Umfragen zur Berlin-Wahl 2026: Alle Werte und wie gut sie lagen
Inhalt (9 Abschnitte)
- Wie hat Berlin am 20. September 2026 gewählt?
- Wie gut lagen die Umfragen vor der Berlin-Wahl?
- BerlinEcho-Auswertung: Letzte Umfrage je Institut gegen das Ergebnis
- Warum lag die Linke in den Umfragen so weit unter dem Ergebnis?
- Was bedeuten die Zahlen für Mehrheiten im Abgeordnetenhaus?
- Alle Umfragen zur Berlin-Wahl 2026 im Verlauf
- Gibt es schon neue Umfragen nach der Wahl?
- Häufige Fragen zu den Umfragen zur Berlin-Wahl 2026
- Quellen
Die letzten Umfragen vor der Berlin-Wahl am 20. September 2026 sahen die Linke bei 21 bis 22 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent. Im vorläufigen Ergebnis holte die Linke 25,7 Prozent, die CDU 18,8. Alle vier Institute mit September-Umfragen unterschätzten die Linke um 3,7 bis 4,7 Prozentpunkte und überschätzten CDU und AfD.
Aktualisiert am : Die Wahl ist vorbei. Neu sind das vorläufige Ergebnis, der Vergleich der jeweils letzten Umfrage jedes Instituts mit dem Ergebnis und der vollständige Umfrageverlauf seit Juni. Abschnitte aus der Zeit vor der Wahl, die sich überholt haben, und eine Werbebox sind entfallen.
Wer vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus nach Umfragen gesucht hat, sah ein enges Rennen: Linke und CDU wechselten sich im August und September an der Spitze ab, meist trennten sie nur ein oder zwei Punkte. Das Ergebnis war deutlich klarer. Die Linke gewann mit 6,9 Punkten Vorsprung vor der CDU, die AfD wurde mit 16,3 Prozent Dritte. Diese Seite hält fest, was die Institute gemessen haben, wie weit sie danebenlagen und was daraus für künftige Berlin-Umfragen folgt. Die Werte stammen aus der Umfrage-Übersicht von wahlrecht.de (Stand: 30.09.2026) und für Civey von dawum.de.
Wie hat Berlin am 20. September 2026 gewählt?
Die Linke ist mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen erstmals stärkste Kraft im Berliner Abgeordnetenhaus, 13,5 Punkte mehr als 2023. Die CDU fiel von 28,2 auf 18,8 Prozent. Die Zahlen sind das vorläufige Ergebnis des Landeswahlleiters, das die Bundeszentrale für politische Bildung am 22. September 2026 zusammengefasst hat. Das amtliche Endergebnis stellt der Landeswahlausschuss fest.
| Partei | Ergebnis 2026 | Wahl 2023 | Veränderung | Sitze |
|---|---|---|---|---|
| Die Linke | 25,7 % | 12,2 % | +13,5 | 47 |
| CDU | 18,8 % | 28,2 % | −9,4 | 34 |
| AfD | 16,3 % | 9,1 % | +7,2 | 29 |
| Grüne | 14,3 % | 18,4 % | −4,1 | 26 |
| SPD | 12,1 % | 18,4 % | −6,3 | 22 |
| BSW | 4,7 % | nicht angetreten | – | 0 |
| FDP | 2,5 % | 4,6 % | −2,1 | 0 |
Das neue Abgeordnetenhaus hat 158 Sitze, für eine Mehrheit sind 80 nötig. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent, deutlich höher als 2023. Wie die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen gewählt wurden, steht in unserer Übersicht zu den BVV-Ergebnissen aller Bezirke.
Wie gut lagen die Umfragen vor der Berlin-Wahl?
Die Umfragen lagen bei der Reihenfolge richtig, beim Abstand aber klar daneben: Jedes Institut sah die Linke vorn, aber nur ein bis zwei Punkte vor der CDU. Tatsächlich waren es 6,9 Punkte. Der größte Fehler betrifft die Linke, die in allen letzten Erhebungen um 3,7 bis 4,7 Punkte zu niedrig lag. CDU (plus 1,2) und AfD (plus 1,7) wurden überall zu hoch eingeschätzt, die SPD traf jedes Institut fast punktgenau.
