Kultur 📅 5. Mai 2026 ⏱ 10 Min. 👁 85 Aufrufe

Jüdisches Filmfestival Berlin 2026: 60 Filme & The Other Israel

Jüdisches Filmfestival Berlin – Das JFBB zeigt 2026 die Vielfalt Israels und nordische Perspektiven. Alle Filme, Kinos und Tickets für Mai. →

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Kurzantwort

Das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg (JFBB) findet vom 5. bis 10. Mai 2026 statt und präsentiert 60 Filme aus 22 Ländern. Die 32. Ausgabe legt den Fokus auf differenzierte Perspektiven mit Sektionen wie „The Other Israel“ und einem „Nordic Jewish Focus“. Tickets sind ab 10 Euro erhältlich, Spielorte befinden sich in ausgewählten Programmkinos in Berlin und Potsdam.

Inhaltsverzeichnis+
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB)?
  3. Welche Filme und Schwerpunkte stehen 2026 im Programm?
  4. Wie sieht der genaue Zeitplan für das Festival aus?
  5. Wo findet das JFBB statt und was kosten die Tickets?
  6. Welche Rolle spielt Maria Schrader beim Festival 2026?
  7. Häufige Fragen zu Jüdisches Filmfestival Berlin
  8. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeitraum: Das Festival findet an sechs Tagen vom 5. bis zum 10. Mai 2026 in Berlin und Potsdam statt.
  • Programm: Insgesamt werden 60 Filme aus 22 verschiedenen Ländern auf dem Spielplan gezeigt.
  • Eröffnung: Die feierliche Eröffnung findet am 5. Mai um 19:00 Uhr im Hans Otto Theater in Potsdam statt.
  • Tickets: Reguläre Kinokarten kosten 10,00 €, ermäßigte Tickets sind für 8,00 € erhältlich.
  • Preise: Im Rahmen des Festivals werden zwei Gershon-Klein-Preise für Spiel- und Dokumentarfilm vergeben, die mit je 3.000 € dotiert sind.
  • Schwerpunkte: Besondere Programmreihen sind „The Other Israel“ und der „Nordic Jewish Focus“, die komplexe und vielfältige Perspektiven beleuchten.

Was ist das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB)?

Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB) ist Deutschlands größtes Filmfestival für jüdische und israelische Themen. Es wurde 1995 von Nicola Galliner gegründet und bietet jährlich eine Plattform, die jüdische Geschichte, Kultur und Gegenwart durch Spiel- und Dokumentarfilme beleuchtet.

Für Kinobesucher:innen in Berlin und Brandenburg ist das JFBB eine essenzielle Kulturveranstaltung, um die Vielfalt jüdischer Identitäten auf der Leinwand zu erleben und gesellschaftliche Widersprüche abseits vereinfachter Narrative zu diskutieren. Das Festival versteht sich bewusst als Dialograum für komplexe Realitäten.

Gerade nach dem 7. Oktober 2023 hat sich das JFBB als einer der wenigen Berliner Kulturräume etabliert, in denen der Israel-Palästina-Diskurs ohne Lagerdenken geführt wird. Während andere Institutionen Veranstaltungen absagen, hält das Festival an seinem kuratorischen Konzept fest: differenzierte Filme zeigen und das Publikum anschließend ins Gespräch bringen. Die Wahl von traditionsreichen Programmkinos wie dem Filmkunst 66 oder dem Moviemento statt großer Multiplex-Paläste unterstreicht den Fokus auf den inhaltlichen Austausch.

Jüdisches Filmfestival Berlin Berlin News
Foto: Bruno Krajski

Die Leitung durch Doreen Goethe und Andreas Stein, die parallel das FilmFestival Cottbus führen, prägt die Ausrichtung. Ihre Erfahrung im Kuratieren von osteuropäischem Kino ohne ideologische Filter spiegelt sich in der Bereitschaft des JFBB wider, systematisch Räume für unbequeme Begegnungen zu schaffen. Zudem ist die Wahl des Festivaldatums rund um den 8. Mai, den Jahrestag des Kriegsendes, eine klare Positionierung als Erinnerungs-Institution in der Stadt, in der 1942 die Wannseekonferenz stattfand.

Welche Filme und Schwerpunkte stehen 2026 im Programm?

