Die Marasu’s Petit Fours Insolvenz betrifft einen der größten Londoner Luxusschokoladen-Hersteller, der seit Februar 2026 zahlungsunfähig ist. Das Unternehmen, das jährlich über 300 Tonnen Süßwaren für Prestigekunden wie Harrods produzierte, scheiterte an den explodierenden Weltmarktpreisen für Kakao. Massive Ernteausfälle in Westafrika machten die Produktion unrentabel und führten zur Insolvenz des Traditionsbetriebs.
Das Wichtigste in Kürze
- Insolvenzstatus: Seit dem 6. Februar 2026 wird Marasu’s Petit Fours offiziell mit dem Status „In Administration“ (Insolvenzverwaltung) geführt.
- Produktionsvolumen: Das Unternehmen produzierte in seiner 2.300 m² großen Anlage in Park Royal, London, jährlich über 300 Tonnen Luxusschokolade.
- Insolvenzverwalter: Alessandro Sidoli und Jessica Barker von Xeinadin Corporate Recovery Limited wurden als Verwalter für das Verfahren eingesetzt.
- Konzernmutter in der Krise: Die Muttergesellschaft Prestat musste im Februar 2026 ebenfalls ihr traditionsreiches Geschäft an der Londoner Piccadilly schließen.
- Hauptursache: Explodierende Kakaopreise aufgrund massiver Ernteausfälle in Westafrika machten die Produktion für das Unternehmen unrentabel.
Was steckt hinter der Marasu’s Petit Fours Insolvenz?
Um das volle Ausmaß der Marasu’s Petit Fours Insolvenz zu verstehen, ist ein Blick auf die Unternehmensgeschichte notwendig. Die Manufaktur wurde 1986 von den Patissiers Rolf Kern und Gabi Kohler gegründet, die offizielle Eintragung ins britische Handelsregister folgte 1994. Was als hochspezialisierte Handwerkskunst begann, entwickelte sich schnell zu einem industriellen Schwergewicht im Londoner Premiumsegment.
Den entscheidenden Wachstumsschub erlebte das Unternehmen 2006 durch die Übernahme der Prestat Group. Unter dem neuen Konzerndach baute Marasu’s seine Kapazitäten massiv aus. In der rund 2.300 Quadratmeter großen Produktionsstätte im Londoner Stadtteil Park Royal wurden jährlich über 300 Tonnen Süßwaren hergestellt. Damit zählte das Unternehmen zu den größten Herstellern von Luxusschokolade in der britischen Hauptstadt.
Die Kundenliste umfasste die renommiertesten Adressen des britischen Einzelhandels, darunter Fortnum & Mason, Selfridges und das weltbekannte Kaufhaus Harrods. Doch das hochprofitable Geschäft geriet in den vergangenen Monaten zunehmend unter Druck. Am 6. Februar 2026 wurde das Unternehmen schließlich unter Insolvenzverwaltung („In Administration“) gestellt, was die „Manchester Evening News“ am 17. Februar öffentlich machte.
| Merkmal | Fakten & Daten |
|---|---|
| Unternehmen | Marasu’s Petit Fours |
| Gründung | 1986 (Rolf Kern, Gabi Kohler) |
| Übernahme | 2006 durch Prestat Group |
| Jahresproduktion | über 300 Tonnen |
| Standort | Park Royal, London (2.300 m²) |
| Insolvenzverwalter | Alessandro Sidoli, Jessica Barker (Xeinadin) |
Warum musste ein so großer Schokoladenhersteller Insolvenz anmelden?
Der Grund für den Zusammenbruch liegt Tausende Kilometer von London entfernt. Massive Ernteausfälle in den Hauptanbaugebieten Westafrikas, insbesondere in Ghana und der Elfenbeinküste, haben die globalen Kakaopreise explodieren lassen. Wetterextreme und Pflanzenkrankheiten reduzierten die Erträge drastisch, was an den internationalen Rohstoffbörsen zu beispiellosen Preissprüngen führte.
Solche globalen Rohstoffschocks treffen die produzierende Industrie mit voller Wucht. Dies lässt sich bei fossilen Brennstoffen beobachten – wie die Analyse zum Ölpreis-Anstieg nach der Trump-Rede zeigt – und gilt ebenso für Agrarprodukte. Wenn sich der Preis für den wichtigsten Grundstoff vervielfacht, brechen die Margen selbst bei Hochpreisprodukten zusammen. Langfristige Lieferverträge mit festen Abgabepreisen an Kaufhäuser wie Harrods wurden für Marasu’s zur finanziellen Falle.
Ein Branchenexperte fasste die Situation laut dem Fachportal presse.online treffend zusammen: „Er zeigt, wie schnell selbst Prestige, Tradition und königliche Nähe an wirtschaftliche Grenzen stoßen können, wenn Kosten, Nachfrage und Konzernstruktur gleichzeitig unter Druck geraten.“ Die Schokoladenindustrie erlebt derzeit eine Marktbereinigung, die auch vor großen Namen nicht haltmacht.

Welche Rolle spielt die Konzernmutter Prestat in der Insolvenz?
