Fahrradstellplätze in Friedrichshain-Kreuzberg: 672 neue an Bahnhöfen
Inhalt (7 Abschnitte)
In Friedrichshain-Kreuzberg entstehen ab dem 4. November 2026 insgesamt 672 neue Fahrradstellplätze an zwölf S- und U-Bahnhöfen. 120 davon sind gesicherte Plätze in Fahrradgaragen am Moritzplatz und an der Warschauer Straße, 552 sind Anlehnbügel. Bis Anfang 2027 sollen alle Anlagen fertig sein; in den Garagen bleiben die ersten 24 Stunden kostenlos.
Wer in Kreuzberg oder Friedrichshain mit dem Rad zur U-Bahn fährt, kennt das Bild: volle Bügel, Räder an Laternen und Geländern. Am haben die Bauarbeiten für 672 neue Fahrradstellplätze an zwölf Bahnhöfen im Bezirk begonnen. Das teilt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg in seiner Pressemitteilung Nr. 343 mit. Gebaut werden 120 gesicherte Plätze in zwei Fahrradgaragen und 552 Plätze an offenen Anlehnbügeln. Den Anfang machen Anhalter Bahnhof, Gleisdreieck, Gneisenaustraße, Kochstraße und Möckernbrücke. Fertig sein soll alles bis Anfang 2027.
Umgesetzt wird das Projekt von der infraVelo, einer Tochter der landeseigenen Grün Berlin GmbH, zusammen mit dem Bezirksamt und der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Bezahlt wird aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA).
An welchen Bahnhöfen entstehen die neuen Stellplätze?
Die 672 neuen Fahrradstellplätze in Friedrichshain-Kreuzberg verteilen sich auf zwölf S- und U-Bahnhöfe, die meisten davon in Kreuzberg. Den größten Zuwachs bekommt der U-Bahnhof Kochstraße an der U6 mit 118 Bügel-Plätzen. Gesicherte Fahrradgaragen gibt es nur an zwei Stationen: 80 Plätze an der Warschauer Straße und 40 am Moritzplatz, wo zusätzlich 76 Anlehnbügel aufgestellt werden.
| Bahnhof | Linien | Stellplätze | Art |
|---|---|---|---|
| Kochstraße | U6 | 118 | Anlehnbügel |
| Weberwiese | U5 | 96 | Anlehnbügel |
| Südstern | U7 | 86 | Anlehnbügel |
| Warschauer Straße | S-Bahn, U1, U3 | 80 | gesichert (Fahrradgarage) |
| Moritzplatz | U8 | 40 + 76 | gesichert + Anlehnbügel |
| Möckernbrücke | U1, U3, U7 | 64 | Anlehnbügel |
| Gleisdreieck | U1, U2, U3 | 32 | Anlehnbügel |
| Hermannplatz | U7, U8 | 24 | Anlehnbügel |
| Anhalter Bahnhof | S-Bahn | 16 | Anlehnbügel |
| Görlitzer Bahnhof | U1, U3 | 16 | Anlehnbügel |
| Gneisenaustraße | U7 | 12 | Anlehnbügel |
| Schönleinstraße | U8 | 12 | Anlehnbügel |
| Summe | 672 | 120 gesichert, 552 Bügel |
Der Hermannplatz liegt direkt an der Grenze zu Neukölln, zählt in der Liste des Bezirks aber mit. Auffällig ist, wer fehlt: Für das Kottbusser Tor, das Hallesche Tor oder den Bahnhof Ostkreuz nennt die Mitteilung keine neuen Plätze.
Wie funktionieren die gesicherten Fahrradgaragen?
Die gesicherten Fahrradgaragen am Moritzplatz und an der Warschauer Straße laufen über ParkYourBike, ein Buchungs-, Zugangs- und Abrechnungssystem, das infraVelo selbst entwickelt hat. Wer dort parken will, registriert sich einmal kostenlos und öffnet die Anlage dann digital. Das Rad steht abgeschlossen und überdacht statt offen am Bügel – ein echter Unterschied für teure Räder und E-Bikes.
Die Preise sind laut Bezirksamt so gestaltet, dass Pendler nichts zahlen: Im Flex-Tarif sind die ersten 24 Stunden frei, jede weitere 24-Stunden-Spanne kostet 0,70 Euro. Für Dauerparker gibt es die Monatskarte für 7 Euro und die Jahreskarte für 70 Euro. Wer morgens kommt und abends wieder abholt, parkt also gratis.
