Der Regisseur Wim Wenders zieht seinen Film „Falsche Bewegung“ von 1975 vorerst zurück. Hintergrund ist eine Debatte um eine Szene, in der die damals 13-jährige Nastassja Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist. Wenders bat die in Berlin geborene Schauspielerin „ohne Wenn und Aber“ um Entschuldigung. Kinski, die nach eigenen Angaben seit Jahren um die Entfernung der Szene gebeten hatte, meldete sich nun öffentlich zu Wort.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Rückzug: Wim Wenders nimmt „Falsche Bewegung“ (1975) vorerst aus Streaming, TV und Vertrieb.
- Auslöser: eine Szene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski, die seit Jahren ihre Entfernung fordert.
- Entschuldigung: Wenders bittet Kinski „ohne Wenn und Aber“ um Verzeihung und räumt ein, sie hätte besser geschützt werden müssen.
- Kinskis Reaktion: Die heute 65-Jährige meldete sich auf Instagram zu Wort und dankte Unterstützerinnen und Unterstützern.
- Folge: eine breite Debatte über Kinderschutz beim Film und den Umgang mit historischem Filmerbe.
Worum geht es bei „Falsche Bewegung“?

Im Zentrum steht der Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975, ein frühes Werk von Wim Wenders. In einer rund zweiminütigen Szene ist die damals 13-jährige Nastassja Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen. Es war ihr erster Film. Kinski, die 1961 in West-Berlin geboren wurde, bittet den Regisseur nach eigenen Angaben seit Jahren, diese Szene zu entfernen.
Öffentlich gemacht hatte die Schauspielerin das Thema kürzlich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Darin schilderte sie, dass sie schon als Kind gespürt habe, dass die Situation nicht in Ordnung war, und dass ihr erster Regisseur sie nicht geschützt habe. Damit rückte eine grundsätzliche Frage in den Fokus, die weit über einen einzelnen Film hinausreicht: Wie wurden Kinder an Filmsets der Vergangenheit behandelt?
| Überblick | Details |
|---|---|
| Film | „Falsche Bewegung“ (1975), Regie Wim Wenders |
| Betroffene | Nastassja Kinski, damals 13 (heute 65) |
| Auslöser | Kinski fordert seit Jahren die Entfernung der Szene |
| Wenders’ Schritt | Film aus Streaming, TV und Vertrieb zurückgezogen; Entschuldigung |
| Perspektive | einvernehmliche Lösung mit Kinski, breite Debatte |
| Größere Frage | Kinderschutz am Set, Umgang mit Filmerbe |
Wie hat Wim Wenders reagiert?
Wim Wenders zog den Film über die Wim-Wenders-Stiftung als Rechteinhaberin zurück. Streaming-, TV- und Vertriebspartner wurden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. In einer Mitteilung bat der 80-Jährige die Schauspielerin um Entschuldigung – nach eigenen Worten „ohne Wenn und Aber“.
Als einziger der damals Verantwortlichen, der noch lebt, erkenne er an, dass Kinski besser hätte beschützt werden müssen, erklärte Wenders. Die Gespräche der vergangenen Tage hätten seinen Blick auf die Ereignisse geschärft. Beim Deutschen Filmpreis hatte er zuvor gesagt, er würde die Szene heute nicht mehr so drehen, und eine Debatte der Deutschen Filmakademie über den Umgang mit Filmerbe angeregt. Die Stiftung kündigte an, den Film erst nach einer einvernehmlichen Lösung mit Kinski wieder freizugeben. Auch andere aktuelle Debatten in Berlin zeigen, wie sehr gesellschaftliche Werte derzeit neu verhandelt werden.
Wie reagiert Nastassja Kinski?
Nastassja Kinski meldete sich nach der Entscheidung des Regisseurs auf Instagram zu Wort; ihre Agentur bestätigte die Echtheit des Accounts. Es sei nicht leicht, aber längst fällig gewesen, diesen Moment aus ihrem ersten Film anzusprechen, schrieb sie sinngemäß. Sie dankte allen, die sich mit ihr solidarisiert hätten.
Kinski schilderte, sie sei lange geduldig geblieben und habe auf einen fairen Dialog mit ihrem Regisseur gehofft, sich aber nicht ernst genommen gefühlt. Ihr Anwalt Christian Schertz hatte zuvor kritisiert, Wenders habe ein persönliches Gespräch über die Szene seit Jahren verweigert, und juristische Schritte ins Spiel gebracht. Wenders’ Mitteilung begrüßte Schertz, nannte sie aber zugleich überfällig. Auf den Rückzug des Films ging Kinski in ihrem Beitrag nicht ein. Solche Auseinandersetzungen berühren grundsätzliche Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung.
