Das Wichtigste in Kürze
- Gründung: Hertha BSC wurde am 25. Juli 1892 im Berliner Bezirk Wedding als BFC Hertha 92 gegründet.
- Größte Erfolge: Der Verein gewann 1930 und 1931 die Deutsche Meisterschaft und nahm 1999/2000 an der Champions League teil.
- Heimstadion: Seit 1963 ist das Olympiastadion Berlin mit einer Kapazität von 74.475 Plätzen die Heimat des Klubs.
- Bundesliga-Abstiege: Die Vereinsgeschichte ist von sechs Abstiegen aus der Bundesliga geprägt (1965, 1980, 1983, 2012, 2022, 2023).
- Aktuelle Situation (Mai 2026): Der Klub spielt in der 2. Bundesliga und hat den Aufstieg in der Saison 2025/26 auf Platz 7 verpasst.
Wie wurde Hertha BSC gegründet und woher kommt der Name?
Die Hertha BSC Geschichte beginnt am 25. Juli 1892 im Berliner Stadtbezirk Wedding. Die Brüder Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz gründeten den „Berliner Fußball-Club Hertha 1892″. Den Namen verdankt der Verein einem Ausflugsdampfer: Fritz Lindner hatte kurz zuvor mit seinem Vater eine Bootsfahrt auf dem Schiff „Hertha“ unternommen – der blau-weiße Schornstein inspirierte sowohl Namen als auch Vereinsfarben. Hertha ist zudem eine Abwandlung von Nerthus, einer germanischen Fruchtbarkeitsgöttin.
Im Jahr 1923 fusionierte der Klub mit dem Berliner Sport-Club. Aus dieser Verbindung entstand der heutige Name: Hertha Berliner Sport-Club e.V. Dieser Zusammenschluss legte den Grundstein für den sportlichen Aufschwung, der in den folgenden Jahren eintreten sollte.
Wann war die erfolgreichste Zeit in der Hertha BSC Geschichte?
In den späten 1920er und frühen 1930er Jahren erlebte die Hertha BSC Geschichte ihre bislang erfolgreichste Phase. Zwischen 1926 und 1931 stand Hertha sechsmal in Folge im Finale der Deutschen Meisterschaft – ein Rekord, der bis heute unerreicht ist. In den Jahren 1930 und 1931 holte die Alte Dame schließlich den Titel. Beide Meisterschaften wurden im Stadion am Gesundbrunnen gefeiert, das die Fans liebevoll „die Plumpe“ nannten.
Überragender Spieler dieser Ära war Hanne Sobek – Stürmer, Torjäger und die erste echte Legende des Vereins. Die enge Bindung zwischen dem Klub und den Arbeitervierteln Berlins entstand in dieser Zeit und prägt die Identität von Hertha BSC bis heute.

Welche Höhen und Tiefen erlebte Hertha BSC in der Bundesliga?
Mit der Gründung der Fußball-Bundesliga 1963 war Hertha BSC als eines von 16 Gründungsmitgliedern dabei. Der Umzug vom Stadion am Gesundbrunnen ins Olympiastadion markierte einen wichtigen Schnitt in der Hertha BSC Geschichte. Das für die Olympischen Spiele 1936 erbaute Stadion bot mit seiner Kapazität von über 70.000 Plätzen eine imposante Bühne, aber auch eine neue Bürde. Das Olympiastadion ist seitdem Heimat und Symbol zugleich: grandios bei Europapokalnächten, oft gähnend leer im Zweitliga-Alltag.
Die erste Bundesliga-Ära verlief holprig. Bereits 1965 musste Hertha zwangsabsteigen, weil der Verein Spielergehälter über die erlaubten Sätze hinaus gezahlt hatte – ein erster Fingerzeig auf die wiederkehrenden Finanzprobleme. Der Wiederaufstieg gelang, und in den 1970er Jahren erlebte Hertha die wohl stärkste Bundesliga-Phase: 1974/75 wurde der Klub Vizemeister, drang ins Halbfinale des UEFA-Pokals vor und zog zehntausende Fans ins Olympiastadion.