BerlinEcho-Auswertung: Letzte Umfrage je Institut gegen das Ergebnis
| Institut (veröffentlicht) | Linke | CDU | AfD | Grüne | SPD | BSW | Ø Abweichung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Forschungsgruppe Wahlen (17.09.) | 22 (−3,7) | 20 (+1,2) | 18 (+1,7) | 15 (+0,7) | 12 (−0,1) | 4 (−0,7) | 1,35 |
| INSA (18.09.) | 21 (−4,7) | 20 (+1,2) | 18 (+1,7) | 15 (+0,7) | 12 (−0,1) | 5 (+0,3) | 1,45 |
| Civey (17.09.) | 21 (−4,7) | 20 (+1,2) | 18 (+1,7) | 16 (+1,7) | 12 (−0,1) | 4 (−0,7) | 1,68 |
| Infratest dimap (10.09.) | 21 (−4,7) | 20 (+1,2) | 18 (+1,7) | 16 (+1,7) | 12 (−0,1) | 4 (−0,7) | 1,68 |
| Ergebnis 20.09.2026 | 25,7 | 18,8 | 16,3 | 14,3 | 12,1 | 4,7 | – |
Methodik: Für jedes Institut, das im September 2026 eine Berlin-Umfrage veröffentlicht hat, haben wir die letzte Erhebung vor dem Wahltag genommen und jeden Parteiwert vom vorläufigen Zweitstimmenergebnis abgezogen. Die Durchschnittsabweichung ist der Mittelwert der absoluten Abweichungen über die sechs Parteien in der Tabelle. Forsa ist nicht enthalten, weil die letzte Forsa-Umfrage vom 22. August stammt. Quellen: wahlrecht.de, dawum.de (Civey), Stand 30.09.2026.
Nach einer Auswertung von BerlinEcho haben alle vier Institute mit September-Umfragen die Linke bei der Berlin-Wahl 2026 um 3,7 bis 4,7 Prozentpunkte unterschätzt. Übernahme mit Quellenangabe und Link ist erwünscht.
Warum lag die Linke in den Umfragen so weit unter dem Ergebnis?
Ein Teil der Linken-Stimmen kam von Menschen, die 2023 gar nicht gewählt hatten, und genau diese Gruppe ist für Umfrageinstitute schwer zu erfassen. Laut der Wahlanalyse von ZDFheute hatte rund ein Drittel der Linken-Wählerinnen und -Wähler 2023 nicht gewählt, darunter Erstwählende. Seit 2026 dürfen in Berlin auch 16- und 17-Jährige das Abgeordnetenhaus wählen. Die Institute gewichten ihre Rohdaten nach früherem Wahlverhalten; wer vorher nicht gewählt hat oder zum ersten Mal wählt, passt schlecht in dieses Raster.
Hinzu kommt die deutlich höhere Beteiligung: 74,2 Prozent statt 62,9 Prozent im Jahr 2023. Eine Mobilisierung dieser Größe verändert die Zusammensetzung der Wählerschaft stärker, als es Umfragen mit 1.000 bis 1.600 Befragten abbilden können. Die angegebene Fehlertoleranz von rund drei Punkten gilt für jede Partei einzeln; ein Fehler von 4,7 Punkten liegt darüber.
Was bedeuten die Zahlen für Mehrheiten im Abgeordnetenhaus?
Linke, Grüne und SPD kommen zusammen auf 52,1 Prozent der Zweitstimmen, aber auf 95 von 158 Sitzen, also gut 60 Prozent. Der Grund ist die Fünfprozenthürde: BSW, FDP und alle kleineren Parteien blieben darunter, zusammen rund 12,8 Prozent der Stimmen fallen bei der Sitzverteilung weg. Vor der Wahl hatten wir auf dieser Seite beschrieben, dass ein Bündnis mit etwa 44 Prozent der Stimmen deshalb schon eine Mehrheit haben kann. Genau so ist es gekommen.
Ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD hätte 82 Sitze und damit ebenfalls eine Mehrheit. Die Linke hat Grüne und SPD zu Sondierungen eingeladen; den aktuellen Stand, alle rechnerischen Mehrheiten und die Termine sammeln wir unter Koalition Berlin 2026 und im Liveticker zur Berlin-Wahl.
Alle Umfragen zur Berlin-Wahl 2026 im Verlauf
Zwischen Ende Juni und dem Wahltag haben fünf Institute Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl veröffentlicht. Die Tabelle zeigt, wie eng das Rennen in den Umfragen aussah: Die Linke lag zwischen 19 und 23 Prozent, die CDU zwischen 17 und 21.