Das JFBB Programm 2026 setzt mit der Sektion „The Other Israel“ und dem „Nordic Jewish Focus“ klare thematische Schwerpunkte. Diese Reihen zielen darauf ab, polarisierenden Debatten differenzierte und vielschichtige filmische Perspektiven entgegenzustellen und kulturelle Stereotype aufzubrechen.

Die Reihe „The Other Israel“ entsteht in direkter Kooperation mit dem gleichnamigen New Yorker Filmfestival. Sie hinterfragt vereinfachte Narrative über die israelische Gesellschaft. Isaac Zablocki, Geschäftsführer des US-Festivals, betont laut einer dpa-Meldung die Wichtigkeit dieses Ansatzes: „In Zeiten von Polarisierung und Boykott ist es entscheidend, differenzierte Perspektiven sichtbar zu machen.“

Der „Nordic Jewish Focus“, entwickelt in Zusammenarbeit mit den Nordischen Botschaften in Berlin, richtet den Blick auf jüdisches Leben in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark. Ein Highlight ist die Komödie „Snipped“ (2025), in der ein Konvertit bei seiner Beschneidung auf einen muslimischen Arzt trifft – eine Prämisse, die kulturelle Grenzen humorvoll thematisiert. Wer sich neben dem Kino auch für andere Kulturformate im Mai interessiert, findet bei den Kulturtipps Mitte 2026 weitere spannende Veranstaltungen.

Filmtitel Genre / Jahr Sektion / Inhalt
The Smugglers Dokumentarfilm (2025) The Other Israel: Buchhändler schmuggeln arabischsprachige Literatur nach Israel.
Butcher’s Stain Kurzdrama (2025) The Other Israel: Ein palästinensischer Supermarktangestellter unter falschem Verdacht.
On Thin ICE Dokumentation (2026) Wettbewerb: Drusische Eishockeyspielerin zwischen Sport und Familientradition.
Snipped Komödie (2025) Nordic Jewish Focus: Ein jüdischer Konvertit trifft auf einen muslimischen Chirurgen.
Jüdisches Filmfestival Berlin 2026: 60 Filme & The Other Israel - Berlin News Highlights

Wie sieht der genaue Zeitplan für das Festival aus?

Der Zeitplan des JFBB 2026 erstreckt sich vom 5. bis 10. Mai und umfasst Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und Gedenkveranstaltungen. Die Eröffnung findet am 5. Mai in Potsdam statt, während die Preisverleihung und der Abschluss am 10. Mai in Berlin erfolgen.

Das Festivalprogramm ist dicht gefüllt und bietet an jedem Tag besondere Highlights. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Termine. Den vollständigen Spielplan mit allen Filmen und Uhrzeiten finden Sie auf der offiziellen Webseite des JFBB.

Dienstag, 5. Mai: Eröffnung in Potsdam

Um 19:00 Uhr beginnt die feierliche Festival-Eröffnung im Hans Otto Theater in Potsdam. Gezeigt wird ein Kurzfilmprogramm aus Dänemark, Großbritannien und Israel. Die Begrüßung erfolgt durch die Programmdirektion (Lea Wohl von Haselberg, Bernd Buder).

Mittwoch, 6. Mai: JFBB pro & Nordic Jewish Focus

Im Felleshus (Gemeinschaftshaus der Nordischen Botschaften, Tiergarten) findet das Branchenprogramm statt. Das Abendprogramm ist öffentlich (Eintritt frei mit Anmeldung unter pro@jfbb.info).

  • 10:30 – 12:00 Uhr: Talk zum Thema „When Complexity Meets the Demand for Entertainment“ mit u.a. Dani Levy und Christian Bräuer (Yorck-Kinos).
  • 18:10 Uhr: Nordic Jewish Focus Kurzfilm-Programm.
  • 20:00 Uhr: Filmvorführung „Never Alone“ (Klaus Härö, 2024).

Donnerstag, 7. Mai: Wettbewerbe & The Other Israel

An diesem Tag laufen die Wettbewerbsfilme für Spiel- und Dokumentarfilm an allen Spielstätten in Berlin und Potsdam. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sektion „The Other Israel“, die unter anderem den Film „The Smugglers“ und das Oscar-nominierte Kurzdrama „Butcher’s Stain“ zeigt.