Ganz neu ist das System nicht. In Berlin gibt es nach Angaben von infraVelo bereits mehr als 300 gesicherte Stellplätze an acht S- und U-Bahnhöfen, in Brandenburg mehr als 1.400 an elf Standorten. Wie so eine Anlage im Alltag aussieht, haben wir am Beispiel der Fahrradabstellanlage am S-Bahnhof Lichterfelde Süd beschrieben, die die Senatsverwaltung 2025 eröffnet hat.
Was die Zahlen bedeuten
- Der Schwerpunkt liegt klar auf offenen Bügeln: 82 Prozent der neuen Plätze (552 von 672) sind Anlehnbügel, nur 18 Prozent gesichert.
- Gesichertes Parken bleibt damit auf zwei Stationen beschränkt. An den anderen zehn Bahnhöfen gibt es mehr Platz, aber keinen zusätzlichen Schutz vor Diebstahl.
- Drei Bahnhöfe bekommen zusammen 300 Plätze, also rund 45 Prozent: Kochstraße (118), Weberwiese (96) und Südstern (86). Elf der zwölf Stationen liegen an U-Bahn-Linien.
Was ändert sich während der Bauarbeiten?
Die Bauarbeiten an den Bahnhöfen in Friedrichshain-Kreuzberg laufen von November 2026 bis Anfang 2027 abschnittsweise. Zu Sperrungen von Gehwegen oder bestehenden Bügeln während der Arbeiten macht das Bezirksamt keine Angaben. Wer an den fünf Startbahnhöfen parkt, sollte in den nächsten Wochen mit kleineren Baustellen am Eingang rechnen und das Rad im Zweifel an einem Nachbarbahnhof abstellen.
Wie es weitergeht
Nach Friedrichshain-Kreuzberg will infraVelo ab 2027 in Lichtenberg, Neukölln, Reinickendorf und Treptow-Köpenick Stellplätze an Bahnhöfen bauen. Senatorin Ute Bonde (CDU) spricht in der Mitteilung davon, Fahrradinfrastruktur an ÖPNV-Standorten «in ganz Berlin» auszubauen; Bezirksstadträtin Annika Gerold (Grüne) betont den Nutzen für Pendler, Anwohner und Besucher. Weitere Verkehrsthemen aus dem Bezirk findest du in unserer Rubrik Friedrichshain-Kreuzberg und unter Verkehr.
Häufige Fragen zu den neuen Stellplätzen
Was kostet das Parken in den neuen Fahrradgaragen?
Das Abstellen in den gesicherten Fahrradgaragen ist im Flex-Tarif von ParkYourBike bis zu 24 Stunden kostenlos. Jede weitere angefangene 24-Stunden-Spanne kostet laut Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg 0,70 Euro. Für Menschen, die ihr Rad regelmäßig länger stehen lassen, gibt es eine Monatskarte für 7 Euro und eine Jahreskarte für 70 Euro. Die Registrierung im System ist kostenlos. Die 552 Anlehnbügel sind wie bisher frei nutzbar, ohne Anmeldung.
Ab wann kann ich die neuen Stellplätze nutzen?
Die Bauarbeiten haben am 4. November 2026 begonnen, zuerst an den Bahnhöfen Anhalter Bahnhof, Gleisdreieck, Gneisenaustraße, Kochstraße und Möckernbrücke. Bis Anfang 2027 sollen alle 672 Stellplätze an den zwölf Stationen fertig und nutzbar sein. Einen genauen Eröffnungstermin für die beiden Fahrradgaragen am Moritzplatz und an der Warschauer Straße nennt das Bezirksamt bislang nicht.
Kommen solche Stellplätze auch in andere Bezirke?
Ja. Friedrichshain-Kreuzberg ist der erste Bezirk, in dem die landeseigene infraVelo den bezirksweiten Ausbau von Fahrradstellplätzen an Bahnhöfen umsetzt. Ab 2027 sollen nach Angaben des Bezirksamts Lichtenberg, Neukölln, Reinickendorf und Treptow-Köpenick folgen. Wie viele Plätze dort an welchen Stationen entstehen, ist noch nicht veröffentlicht.
Quellen
- Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg: Baustart für 672 neue Fahrradstellplätze an zwölf S- und U-Bahnhöfen, Pressemitteilung Nr. 343 (4.11.2026)
- Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: Verkehrssenatorin Bonde eröffnet Fahrradabstellanlage (2025)
- GB infraVelo GmbH (abgerufen 4.11.2026)
Hannes Nagel
Redakteur Wirtschaft & Verkehr
Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …
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