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Hüttenweg

Von der Dahlemer Villenstraße über die frühere US-Siedlung bis zum Jagdschloss Grunewald: Verlauf, Baudenkmale und Anbindung des Hüttenwegs.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft der Hüttenweg?
  2. Woher hat der Hüttenweg seinen Namen?
  3. Welche Baudenkmale stehen am Hüttenweg?
  4. Was erinnert am Hüttenweg an die US-Armee?
  5. Welche Rolle spielt der Hüttenweg für den Autoverkehr?
  6. Wie kommst du mit Bus und Bahn zum Hüttenweg?
  7. Häufige Fragen zum Hüttenweg
  8. Quellen

Der Hüttenweg führt von der Villengegend in Dahlem über die Clayallee und durch den Grunewald bis zur Anschlussstelle Hüttenweg der A 115. Er berührt die Bezirke Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf und hat die Postleitzahlen 14195 und 14193. An ihm liegen der Waldfriedhof Dahlem, das Forsthaus Paulsborn und das Jagdschloss Grunewald von 1542.

Der Hüttenweg ist drei Straßen in einer. Im Osten eine stille Dahlemer Villenstraße mit Häusern aus den 1920er- und 1930er-Jahren. In der Mitte, rund um die Clayallee, das frühere Wohngebiet der US-Armee mit Kapelle, Schulen und Waldfriedhof. Im Westen eine Waldstraße, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Avus ausgebaut wurde und heute vor allem Autoverkehr zur A 115 bringt. Hier liest du, wo der Hüttenweg verläuft, welche Baudenkmale an ihm stehen, was an die Amerikaner erinnert und wie du ohne Auto hinkommst. Die Angaben stammen aus der Denkmaldatenbank des Landes, vom Bezirksamt, der Schlösserstiftung und dem Bundesverkehrswegeplan.

Wo verläuft der Hüttenweg?

Der Hüttenweg verläuft von Dahlem nach Westen durch den Grunewald bis zur A 115. Am östlichen Ende liegt das Eckgrundstück Hüttenweg 7 an der Gelfertstraße (Denkmaldatenbank). Nach Westen kreuzt die Straße die Clayallee, passiert den Waldfriedhof Dahlem und führt dann als Waldstraße weiter. Diesen Teil hat man nach Angaben der Denkmaldatenbank erst nach dem Zweiten Weltkrieg «durch den Grunewald bis zur Avus» ausgebaut.

Im Wald liegen zwei der bekanntesten Adressen der Straße: das Forsthaus Paulsborn am Südufer des Grunewaldsees (Hüttenweg 90) und das Jagdschloss Grunewald (Hüttenweg 100). Die Straße berührt damit zwei Bezirke: Steglitz-Zehlendorf mit dem Ortsteil Dahlem und Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Ortsteil Grunewald. Entsprechend gilt im Dahlemer Teil die Postleitzahl 14195, im Grunewald die 14193.

Woher hat der Hüttenweg seinen Namen?

Der Name des Hüttenwegs geht auf eine Hütte zurück, welche genau, ist nicht abschließend belegt. Die Berliner Straßenlisten nennen eine früher hier gelegene Bienenhütte und als Benennungsdatum den 24. Oktober 1922. Der Eintrag in Kauperts Straßenführer war am 29. September 2026 nicht abrufbar, eine amtliche Bestätigung steht deshalb aus. Die im Netz verbreitete Erklärung, der Weg habe zu einer um 1680 gegründeten Glashütte am Wannsee geführt, ließ sich in keiner Quelle belegen. Auch eine Benennung «vor 1893» ist nicht nachweisbar.

Sicher ist: Der Straßenzug ist in Etappen entstanden. Die Häuser Nr. 7 und Nr. 9 am Dahlemer Ende stammen aus den Jahren 1922 bis 1931, der Waldabschnitt bis zur Avus kam erst nach 1945 dazu.

Welche Baudenkmale stehen am Hüttenweg?