Die Marasu’s Petit Fours Insolvenz ist kein isolierter Vorfall, sondern Teil eines größeren Problems. Auch die Konzernmutter, die renommierte Prestat Group, steckt tief in der Krise. Prestat musste im Februar 2026 sein Geschäft an der Londoner Piccadilly schließen – ein sichtbares Zeichen für den Niedergang des einstigen Hoflieferanten der britischen Königsfamilie.
Um zumindest Teile der Marke zu retten, wurde für Prestat eine sogenannte Prepack-Insolvenz (ein vorinsolvenzlich vorbereiteter Unternehmensverkauf) initiiert. Der Plan sieht vor, dass der Schokoladenhersteller L’Artisan du Chocolat, der zur Beteiligungsgesellschaft Polus Capital Management gehört, die Marke Prestat übernimmt. Der Onlineverkauf von Prestat wird trotz des laufenden Verfahrens aktuell fortgeführt.
Für Marasu’s selbst haben Alessandro Sidoli und Jessica Barker vom Londoner Beratungsunternehmen Xeinadin Corporate Recovery Limited die Insolvenzverwaltung übernommen. Ob sich für die 2.300 Quadratmeter große Produktionsanlage in Park Royal ein Käufer findet, ist derzeit noch nicht offiziell bestätigt.

Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Schokoladenpreise in Berlin?
Die Auswirkungen der Rohstoffkrise sind direkt in Berlin zu spüren. Berliner Verbraucherinnen und Verbraucher erleben die Inflation an vielen Fronten. Während Pendler durch staatliche Eingriffe – wie etwa die Benzinpreis Deckelung in Polen im Grenzverkehr – punktuell entlastet werden, schlagen die Rohstoffkosten im Lebensmitteleinzelhandel voll auf die Endkundenpreise durch.
In den Feinkostabteilungen großer Berliner Kaufhäuser wie dem KaDeWe werden die Preise für Premium-Schokolade in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter steigen. Lokale Berliner Chocolatiers stehen vor denselben Herausforderungen wie ihre Kollegen in London: Der Einkaufspreis für Rohkakao lässt sich nicht beliebig an die Kunden weitergeben, ohne dass der Absatz einbricht. Wenn ein Riese mit 300 Tonnen Jahresproduktion diese Kostenstruktur nicht mehr tragen kann, wird die Luft auch für kleinere Manufakturen in der Hauptstadt dünner.
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Häufige Fragen zu Marasu’s Petit Fours Insolvenz
Was sind die genauen Gründe für die Marasu’s Petit Fours Insolvenz?
Die Hauptgründe für die Marasu’s Petit Fours Insolvenz sind explodierende Kakaopreise auf dem Weltmarkt. Massive Ernteausfälle in den wichtigsten Anbauländern Ghana und Elfenbeinküste haben die Rohstoffkosten für den Londoner Schokoladenhersteller drastisch in die Höhe getrieben, was die Produktion unrentabel machte.
Welche Kunden sind von der Marasu’s Petit Fours Insolvenz betroffen?
Die Marasu’s Petit Fours Insolvenz trifft das oberste Luxussegment des britischen Einzelhandels. Das Unternehmen produzierte jährlich über 300 Tonnen Schokolade und belieferte renommierte Adressen wie Harrods, Selfridges, Fortnum & Mason sowie die eigene Konzernmutter Prestat.
Wer leitet das aktuelle Insolvenzverfahren in London?
Das Verfahren wird von Alessandro Sidoli und Jessica Barker geleitet. Beide sind für das Londoner Beratungsunternehmen Xeinadin Corporate Recovery Limited tätig und wurden im Februar 2026 als gemeinsame Insolvenzverwalter (Joint Administrators) für die Anlage in Park Royal eingesetzt.
Was passiert mit der Konzernmutter Prestat Group?
Auch die Prestat Group, die Marasu’s 2006 übernommen hatte, ist insolvent und musste ihr traditionsreiches Geschäft an der Piccadilly schließen. Im Rahmen einer Prepack-Insolvenz soll die Marke Prestat nun vom Konkurrenten L’Artisan du Chocolat (Polus Capital Management) übernommen werden.
Wird der Schokoladen-Verkauf trotz der Pleite fortgesetzt?
Während die Produktion in der 2.300 Quadratmeter großen Anlage von Marasu’s unter Insolvenzverwaltung steht, führt die Marke Prestat ihren Onlineverkauf derzeit weiter fort. Wie sich das Produktangebot durch die geplante Übernahme verändern wird, ist noch nicht final geklärt.
Fazit
Die Marasu’s Petit Fours Insolvenz ist mehr als nur die Pleite eines einzelnen Unternehmens; sie ist ein deutlicher Warnschuss für die gesamte Lebensmittelindustrie. Der Fall zeigt auf, wie verwundbar selbst etablierte Luxusmarken gegenüber globalen Rohstoffkrisen und den Folgen des Klimawandels sind. Wenn ein Hersteller mit einer Jahresproduktion von 300 Tonnen an den Kosten scheitert, verdeutlicht dies den enormen Druck auf die Lieferketten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher, auch in Berlin, bedeutet dies, dass sie sich auf weiter steigende Preise für hochwertige Lebensmittel einstellen müssen. Unternehmen der Branche sind gezwungen, ihre Preisstrukturen und Lieferketten grundlegend zu überdenken, um in Zukunft widerstandsfähiger zu sein.