| Zeitraum | Liga | Highlight / Ereignis |
|---|---|---|
| 1930, 1931 | Gauliga Berlin | 🏆 Deutsche Meisterschaften |
| 1963 | Bundesliga | Gründungsmitglied der Bundesliga |
| 1965 | Abstieg | Zwangsabstieg wegen überhöhter Spielergehälter |
| 1974/75 | Bundesliga | 🥈 Vizemeisterschaft, UEFA-Pokal-Halbfinale |
| 1980–1982 | 2. Bundesliga | Abstieg und Wiederaufstieg |
| 1999/2000 | Bundesliga | ⭐ Champions-League-Zwischenrunde, Platz 4 |
| 2010/11 | Bundesliga | Platz 4, erneute Europapokal-Teilnahme |
| 2012 | Abstieg | Abstieg nach Relegation |
| 2019–2022 | Bundesliga | Investor Lars Windhorst, 374 Mio. € investiert |
| 2022/23 | Abstieg | Abstieg nach Relegation vs. HSV (Platz 18) |
| 2023/24 | 2. Bundesliga | Platz 8 – Aufstieg verpasst |
| 2024/25 | 2. Bundesliga | Trainer Stefan Leitl übernimmt |
| 2025/26 | 2. Bundesliga | Platz 7, 48 Punkte (33. Spieltag) – Aufstieg verpasst |
Quellen: herthabsc.com · bundesliga.com · Stand: Mai 2026
Was war die Windhorst-Ära und warum scheiterte sie?
Im Jahr 2019 betrat Lars Windhorst die Bühne der Hertha BSC Geschichte. Der Unternehmer investierte insgesamt 374 Millionen Euro in den Verein, um aus Hertha einen „Big City Club“ zu formen. Es folgten teure Transfers wie Dedryck Boyata, Krzysztof Piatek und Lucas Tousart – Spieler, für die zusammen über 100 Millionen Euro gezahlt wurden. Der sportliche Gegenwert blieb jedoch aus.
Stattdessen folgten öffentliche Streitereien zwischen Windhorst und dem damaligen Vereinspräsidenten Werner Gegenbauer, Trainerwechsel im Rhythmus von Monaten und der sportliche Niedergang trotz eines Rekordkaders. Im Jahr 2022 verkaufte Windhorst seine Anteile an 777 Partners – ein US-amerikanisches Investmentunternehmen, das seither selbst mit Liquiditätsproblemen kämpft. Der Traum vom Big City Club endete im Mai 2023 mit dem Abstieg nach verlorener Relegation gegen den Hamburger SV.
📅 Aktuelle Saison 2025/26 – Stand: 10. Mai 2026
Hertha BSC spielt die dritte Saison in Folge in der 2. Bundesliga. Der erhoffte Aufstieg ist in der Saison 2025/26 nicht mehr möglich.
- Tabellenplatz: 7. (48 Punkte nach 33 Spieltagen)
- Trainer: Stefan Leitl (seit 2024/25)
- Schwäche: Heimschwäche – auswärts beste Bilanz der Liga, zu Hause schwankend
- Finanzen: Hauptsponsor CheckCars24 zahlte seit November 2025 keine Gelder (~1 Mio. € ausstehend)
- Ziel 2026/27: Erneuter Anlauf auf den Aufstieg in die Bundesliga
Wer sind die größten Legenden von Hertha BSC?
Die Hertha BSC Geschichte wurde von einer Reihe prägender Persönlichkeiten geformt. Von der Vorkriegszeit bis in die Gegenwart stehen Namen für bestimmte Epochen des Vereins:
| Name | Rolle | Ära / Besonderheit |
|---|---|---|
| Hanne Sobek | Stürmer | 1920er–30er, zweifacher Meister |
| Erich „Ete“ Beer | Stürmer | 1970er, Vizemeister, Torschützenkönig |
| Marcelinho | Mittelfeld | 2000er, Champions League, Publikumsliebling |
| Arne Friedrich | Abwehr / Kapitän | 2000–2011, Nationalspieler, Identifikationsfigur |
| Pál Dárdai | Trainer / Spieler | Mehrere Amtszeiten, Hertha-Legende |
| Salomon Kalou | Stürmer | 2014–2021, wichtiger Torschütze |
| Lucien Favre | Trainer | 2007–2009, attraktiver Angriffsfußball |
Was macht die Fankultur von Hertha BSC aus?