Die Denkmaldatenbank des Landes Berlin führt am Hüttenweg mehrere Einträge – von der Villa der Inflationszeit bis zum Forsthaus am See. Das Haus Landefeld (Nr. 7) entwarf Edmund Meurin 1922–23, seit einem Umbau 1957 gehört es zur Freien Universität. Das Haus Isay (Nr. 9) ließ sich der Wirtschaftsanwalt Rudolf Isay 1930–31 von Fritz August Breuhaus de Groot bauen, einem Architekten, der für mondäne Villen bekannt war (Denkmaldatenbank). Die beiden identischen Dienstwohnhäuser Nr. 21 und 25 entwarf 1935–37 Ernst Sagebiel für höhere Offiziere der Luftwaffe, derselbe Architekt, der damals das Reichsluftfahrtministerium an der Wilhelmstraße baute (Denkmaldatenbank).

Baudenkmale am Hüttenweg (Quellen: Denkmaldatenbank Berlin, SPSG, abgerufen am 29.09.2026)
Hausnummer Bau Datierung Entwurf
7 Haus Landefeld 1922–1923 Edmund Meurin
9 Haus Isay 1930–1931 Fritz August Breuhaus de Groot
15 Haus Scheuermann 1930 Otto von Estorff, Gerhard Winkler
21, 25 Dienstwohnhäuser für Luftwaffenoffiziere 1935–1937 Ernst Sagebiel
46 United States Army Chapel 1957 Carl Mertz
47 Feierhalle Waldfriedhof Dahlem 1931–1932 Heinrich Schweitzer
90 Forsthaus Paulsborn 1905–1906 Friedrich Wilhelm Göhre
100 Jagdschloss Grunewald ab 1542 Kurfürst Joachim II. (Bauherr)

Der Waldfriedhof Dahlem an der Adresse Hüttenweg 47 wurde 1931 bis 1933 angelegt und ist seit 1997 Garten- und Baudenkmal. Das Bezirksamt nennt ihn den am stärksten durchgrünten Friedhof Berlins. Weitere Friedhöfe im Bezirk findest du in unserer Übersicht für Steglitz-Zehlendorf. Das Forsthaus Paulsborn hat eine lange Vorgeschichte: 1802 kaufte der Jagdzeugwärter Johann Paul das Grundstück und eröffnete ein Wirtshaus für den Verkehr nach Potsdam und Teltow, 1905 wurde der Altbau durch das heutige Restaurantgebäude ersetzt (Denkmaldatenbank). Im Jagdschloss Grunewald zeigt die Schlösserstiftung laut SPSG die größte Cranach-Sammlung Berlins.

Was erinnert am Hüttenweg an die US-Armee?

Der mittlere Hüttenweg war im Kalten Krieg Teil des amerikanischen Wohngebiets in Dahlem. Laut Denkmaldatenbank siedelten sich entlang des Hüttenwegs Versorgungsbauten der US-Siedlung an, darunter ein Schulkomplex und gegenüber dem Friedhofseingang die United States Army Chapel (Nr. 46). Die 1957 geweihte Kirche war als Simultankirche für evangelische, katholische und jüdische Gottesdienste geplant, ihr frei stehender Glockenturm ist 35 Meter hoch.

Die Wohnsiedlung westlich der Clayallee mit fast 1.100 Wohnungen entstand in den 1950er-Jahren. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung von 2011 kaufte ein Unternehmen des Investors George Soros sie 2005 vom Bund und sanierte sie, seitdem heißt sie offiziell Parkviertel Dahlem. Jahrzehntelang fand am Hüttenweg das Deutsch-Amerikanische Volksfest statt. Der Tagesspiegel meldete 2009 die 49. Ausgabe am Dahlemer Hüttenweg, 2011 musste das Fest nach Angaben der Berliner Zeitung wegen Bauplänen auf dem Gelände erstmals wegziehen.

Ein paar Hundert Meter weiter steht an der Clayallee 135 das frühere Kino Outpost, 1953 von Arnold Blauvelt für die US-Armee gebaut und mit über 900 Plätzen ausschließlich für Militärangehörige gedacht. Seit 1994 nutzt das AlliiertenMuseum Gelände und Gebäude (Landesdenkmalamt). Es gehört zu den Berliner Museen, die du ohne Eintritt besuchen kannst, siehe unsere Liste kostenlose Museen in Berlin.

