
Die Betreiber haben Coca-Cola abgemahnt, eine Unterlassungserklärung gefordert und prüfen zusätzlich Auskunfts- und Schadensersatzansprüche. Die gesetzte Frist lief zuletzt noch.
Unsere Einordnung
Eine Kampagne, die Spätis und Markthallen als „Rückgrat“ feiert, aber keinen davon fragt, hat ihre eigene Pointe verfehlt. Die Markthalle Neun macht vor, wie eine Kiez-Institution sich wehrt: klar, mit Humor und mit Anwältin. Für dich heißt das vor allem – gewachsene Orte sind kein Gratis-Logo. Wer ihren guten Ruf nutzen will, fragt vorher. Sonst wird aus „Made in Germany“ schnell ein Eigentor.
– Michelle Möhring, Lifestyle- & Kulturredakteurin, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.




