Das Wichtigste in Kürze
- Parallelstart am BER: Am 6. April 2026 hoben eine Boeing 787 (LH1926) und ein Airbus A350 (LH2026) zeitgleich ab, um an die Erstflüge von 1926 zu erinnern.
- Wirtschaftliche Lage: Der Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro, der Gewinn sank jedoch um 1,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.
- Sanierungskurs: Bei der Kernmarke Lufthansa läuft ein Stellenabbauprogramm, von dem rund 4.000 Arbeitsplätze betroffen sind.
- Historischer Kontext: Das Unternehmen geht offen mit seiner Rolle in der NS-Zeit um, in der über 10.000 Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.
- Jubiläums-Logo: Ein 48 Hektar großes „100 Jahre“-Signet in einem Rapsfeld bei Schönefeld ist bis zum 30. September 2026 aus der Luft sichtbar.
Was geschah beim Parallelstart zum Lufthansa-Jubiläum am BER?
Das Lufthansa Jubiläum Berlin konzentrierte sich am Ostermontag auf ein seltenes aviatisches Manöver. Genau 100 Jahre nach dem ersten Linienflug der ersten „Luft Hansa“ inszenierte der Konzern am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) einen Parallelstart. Eine Boeing 787-9 (Flugnummer LH1926) mit Ziel Zürich und ein Airbus A350-900 (LH2026) in Richtung Köln hoben gegen 15:00 Uhr zeitgleich ab. Beide Maschinen trugen eine blaue Sonderlackierung mit einem weißen XXL-Kranich.
Wie aus dem Lufthansa Group Newsroom hervorgeht, waren an Bord der beiden Langstreckenflugzeuge über 400 Passagiere – vorwiegend Mitarbeitende, Influencer und Journalisten, die zuvor aus Frankfurt und München eingeflogen wurden. Am Boden feierten rund 600 geladene Gäste bei einem Festakt ab 11:30 Uhr.
Wer am Boden blieb, konnte beim Anflug auf Schönefeld ein 48 Hektar großes Rapsfeld direkt an der Autobahn A113 betrachten – in das ein gigantisches „100 Jahre Lufthansa“-Logo als Cut-out gefräst wurde.
💡 Tipp: Das Feld-Logo an der A113 bei Schönefeld ist noch bis zum 30. September 2026 sichtbar – am besten beim Landeanflug auf die Südbahn des BER.
| Merkmal | Unternehmensdaten (Stand 2026) |
|---|---|
| Name | Deutsche Lufthansa AG |
| Gründung (historisch) | 6. April 1926, Berlin-Tempelhof |
| Neugründung | 1. April 1955 |
| CEO | Carsten Spohr |
| Umsatz (2025) | 39,6 Milliarden Euro |
| Stellenabbau | Rund 4.000 Stellen (Kernmarke) |
Quelle: Lufthansa Group Newsroom, April 2026
Welche Rolle spielte die NS-Vergangenheit beim Jubiläum?
Am 6. April 1926 startete auf dem Tempelhofer Feld eine Fokker-Grulich F II nach Zürich – mit Zwischenlandungen in Halle, Erfurt und Stuttgart – sowie eine Dornier Komet III nach Köln. Die damalige Luft Hansa entstand auf Druck der Reichsregierung aus dem Zusammenschluss von Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr.
Auffällig beim diesjährigen Jubiläum ist die historische Transparenz. Laut einem Bericht des Handelsblatts (April 2026) verschweigt das Unternehmen seine dunklen Kapitel nicht mehr. Der Historiker Manfred Grieger, der die Unternehmensgeschichte neu aufarbeitete, stellt klar: Die erste Lufthansa war ein Unternehmen des Nationalsozialismus – Teil der verdeckten Wiederaufrüstung gegen den Versailler Vertrag, das über 10.000 Zwangsarbeiter in der Rüstungsproduktion und Flugzeugwartung ausbeutete.
Mit der heutigen Deutschen Lufthansa AG, die am 1. April 1955 neu startete, gibt es zwar keine rechtliche, aber eine markentechnische Kontinuität – das Kranich-Symbol verbindet beide Gesellschaften bis heute.
| Zeitraum | Ereignis | Historische Einordnung |
|---|---|---|
| April 1926 | Gründung Luft Hansa | Erstflüge ab Berlin-Tempelhof nach Zürich und Köln |
| 1933–1945 | NS-Zeit & 2. Weltkrieg | Einsatz von über 10.000 Zwangsarbeitern; Untergang der ersten Gesellschaft |
| April 1955 | Neugründung | Start der heutigen Deutschen Lufthansa AG |
| 1997 | Privatisierung | Vollständiger Übergang in die Privatwirtschaft |
| April 2026 | 100-Jahre-Jubiläum | Parallelstart am BER; Konzernumsatz 39,6 Mrd. € |
Quellen: Handelsblatt April 2026, Lufthansa Group

Wie steht Lufthansa wirtschaftlich im Jubiläumsjahr 2026 da?
Die Feierlichkeiten verdecken die angespannte wirtschaftliche Lage des Konzerns. Obwohl die Lufthansa Group ihren Umsatz 2025 um rund fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro steigern konnte, sank der Jahresgewinn um 1,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Rückkehr in den Dax hat der Konzern vorerst verpasst.