Welche Rolle spielt der Hüttenweg für den Autoverkehr?

Der Hüttenweg ist im Westen vor allem Zubringer zur A 115, deren Anschlussstelle seinen Namen trägt. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 führt den 7,1 Kilometer langen Abschnitt vom Autobahnkreuz Zehlendorf bis zur Anschlussstelle Hüttenweg als Projekt für einen Ausbau auf sechs Fahrstreifen. Für 2030 rechnet das Projektblatt mit 87.000 Fahrzeugen pro Tag ohne und 90.000 mit Ausbau. Eingestuft ist das Vorhaben als Weiterer Bedarf mit Planungsrecht, die Ausbaukosten sind mit 31,3 Millionen Euro angesetzt (Preisstand 2014).

Wie kommst du mit Bus und Bahn zum Hüttenweg?

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du nur den Dahlemer Teil des Hüttenwegs gut. Nach der VBB-Fahrplanauskunft halten an der Haltestelle Hüttenweg an der Clayallee die Buslinien 115 und N10, an der Haltestelle Waldfriedhof Dahlem die Linie 285. Stand der Abfrage ist der 29. September 2026. Einen U-Bahnhof hat der Hüttenweg nicht, und auch der U-Bahnhof Onkel Toms Hütte liegt nicht an ihm. Für den Waldabschnitt zwischen Waldfriedhof und Autobahn weist die Auskunft keine Haltestelle in der Nähe aus – zum Jagdschloss und zum Forsthaus Paulsborn läufst oder radelst du durch den Wald.

Häufige Fragen zum Hüttenweg

Welche Postleitzahl hat der Hüttenweg?

Der Hüttenweg hat zwei Postleitzahlen. Der Dahlemer Abschnitt gehört zur 14195, etwa der Waldfriedhof Dahlem mit der Adresse Hüttenweg 47, 14195 Berlin. Der Abschnitt im Grunewald gehört zur 14193, so lautet die Anschrift des Jagdschlosses Grunewald: Hüttenweg 100, 14193 Berlin.

Welche Autobahn erreicht man über den Hüttenweg?

Über den Hüttenweg erreichst du die A 115, die frühere AVUS. Die Anschlussstelle trägt den Namen Hüttenweg. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der 7,1 Kilometer lange Abschnitt vom Autobahnkreuz Zehlendorf bis zur Anschlussstelle Hüttenweg für einen Ausbau auf sechs Fahrstreifen eingestuft, als Weiterer Bedarf mit Planungsrecht.

Liegt der U-Bahnhof Onkel Toms Hütte am Hüttenweg?

Nein. Der U-Bahnhof Onkel Toms Hütte liegt nicht am Hüttenweg, auch wenn der Name das nahelegt. Am Hüttenweg selbst gibt es keinen U-Bahnhof. Nach der Fahrplanauskunft des VBB halten an der Haltestelle Hüttenweg an der Clayallee die Buslinien 115 und N10, am Waldfriedhof Dahlem die Linie 285.

Woher hat der Hüttenweg seinen Namen?

Die Herkunft ist nicht abschließend belegt. Die Straßenlisten führen den Namen auf eine früher hier gelegene Bienenhütte zurück und nennen den 24. Oktober 1922 als Benennungsdatum. Eine im Netz verbreitete Erklärung über einen Weg zu einer Glashütte am Wannsee ließ sich nicht belegen.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Königliche Glashütte zu Schwanenwerder
Ort / Geografie
Benennung
vor 1893

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web
  3. Hüttenweg im Berliner Straßenlexikon des Kaupert Verlags · Web
  4. Geschichte des Ortsteils Berlin-Zehlendorf · Web
  5. Informationen zum U-Bahnhof Hüttenweg · Web
  6. Brücke-Museum Berlin · Web
  7. Hüttenweg (Berlin) in der deutschen Wikipedia · Web
  8. Straßenverzeichnis Steglitz-Zehlendorf · Web
  9. FIS-Broker - Geoportal Berlin · Web
  10. Ortsteil Zehlendorf auf berlin.de · Web
  11. Geschichte des Ortsteils Dahlem · Web