| Institut, veröffentlicht | Linke | CDU | AfD | Grüne | SPD | BSW | Befragte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| INSA, 18.09. | 21 | 20 | 18 | 15 | 12 | 5 | 1.000 |
| Forschungsgruppe Wahlen, 17.09. | 22 | 20 | 18 | 15 | 12 | 4 | 1.611 |
| Civey, 17.09. | 21 | 20 | 18 | 16 | 12 | 4 | – |
| INSA, 14.09. | 20 | 20 | 18 | 16 | 12 | 5 | 1.000 |
| Civey, 14.09. | 19 | 20 | 18 | 16 | 13 | 4 | – |
| Forschungsgruppe Wahlen, 11.09. | 23 | 21 | 17 | 16 | 10 | 3 | 1.100 |
| Infratest dimap, 10.09. | 21 | 20 | 18 | 16 | 12 | 4 | 1.527 |
| INSA, 04.09. | 19 | 20 | 18 | 15 | 15 | 3 | 1.000 |
| Infratest dimap, 02.09. | 19 | 21 | 18 | 18 | 11 | 4 | 1.279 |
| Civey, 31.08. | 20 | 19 | 18 | 15 | 13 | 4 | – |
| Forsa, 22.08. | 22 | 18 | 18 | 16 | 12 | 4 | 1.535 |
| INSA, 14.08. | 19 | 20 | 17 | 16 | 15 | 3 | – |
| Civey, 05.08. | 21 | 19 | 18 | 17 | 12 | 3 | – |
| Infratest dimap, Anfang Juli (Befragung 25.–29.06.) | 20 | 17 | 18 | 19 | 13 | 3 | 1.165 |
| Ergebnis 20.09.2026 | 25,7 | 18,8 | 16,3 | 14,3 | 12,1 | 4,7 | – |
Die Zahl der Befragten steht nur dort, wo das Institut sie veröffentlicht hat; bei Civey handelt es sich um Online-Befragungen mit eigener Gewichtung. Auftraggeber waren unter anderem der rbb (Infratest dimap), der Tagesspiegel (Civey) und t-online (Forsa).
Gibt es schon neue Umfragen nach der Wahl?
Stand 30. September 2026 ist in den Übersichten von wahlrecht.de und dawum.de keine neue Sonntagsfrage zum Berliner Abgeordnetenhaus veröffentlicht. Sobald eine neue Berlin-Umfrage erscheint, tragen wir sie hier mit Institut, Zeitraum und Zahl der Befragten ein. Die nächste reguläre Abgeordnetenhauswahl steht bei einer Wahlperiode von fünf Jahren im Jahr 2031 an.
Häufige Fragen zu den Umfragen zur Berlin-Wahl 2026
Wer hat die Berlin-Wahl 2026 gewonnen?
Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen gewonnen, laut vorläufigem Ergebnis. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3), Grüne (14,3) und SPD (12,1). BSW und FDP scheiterten an der Fünfprozenthürde. Die Linke stellt 47 der 158 Abgeordneten und ist damit erstmals stärkste Fraktion in Berlin.
Wie genau waren die Umfragen zur Berlin-Wahl?
Die Umfragen haben den Sieger richtig vorhergesagt, den Abstand aber stark unterschätzt. Die letzten Umfragen sahen die Linke ein bis zwei Punkte vor der CDU, tatsächlich waren es 6,9 Punkte. Die Linke lag in allen letzten Erhebungen 3,7 bis 4,7 Punkte zu niedrig. Am nächsten kam die Forschungsgruppe Wahlen mit einer durchschnittlichen Abweichung von 1,35 Punkten über sechs Parteien.
Welche Koalition hat im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit?
Zwei Dreierbündnisse haben eine Mehrheit: Linke, Grüne und SPD kämen auf 95 von 158 Sitzen, CDU, Grüne und SPD auf 82. Nötig sind 80 Sitze. Schwarz-Rot aus CDU und SPD hat mit 56 Sitzen keine Mehrheit mehr. Eine Zusammenarbeit mit der AfD haben alle anderen Parteien ausgeschlossen.
Warum weichen Umfragen verschiedener Institute voneinander ab?
Institute befragen unterschiedlich viele Menschen, per Telefon oder online, in verschiedenen Zeiträumen und gewichten die Antworten nach eigenen Modellen. Bei 1.000 bis 1.600 Befragten liegt die statistische Fehlertoleranz bei etwa zwei bis drei Punkten pro Partei. Unterschiede von zwei Punkten zwischen zwei Instituten sind deshalb normal und sagen wenig über eine echte Verschiebung aus.
Quellen
- wahlrecht.de: Sonntagsfrage Berlin, alle Umfragen (abgerufen am 30.09.2026)
- wahlrecht.de: Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026, Ergebnis und Sitze (abgerufen am 30.09.2026)
- dawum.de: Umfragen Berlin, inklusive Civey (abgerufen am 30.09.2026)
- Bundeszentrale für politische Bildung: Wahl zum Abgeordnetenhaus Berlin 2026 (Stand 22.09.2026)
- ZDFheute: Alle Grafiken zur Wahl in Berlin (21.09.2026)
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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