Steigende Treibstoffkosten belasten die Bilanzen europäischer Airlines strukturell – ein Problem, das auch die Kerosin-Knappheit in Europa in diesem Jahr weiter verschärft. Die Konsequenz für die Kernmarke: ein striktes Sanierungsprogramm mit dem Abbau von rund 4.000 Stellen. Dieser Abbau trifft auch den Standort Deutschland – eine Entwicklung, die sich in die angespannte Lage am Berliner Arbeitsmarkt einfügt, wie unsere Analyse zur Arbeitslosigkeit Berlin zeigt.
Für Berliner Beschäftigte und Pendler am BER ist die Frage relevant, wie der Konzernsanierungskurs die Verbindungen ab Berlin langfristig beeinflusst. Bisher hat Lufthansa keine Streichung von BER-Routen angekündigt – die Verkehrs-Entwicklungen in Berlin beobachten wir weiter für Sie.

Häufige Fragen zu Lufthansa Jubiläum Berlin
Wann fand der Parallelstart zum Lufthansa 100 Jahre Jubiläum in Berlin statt?
Der Parallelstart fand am Ostermontag, dem 6. April 2026, gegen 15:00 Uhr am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) statt. Eine Boeing 787-9 (LH1926) und ein Airbus A350-900 (LH2026) hoben zeitgleich in Richtung Zürich und Köln ab – exakt die Strecken des ersten Linienflugs von 1926.
Was kosteten die Tickets für die historischen Sonderflüge?
Die Jubiläumsflüge wurden ab 299 Euro in der Economy Class und ab 399 Euro in der Business Class angeboten. Laut Lufthansa waren alle Plätze innerhalb weniger Tage ausverkauft.
Warum feiert Lufthansa das 100-jährige Jubiläum ausgerechnet in Berlin?
Am 6. April 1926 nahm die erste Deutsche Luft Hansa AG ihren regulären Linienflugbetrieb auf – mit Abflug vom Flughafen Berlin-Tempelhof. Die Jubiläumsflüge 2026 spiegeln diese Routen direkt wider: Zürich und Köln als Ziele, Berlin als Startpunkt.
Wie geht Lufthansa mit seiner Geschichte in der NS-Zeit um?
Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten hat das Unternehmen die Aufarbeitung seiner Vergangenheit deutlich intensiviert. Historiker Manfred Grieger stellt fest, dass die erste Luft Hansa ein Unternehmen des Nationalsozialismus war, das über 10.000 Zwangsarbeiter in der Rüstungsproduktion ausbeutete. Das Unternehmen verschweigt diese Kapitel laut Handelsblatt beim diesjährigen Jubiläum nicht.
Wie steht Lufthansa im Jubiläumsjahr 2026 wirtschaftlich da?
Trotz eines Rekordumsatzes von 39,6 Milliarden Euro brach der Jahresgewinn gegenüber 2024 um 1,3 Milliarden Euro ein. Die Kernmarke baut derzeit rund 4.000 Stellen ab. Die Dax-Rückkehr hat der Konzern vorerst verpasst.
Wo kann man das Lufthansa Jubiläums-Feld-Logo sehen?
Ein 48 Hektar großes „100 Jahre Lufthansa“-Cut-out wurde in ein Rapsfeld an der Autobahn A113 bei Schönefeld gefräst. Es ist vom Flugzeug aus beim Landeanflug auf den BER bis zum 30. September 2026 sichtbar.
Fazit
Das Lufthansa Jubiläum in Berlin markiert einen eindrucksvollen Meilenstein, 100 Jahre nachdem der erste Linienflug vom Tempelhofer Feld startete. Der symbolträchtige Parallelstart am BER steht jedoch im scharfen Kontrast zur wirtschaftlichen Realität des Konzerns. Ein Gewinneinbruch von 1,3 Milliarden Euro und der Abbau von 4.000 Stellen zeigen, dass der Glanz der Feierlichkeiten nicht über den erheblichen Sanierungsdruck hinwegtäuschen kann.
Für Beschäftigte, Anleger und Fluggäste in der Hauptstadtregion stehen somit trotz aller Festlichkeiten herausfordernde Monate bevor. Die zentrale Frage wird sein, inwieweit Lufthansa den Standort Deutschland im Zuge des Sanierungskurses schützen kann und welche Auswirkungen dies auf das Streckennetz ab Berlin haben wird.




