Kultur 📅 6. April 2026 ⏱ 7 Min. 👁 112 Aufrufe

Das Kolbe Museum würdigt die Skulpturen einer Britin: Queere Geometrien

Kolbe Museum Berlin Ausstellung – Ab April 2026 zeigt das Haus in Westend die queeren Geometrien der britischen Konstruktivistin Marlow Moss. → Alle Infos hier

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Kurzantwort

Die Kolbe Museum Berlin Ausstellung „Räume schaffen“ ehrt die britische Konstruktivistin Marlow Moss. Vom 2. April bis 26. Juli 2026 sind in Berlin-Westend Skulpturen und Fotografien der Künstlerin zu sehen, die als Erfinderin der „Doppellinie“ gilt. Die Schau beleuchtet ihre radikale Formensprache im Kontext ihrer queeren Identität und wird durch vier zeitgenössische künstlerische Positionen ergänzt.

Inhaltsverzeichnis+
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wer war die Künstlerin Marlow Moss?
  3. Was zeigt die Kolbe Museum Ausstellung über Marlow Moss?
  4. Welche zeitgenössischen Positionen ergänzen die Ausstellung?
  5. Was kostet der Eintritt und wie sind die Öffnungszeiten?
  6. Häufige Fragen zu Kolbe Museum Berlin Ausstellung
  7. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Was: Ausstellung „Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss“.
  • Wo: Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25/26, 14055 Berlin-Westend.
  • Wann: 2. April bis 26. Juli 2026.
  • Highlight: Die Ausstellung würdigt Marlow Moss als Erfinderin der „Doppellinie“, die oft fälschlicherweise Piet Mondrian zugeschrieben wird.
  • Konzept: Etwa zehn Originalwerke von Moss im Dialog mit Arbeiten von vier zeitgenössischen Künstlerinnen.
  • Eintritt: Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Wer war die Künstlerin Marlow Moss?

Marlow Moss (1889–1958) war eine britische Künstlerin des Konstruktivismus und Mitglied der Pariser Avantgarde-Gruppe Abstraction-Création. Sie brach früh mit gesellschaftlichen Konventionen, änderte ihren Vornamen, trug maskuline Kleidung und lebte ihre queere Identität offen aus, was ihre Rezeption lange Zeit erschwerte.

Um die Bedeutung dieser Kolbe Museum Berlin Ausstellung zu verstehen, ist ein Blick auf die Biografie der Künstlerin unerlässlich. Marlow Moss, 1889 in Kilburn (London) als Marjorie Jewel Moss geboren, widersetzte sich früh den gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit. Sie legte ihren Geburtsnamen ab, wählte den Vornamen Marlow, kleidete sich maskulin und lebte ihre queere Identität offen. In den 1920er Jahren zog sie nach Paris, wo sie sich der Avantgarde anschloss und zu einem Mitglied der einflussreichen Künstlervereinigung Abstraction-Création wurde.

Merkmal Details zu Marlow Moss
Lebensdaten 1889 (London) – 1958 (Penzance)
Stilrichtung Konstruktivismus, Neoplastizismus
Künstlervereinigung Abstraction-Création (Paris)
Künstlerisches Erbe Erfindung der Doppellinie, rhythmische Reliefs

Trotz ihrer Innovationskraft blieb ihre Praxis lange Zeit im Schatten der Kunstgeschichte. Dies lag an mehreren Faktoren: der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, ihrem Exil, dem Verlust zahlreicher Werke im Zweiten Weltkrieg und nicht zuletzt an der Marginalisierung ihrer queeren Identität in einer männlich dominierten Kunstwelt.

Was zeigt die Kolbe Museum Ausstellung über Marlow Moss?

Die Ausstellung im Kolbe Museum präsentiert rund zehn originale Skulpturen und geometrische Reliefs von Marlow Moss. Ein Schwerpunkt liegt auf ihrer bekanntesten Erfindung, der „Doppellinie“. Ergänzt wird die Schau durch historische Schwarz-Weiß-Fotografien, die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Werke dokumentieren.