Kein Thema spaltet Berlin so verlässlich wie das Stadtderby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin. Was lange als David-gegen-Goliath-Duell galt – Hertha im Olympiastadion, Union auf der Alten Försterei – hat sich verschoben. Union stieg auf, spielte Champions League, während Hertha in der 2. Bundesliga versank. Das Derby ist heute mehr denn je ein Kampf um die Deutungshoheit über den Berliner Fußball.
Das Herz der Hertha-Fanszene schlägt in der Ostkurve des Olympiastadions. Ultras-Gruppen wie „Harlekins Berlin“ und „Desperados“ prägen seit Jahrzehnten die Atmosphäre – mit Choreografien, Gesang und der charakteristischen blau-weißen Wand. Trotz der sportlichen Krise der letzten Jahre blieb die Fanbasis stabil: Im Schnitt kommen über 40.000 Zuschauer zu Heimspielen in der 2. Bundesliga.

Häufige Fragen zur Hertha BSC Geschichte
Wann wurde Hertha BSC gegründet?
Hertha BSC wurde am 25. Juli 1892 als „Berliner Fußball-Club Hertha 1892″ in Berlin-Wedding gegründet. Im Jahr 1923 fusionierte der Klub mit dem Berliner Sport-Club zum heutigen Hertha Berliner Sport-Club e.V.
Wie viele Deutsche Meisterschaften hat Hertha BSC gewonnen?
Hertha BSC gewann zweimal die Deutsche Meisterschaft in den Jahren 1930 und 1931. Beide Titel wurden im damaligen Heimstadion am Gesundbrunnen, der sogenannten „Plumpe“, gefeiert.
Warum heißt Hertha BSC „Alte Dame“?
Der Spitzname „Alte Dame“ verweist auf das hohe Gründungsalter von 1892 und die lange Tradition des Vereins. Er steht für Beständigkeit und Identität und wird von den Fans zugleich liebevoll und mit einem Augenzwinkern verwendet.
Woher kommt der Name „Hertha“?
Der Name stammt von einem Ausflugsdampfer, den Gründer Fritz Lindner mit seinem Vater befuhr. Der blau-weiße Schornstein des Schiffes „Hertha“ inspirierte sowohl den Namen als auch die Vereinsfarben. Hertha ist zudem eine Ableitung der germanischen Göttin Nerthus.
In welcher Liga spielt Hertha BSC 2026?
Hertha BSC spielt in der Saison 2025/26 in der 2. Bundesliga. Nach 33 Spieltagen belegt der Verein Platz 7 mit 48 Punkten, wodurch der Aufstieg in die Bundesliga in dieser Saison nicht mehr möglich ist.
Wie viele Schulden hat Hertha BSC?
Laut Vereinsangaben liegt die Netto-Finanzverschuldung knapp unter 30 Millionen Euro, während das Eigenkapital mit fast 38,4 Millionen Euro negativ ist. Zusätzlich hat Hauptsponsor CheckCars24 seit November 2025 keine Zahlungen mehr geleistet, wodurch rund 1 Million Euro ausstehen.
Hat Hertha BSC in der Champions League gespielt?
Ja. In der Saison 1999/2000 qualifizierte sich Hertha BSC erstmals für die Champions League und erreichte die Zwischenrunde. Gegner waren unter anderem der Chelsea FC, der AC Mailand und Galatasaray Istanbul.
Wann stieg Hertha BSC zuletzt ab?
Hertha BSC stieg zuletzt im Mai 2023 aus der Bundesliga ab. Der Abstieg erfolgte nach der verlorenen Relegation gegen den Hamburger SV und war der sechste Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte.
Fazit
Die über 130-jährige Geschichte von Hertha BSC ist ein Spiegelbild Berlins: geprägt von großen Ambitionen, glorreichen Erfolgen wie den Meisterschaften 1930/31 und unvergesslichen Champions-League-Nächten, aber auch von tiefen Krisen und schmerzhaften Abstiegen. Vom Stadion am Gesundbrunnen bis ins Olympiastadion, von Hanne Sobek bis Pál Dárdai hat der Verein Generationen von Fans begeistert und enttäuscht. Trotz des aktuellen Kampfes in der 2. Bundesliga bleibt die „Alte Dame“ ein fester Bestandteil der Hauptstadtidentität. Die treue Fanbasis in der Ostkurve beweist, dass die Hoffnung auf eine Rückkehr zu altem Glanz ungebrochen ist und der Verein weiter um seinen Platz im deutschen Fußball kämpft.



