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Pankow · Wohnen

Breite Straße Pankow: Baurecht für Läden und 69 Wohnungen

Der Bebauungsplan 3-35 ist rechtskräftig: Auf dem Gelände der 2012 abgerissenen Kaufhalle an der Breite Straße in Pankow dürfen Läden entstehen, an der Schulstraße rund 69 Wohnungen.

Hannes Nagel Veröffentlicht
Brache im Geltungsbereich für den Bebauungsplan Breite Straße Pankow hinter einem Bauzaun.
Seit dem Abriss der Kaufhalle liegt das Areal brach, nun schafft der Bezirk Baurecht für Wohnungen und Läden. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (6 Abschnitte)
  1. Was erlaubt der Bebauungsplan «Breite Straße»?
  2. Warum hat das Verfahren 15 Jahre gedauert?
  3. Was bedeutet das für Anwohner und Kunden am Pankower Anger?
  4. Was die Pressemitteilung offenlässt
  5. Wie geht es weiter?
  6. Quellen

Der Bebauungsplan 3-35 «Breite Straße» in Pankow ist seit dem 1. Oktober 2026 rechtskräftig. Auf dem Gelände der 2012 abgerissenen Kaufhalle am Pankower Anger sind damit Läden möglich, an der Schulstraße 5–7 rund 69 Wohnungen. Der Weg zwischen Breite Straße und Schulstraße sowie ein Teil des Bleichröderparks bleiben dauerhaft öffentlich.

Fast 15 Jahre nach dem Start des Verfahrens hat Pankow Baurecht für die letzte große Lücke an der Südseite der Breite Straße. Der Bebauungsplan 3-35 ist nach dem Beschluss des Bezirksamts und der Kenntnisnahme durch die Bezirksverordnetenversammlung am rechtskräftig geworden, wie das Bezirksamt Pankow mitteilte. Er erlaubt kleinteiligen Einzelhandel an der Breite Straße und Wohnungen an der Schulstraße. Seit dem Abriss der Kaufhalle 2012 liegt das Grundstück im Zentrum von Alt-Pankow brach.

Was erlaubt der Bebauungsplan «Breite Straße»?

Der Bebauungsplan 3-35 teilt das Gelände zwischen Breite Straße, Schulstraße und Bleichröderpark in zwei Nutzungen: An der Breite Straße, auf den Grundstücken der früheren Kaufhalle, setzt er ein Kerngebiet nach Baunutzungsverordnung fest, also Läden, Gastronomie und Dienstleistungen in kleinteiliger Form. An der Schulstraße 5–7 entsteht ein allgemeines Wohngebiet mit vorwiegender Wohnnutzung, laut Bezirksamt für den Neubau von rund 69 Wohnungen.

Bebauungsplan 3-35 «Breite Straße» im Überblick (Quelle: Bezirksamt Pankow, Stand 1. Oktober 2026)
Bereich Festsetzung Was das bedeutet
Breite Straße 35/35A (frühere Kaufhalle) Kerngebiet kleinteiliger Einzelhandel, kein großflächiges Einkaufszentrum
Schulstraße 5–7 allgemeines Wohngebiet Neubau von rund 69 Wohnungen möglich
Durchgang Breite Straße – Schulstraße Fuß- und Radweg bestehende Verbindung dauerhaft gesichert
Teilfläche Bleichröderpark öffentliche Parkanlage Grünfläche bleibt öffentlich

Nach dem Planungsstand der öffentlichen Beteiligung Ende 2025 umfasst das Areal rund 1,4 Hektar. Damals waren drei Gebäudeteile um einen inneren Platz vorgesehen, rund 7.270 Quadratmeter Wohnfläche, Büros und eine Tiefgarage mit etwa 120 Stellplätzen nur für Bewohner und Gewerbe; das Bestandsgebäude Schulstraße 6 sollte einbezogen werden. Diese Details stammen aus der Berichterstattung von Entwicklungsstadt zur Beteiligung; ob der Investor sie genau so umsetzt, entscheidet sich erst im Bauantrag.

Warum hat das Verfahren 15 Jahre gedauert?

Das Verfahren für den Bebauungsplan 3-35 begann im November 2011 und wurde unterwegs grundlegend umgeplant. Ursprünglich waren großflächige Einzelhandelsflächen vorgesehen – also eher ein Einkaufsmarkt in alter Größe. Nach der ersten Beteiligung der Öffentlichkeit 2012 gab der Bezirk dieses Ziel auf. Deshalb musste die frühzeitige Beteiligung 2021 wiederholt werden. Die förmliche öffentliche Auslegung lief vom 24. November bis 30. Dezember 2025 (Bezirksamt Pankow, November 2025); die Stellungnahmen sind nach Angaben des Bezirks in die finale Fassung eingeflossen.

Hintergrund ist das frühere Sanierungsgebiet «Wollankstraße», in dem das Grundstück liegt. Es wurde im April 2011 aufgehoben, weil die meisten Ziele erreicht waren. Eines blieb offen: das Pankower Zentrum als Handels- und Dienstleistungsschwerpunkt zu stärken. Der Bebauungsplan soll diese Lücke schließen.

Was bedeutet das für Anwohner und Kunden am Pankower Anger?

Für Anwohner und Kunden in Alt-Pankow bringt der Bebauungsplan vor allem zwei Dinge: Auf der bisher leeren Südseite der Breite Straße dürfen Geschäfte entstehen, und der Weg durch das Quartier zum Bleichröderpark bleibt offen. Bezirksstadtrat Cornelius Bechtler (Grüne), zuständig für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, spricht von einem «wichtigen Lückenschluss», der den Einzelhandel im Hauptzentrum stärke und dringend benötigte Wohnungen schaffe.

Was die Pressemitteilung offenlässt

  • Einen Baustart nennt das Bezirksamt nicht. Ein Bebauungsplan schafft nur Baurecht – gebaut wird erst nach einem genehmigten Bauantrag des Eigentümers.
  • Ob unter den rund 69 Wohnungen mietpreisgebundene oder geförderte Wohnungen sind, steht nicht in der Mitteilung.
  • 69 Wohnungen sind für Pankow ein kleiner Baustein. Zum Vergleich: Für den Blankenburger Süden plant der Senat rund 3.500 Wohnungen, für die Elisabeth-Aue bis zu 5.000.

Wie geht es weiter?

Mit der Rechtskraft am 1. Oktober 2026 kann der Eigentümer Bauanträge auf Grundlage des Bebauungsplans stellen. Die Planunterlagen des Verfahrens 3-35 liegen auf der Beteiligungsplattform DiPlanung. Weitere Nachrichten aus dem Bezirk findest du unter Pankow.

Quellen

Hannes Nagel

Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …

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