Das Herzstück der Kolbe Museum Berlin Ausstellung bildet die Auseinandersetzung mit der Formensprache von Moss. Etwa zehn originale Skulpturen werden in den lichtdurchfluteten Räumen in Westend präsentiert. Moss entwickelte in Paris eine völlig neue, rhythmische Kompositionsweise. Ihre wohl bekannteste Erfindung ist die „Doppellinie“ – ein gestalterisches Element, das später von Piet Mondrian übernommen wurde, der oft fälschlicherweise als alleiniger Schöpfer dieser Technik gefeiert wird.

💡 Tipp: Achten Sie beim Rundgang besonders auf die historischen Schwarz-Weiß-Fotografien. Sie dokumentieren die Skulpturen von Marlow Moss, die während des Zweiten Weltkriegs in Europa verloren gingen oder zerstört wurden. Sie sind oft das einzige Zeugnis ihrer frühen räumlichen Experimente.

Die geometrischen Reliefs und Skulpturen wirken auf den ersten Blick streng mathematisch. Wer jedoch genauer hinsieht, erkennt darin eine Befreiung von klassischen Normen – eine visuelle Entsprechung ihres eigenen, nonkonformen Lebensentwurfs. Es ist genau diese Übersetzung von Identität in abstrakte Geometrie, die das Werk heute wieder so hochaktuell macht.

Das Kolbe Museum würdigt die Skulpturen einer Britin: Queere Geometrien
Foto: ArtHouse Studio

Welche zeitgenössischen Positionen ergänzen die Ausstellung?

Die Kuratorinnen stellen den Werken von Moss vier zeitgenössische Positionen gegenüber, um einen Dialog zwischen historischem Erbe und Gegenwartskunst zu schaffen. Beteiligt sind die Künstlerinnen Leonor Antunes (geb. 1972), Tacita Dean (geb. 1965), Florette Dijkstra (geb. 1963) und Ro Robertson (geb. 1984).

Die Kuratorinnen Lucy Howarth und Kathleen Reinhardt (Direktorin des Museums) belassen es nicht bei einer reinen Retrospektive. Sie stellen den historischen Werken vier zeitgenössische Positionen gegenüber. Die Künstlerinnen Leonor Antunes (geb. 1972), Tacita Dean (geb. 1965), Florette Dijkstra (geb. 1963) und Ro Robertson (geb. 1984) steuern eigene Perspektiven bei, die direkt auf den Raum und das Erbe von Moss reagieren.

Solche bewussten Dialoge zwischen historischen Archiven und Gegenwartskunst prägen 2026 die gesamte Hauptstadt – von den großen Bühnen beim Theatertreffen Berlin bis hin zu den spezialisierten Berliner Galerien. Die Kolbe Museum Berlin Ausstellung reiht sich nahtlos in diesen Diskurs ein und beweist, dass das historische Atelierhaus in Westend weit mehr ist als nur ein Gedenkort für Georg Kolbe.

Das Kolbe Museum würdigt die Skulpturen einer Britin: Queere Geometrien - Berlin News Highlights

Was kostet der Eintritt und wie sind die Öffnungszeiten?

Der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist kostenlos; reguläre Ticketpreise variieren. Das Museum hat Montag sowie Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, dienstags ist es geschlossen. Die Vernissage am 1. April 2026 ist kostenfrei.

Wenn Sie die Ausstellung „Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss“ besuchen möchten, empfiehlt sich die Anreise mit der S-Bahn. Das Museum liegt eingebettet in ein ruhiges Wohnviertel nahe dem Olympiastadion. Den Auftakt bildet die Vernissage am 1. April 2026 um 18:00 Uhr, bei der der Eintritt frei ist und das hauseigene Café Benjamine Getränke serviert.