Freitag, 8. Mai: Erinnerung an 81 Jahre Kriegsende

Im Filmkunst 66 in Charlottenburg wird dem 81. Jahrestag des Kriegsendes gedacht.

  • 11:00 Uhr: Matinée mit den Filmen „Reminiszenzen aus Deutschland“ und „The Illegals“, gefolgt von einem Gespräch. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Centrum Judaicum, der Urania Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung.
  • Im Tagesverlauf: Sondervorführung des Oscar-prämierten Films „Son of Saul“ in Kooperation mit der Claims Conference.

Samstag, 9. Mai: Israel-Palästina-Diskurs & Hauptprogramm

Im Filmkunst 66 findet um 16:45 Uhr eine Podiumsdiskussion (Englisch, Eintritt frei) zur Zusammenarbeit zwischen palästinensischen und jüdisch-israelischen Filmschaffenden nach dem 7. Oktober statt. Parallel laufen Wettbewerbsfilme und Reihen wie „Kino Fermished“ und die „Nosh-Nosh“-Kurzfilm-Programme an allen Spielorten.

Sonntag, 10. Mai: Abschluss & Preisverleihung

Der letzte Tag im Filmkunst 66 bietet zwei Panels (Englisch, Eintritt frei) zum israelischen Film und seiner internationalen Rezeption (ab 10:30 Uhr). Den Abschluss bildet die Preisverleihung, bei der unter anderem der Gershon-Klein-Spielfilmpreis und der Gershon-Klein-Dokumentarfilmpreis (je 3.000 €) verliehen werden.

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Foto: Connor Scott McManus

Wo findet das JFBB statt und was kosten die Tickets?

Das Festival findet in ausgewählten Programmkinos in Berlin und Potsdam statt. Reguläre Tickets kosten 10,00 €, ermäßigte Karten 8,00 €. Der Ticketkauf sowie das vollständige Programm sind über die offizielle Festival-Website jfbb.info zugänglich.

Die Spielorte sind sorgfältig ausgewählt, um eine intime Atmosphäre für Filmvorführungen und anschließende Diskussionen zu schaffen. Wer den Charakter von Kinos wie dem Kino Arsenal Wedding schätzt, wird sich hier wohlfühlen.

Spielstätten in Berlin:

  • Filmkunst 66 (Charlottenburg)
  • Moviemento (Kreuzberg)
  • Bundesplatz-Kino (Wilmersdorf)
  • Kino Krokodil (Prenzlauer Berg)
  • Felleshus (Tiergarten, für Sonderveranstaltungen)

Spielstätten in Potsdam:

  • Thalia Programmkino Babelsberg
  • Filmmuseum Potsdam
  • Hans Otto Theater (Eröffnung)

Arkadij Khaet vom Programmkollektiv fasst den kuratorischen Anspruch laut Festival-Website zusammen: „Unser Programm ist wie eine gute Massage. Man muss besonders da stark drücken, wo es wehtut. Yalla, ab ins Kino, wir servieren gefilte Filme zum Konsum.“

Welche Rolle spielt Maria Schrader beim Festival 2026?

Die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader ist ein besonderes Gesicht des Festivals 2026. Sie präsentiert ihren Film „Vor der Morgenröte“ über Stefan Zweigs Exil und stellt sich im Anschluss einem Publikumsgespräch. Zudem engagiert sie sich im Bildungsprogramm für Schulklassen.

Die Einbindung von Maria Schrader wird als kommunikative Öffnung des Festivals verstanden. Mit der Reichweite, die sie durch international erfolgreiche Projekte wie die Serie „Unorthodox“ erlangt hat, kann sie ein Publikum ansprechen, das bisher vielleicht eher die Berlinale besucht hat. Ob dies einen nachhaltigen Effekt auf die Zuschauerzahlen haben wird, bleibt abzuwarten.

Andreas Stein, Geschäftsführer des JFBB, hob im Vorfeld hervor, wie dankbar man Schrader nicht nur für ihr filmisches Werk, sondern auch für ihre aktive Rolle im Kampf gegen Antisemitismus sei. Ihr Engagement unterstreicht den gesellschaftspolitischen Anspruch des Festivals, das durch hochdotierte Auszeichnungen wie den Gershon-Klein-Spielfilmpreis und den Gershon-Klein-Dokumentarfilmpreis (je 3.000 €) auch die qualitative Exzellenz der gezeigten Filme würdigt.