Welche Debatte löst der Fall aus?
Der Fall hat eine Diskussion ausgelöst, die weit über „Falsche Bewegung“ von Wim Wenders hinausgeht. Es geht um den Schutz von Kindern und Jugendlichen bei Dreharbeiten – früher wie heute – und um die Frage, wie die Gesellschaft mit strittigen Werken aus dem 20. Jahrhundert umgehen soll. Wenders selbst hat diese Frage an die in Berlin ansässige Deutsche Filmakademie weitergegeben.
Für ein Berliner Publikum hat der Fall eine besondere Note: Nastassja Kinski stammt aus West-Berlin, und Wenders prägte mit Werken wie „Der Himmel über Berlin“ das Bild der Stadt im Kino. Die aktuelle Debatte zeigt, dass auch das Werk renommierter Filmschaffender neu bewertet werden kann, wenn es um den Schutz von Minderjährigen geht. Ähnliche gesellschaftliche Debatten über Werte und Verantwortung prägen derzeit viele Bereiche des öffentlichen Lebens.
Im Kern dieses Falls steht kein Streit über Kunstfreiheit, sondern der Schutz eines Kindes – und der hat Vorrang. Bemerkenswert ist, dass Wenders die Verantwortung am Ende klar übernimmt, statt sich hinter dem Zeitgeist von 1975 zu verstecken. Dass Kinski jahrelang um Gehör ringen musste, bleibt das eigentlich Bittere. Für die Filmbranche ist der Fall ein Lehrstück: Filmerbe ist nicht unantastbar, wenn Betroffene bis heute darunter leiden. Wichtig ist nun, dass eine Lösung gemeinsam mit Kinski gefunden wird – und dass der Schutz junger Darstellerinnen und Darsteller am Set selbstverständlich wird.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| ZDFheute | Rückzug des Films und Mitteilung der Wim-Wenders-Stiftung |
| Berliner Zeitung | Entschuldigung von Wenders und Hintergrund zur Szene |
| Euronews | Aussagen Kinskis aus dem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ |
Häufige Fragen zu „Falsche Bewegung“ von Wim Wenders
Warum zieht Wim Wenders „Falsche Bewegung“ zurück?
Wenders zieht den Film zurück, weil darin die damals 13-jährige Nastassja Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist. Die Schauspielerin hatte sich seit Jahren für eine Entfernung der Szene eingesetzt und das Thema öffentlich gemacht.
Was hat Wim Wenders zu der Szene gesagt?
Wenders bat Kinski „ohne Wenn und Aber“ um Entschuldigung und erklärte, sie hätte damals besser geschützt werden müssen. Beim Deutschen Filmpreis sagte er, er würde die Szene heute nicht mehr so drehen.
Wie hat Nastassja Kinski reagiert?
Kinski meldete sich auf Instagram zu Wort und dankte allen, die sie unterstützt hätten. Sie schilderte, lange geduldig geblieben zu sein, sich aber von ihrem damaligen Regisseur nicht ernst genommen gefühlt zu haben.
Ist der Film noch verfügbar?
Vorerst nicht. Die Wim-Wenders-Stiftung wies Streaming-, TV- und Vertriebspartner an, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Eine Wiederfreigabe soll es erst nach einer einvernehmlichen Lösung mit Kinski geben.
Welche Debatte hat der Fall ausgelöst?
Der Fall hat eine Diskussion über den Schutz von Kindern bei Dreharbeiten und über den Umgang mit strittigem Filmerbe angestoßen. Wenders regte dazu eine Debatte der Deutschen Filmakademie an.
Unsere Einordnung
Dieser Fall ist mehr als eine Promi-Schlagzeile: Er stellt die Frage, wie ernst eine Branche den Schutz von Kindern nimmt – damals und heute. Dass eine Betroffene jahrelang gegen Widerstände ankämpfen muss, bis ihr Anliegen gehört wird, ist ein Befund, der nachdenklich macht. Wenders’ späte, aber klare Übernahme von Verantwortung ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend wird sein, ob aus dem Einzelfall verbindliche Standards werden – und ob das Filmerbe so aufgearbeitet wird, dass der Schutz realer Menschen über dem Werk steht.
– Ariane Nagel, Redakteurin Kultur, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.