💰 Eintritt: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kostenlos · Reguläre Tickets für Erwachsene variieren
Aktuelle Preise & Tickets beim Museum
🕐 Öffnungszeiten: Mo, Mi–So 11:00–18:00 Uhr · Dienstags geschlossen
🚇 ÖPNV: S3/S9 bis S-Bahnhof Heerstraße, dann ca. 10 Min. zu Fuß
🚌 Bus: Linie M49 oder 218 bis S-Bahnhof Heerstraße
🚗 Auto: Kostenlose Parkplätze in der Sensburger Allee meist verfügbar
👶 Alter: Für kunstinteressierte Jugendliche ab ca. 14 Jahren empfohlen · 🌧 Bei Regen:
💡 Tipp: Verbinden Sie den Besuch mit einem Kaffee im Café Benjamine direkt im Museumsgarten.
Kriterium Detail zur Ausstellung Hinweis
Laufzeit 2. April – 26. Juli 2026 Letzter Einlass meist 30 Min. vor Schließung
Vernissage 1. April 2026, 18:00 Uhr Eintritt am Eröffnungsabend frei
Kuratierung Lucy Howarth & Kathleen Reinhardt Inkl. 4 zeitgenössischer Künstlerinnen

Häufige Fragen zu Kolbe Museum Berlin Ausstellung

Wie lange läuft die Kolbe Museum Berlin Ausstellung zu Marlow Moss?

Die Ausstellung „Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss“ öffnet am 2. April 2026 für das reguläre Publikum und läuft bis zum 26. Juli 2026. Die feierliche Vernissage findet bereits am Vorabend, dem 1. April, statt.

Wo befindet sich das Georg Kolbe Museum?

Das Museum liegt in der Sensburger Allee 25/26 in 14055 Berlin-Westend (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf). Es handelt sich um das historische, denkmalgeschützte ehemalige Atelierhaus des Bildhauers Georg Kolbe, das 1950 als Museum eröffnet wurde.

Welche Werke zeigt die aktuelle Kolbe Museum Berlin Ausstellung?

Sie sehen etwa zehn originale Skulpturen von Marlow Moss sowie historische Fotografien ihrer im Zweiten Weltkrieg zerstörten Arbeiten. Ergänzt wird die historische Schau durch zeitgenössische Werke von Leonor Antunes, Tacita Dean, Florette Dijkstra und Ro Robertson.

Was kostet der Eintritt ins Kolbe Museum 2026?

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie für Mitglieder des Freundeskreises ist der Eintritt komplett kostenlos. Die regulären Ticketpreise für Erwachsene finden Sie tagesaktuell auf der offiziellen Website des Museums.

Gibt es vor Ort eine Möglichkeit zum Kaffeetrinken?

Ja, direkt auf dem Museumsgelände befindet sich das Café Benjamine. Es bietet neben Kaffee und Kuchen auch einen schönen Blick in den Skulpturengarten und ist der ideale Ort, um die Eindrücke der Kolbe Museum Berlin Ausstellung nachwirken zu lassen.

Das Kolbe Museum würdigt die Skulpturen einer Britin: Queere Geometrien
Foto: Rahul Pandit

Fazit

Die Kolbe Museum Berlin Ausstellung über Marlow Moss schließt eine schmerzhafte Lücke in der europäischen Kunstgeschichte. Die Präsentation in Westend beweist eindrucksvoll, dass die Erfindung der Doppellinie und die radikalen geometrischen Kompositionen untrennbar mit der queeren Identität der Künstlerin verbunden sind. Für alle, die sich für die Klassische Moderne, Konstruktivismus und feministische Kunstgeschichte interessieren, ist dieser Besuch im Frühjahr 2026 ein absolutes Muss und eine wichtige Wiederentdeckung einer zu Unrecht übersehenen Pionierin.

MM
✍ Über den Autor
Redakteurin Lifestyle & Kultur

Ich bin Michelle, und ich schreibe bei BerlinEcho über das, was das Leben in dieser Stadt wirklich schön macht: gutes Essen, interessante Menschen, Orte, die man noch nicht kennt, und Dinge, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Berlin hat eine Gastroszene, die ständig in Bewegung ist. Ich kenne die Geheimtipps, bevor sie in den Reiseführern stehen – und ich sage dir auch ehrlich, was sich nicht gelohnt hat. Meine Restaurantempfehlungen funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Ich war selbst dort, und ich zahle meistens selbst. Neben Gastronomie schreibe ich über Mode und die Berliner Kreativszene – Ateliers, Designer, Pop-ups, die Dinge, die Berlin zu dem machen, was es ist: eine Stadt, die immer noch Dinge erfindet. Am besten erreichst du mich über Instagram, wo ich auch zeige, was mich gerade beschäftigt.

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