Häufige Fragen zu Jüdisches Filmfestival Berlin

Wann und wo findet das Jüdische Filmfestival Berlin 2026 statt?

Das Festival läuft vom 5. bis zum 10. Mai 2026. Die Vorführungen und Veranstaltungen finden in ausgewählten Programmkinos in Berlin (u.a. in Kreuzberg, Charlottenburg, Wilmersdorf) und Potsdam (u.a. in Babelsberg) statt.

Was kostet ein Ticket für das JFBB?

Ein reguläres Kinoticket kostet 10,00 €. Eine Ermäßigung auf 8,00 € ist verfügbar. Bestimmte Veranstaltungen wie Panels oder das Abendprogramm von „JFBB pro“ sind bei vorheriger Anmeldung kostenlos zugänglich. Für die Eröffnungsveranstaltung können Sonderkonditionen gelten.

Welche thematischen Schwerpunkte hat das Festival 2026?

Die zentralen Schwerpunkte sind die Sektion „The Other Israel“, die sich mit der Vielfalt der israelischen Gesellschaft auseinandersetzt, und der „Nordic Jewish Focus“, der Einblicke in jüdisches Leben in Skandinavien gibt. Das Programm zielt darauf ab, komplexe Realitäten und differenzierte Perspektiven zu zeigen.

Werden beim Festival auch Preise verliehen?

Ja, es werden mehrere Preise vergeben. Die beiden Hauptpreise sind der Gershon-Klein-Spielfilmpreis und der Gershon-Klein-Dokumentarfilmpreis, die jeweils mit 3.000 € dotiert sind. Zusätzlich gibt es den Preis für interkulturellen Dialog und einen Nachwuchs-Förderpreis, die mit je 2.000 € dotiert sind.

Ist Maria Schrader persönlich beim Festival anwesend?

Ja, Maria Schrader ist als Ehrengast beim Festival 2026 zugegen. Sie wird ihren Film „Vor der Morgenröte“ präsentieren und an einem anschließenden Publikumsgespräch teilnehmen. Außerdem stellt sie im Rahmen des Bildungsprogramms den Film „Aimée & Jaguar“ für Schulklassen vor.

Fazit

Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg 2026 ist weit mehr als eine Filmvorführungsreihe – es ist ein wichtiger kultureller Seismograf und ein dringend benötigter Dialograum in einer polarisierten Gesellschaft. Mit einem Programm von 60 Filmen, das bewusst auf Differenzierung statt auf einfache Antworten setzt, schafft das JFBB einen Ort für nuancierte Auseinandersetzungen mit jüdischer Kultur, israelischer Realität und gesamtgesellschaftlichen Konflikten. Sektionen wie „The Other Israel“ und die Präsenz von Persönlichkeiten wie Maria Schrader unterstreichen den Anspruch, den Diskurs zu öffnen und auch ein Publikum jenseits des etablierten Stammpublikums zu erreichen. Für alle Berliner:innen, die sich für anspruchsvolles Kino mit Haltung interessieren, ist ein Besuch vom 5. bis 10. Mai eine klare Empfehlung. Der beste nächste Schritt ist, das detaillierte Programm auf der offiziellen Webseite zu studieren und Tickets für die favorisierten Filme zu sichern.

AN
✍ Über den Autor
Redakteurin Kultur & Meinung

Ich bin Ariane, und ich schreibe das, was andere vielleicht nicht schreiben wollen: klare Meinungen. Bei BerlinEcho verantworte ich Kultur und Meinung – und ja, das passt gut zusammen, denn Kultur ohne Haltung ist Dekoration. Berlin ist kulturell einzigartig – das Theaterleben, die Literaturszene, die Kunsträume in Hinterhöfen. Ich besuche Premieren und Ausstellungseröffnungen, schreibe Kritiken, die tatsächlich etwas sagen, und zeige auch, wenn etwas nicht funktioniert. In meiner Kolumne geht es um Dinge, die mir auffallen – gesellschaftliche Widersprüche, Berliner Eigenheiten, manchmal auch einfach Dinge, die mich beschäftigen. Ob das beim Lesen Zustimmung oder Widerspruch auslöst: beides ist mir recht, solange es eine echte Reaktion ist. Für Pressematerialien, Einladungen und Diskussionen bin ich über Twitter oder Instagram erreichbar.

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