Zum Inhalt springen
Berlin 12 °C, bedeckt E10 ab 2,009 € BVG-Störungen Märkte heute Parkzonen Finder & Rechner
Friedrichshain-Kreuzberg

a&o Hostel Checkpoint Charlie: 2.500 Betten ab 2027 in Kreuzberg

a&o Hostels baut ein Bürogebäude in der Rudi-Dutschke-Straße nahe dem Checkpoint Charlie zum größten Hostel Europas um: 610 Zimmer, 2.500 Betten, rund 40 Millionen Euro, Eröffnung im ersten Quartal 2027. Der Bezirk musste genehmigen und fordert eine bessere Verteilung der Touristen.

Ariane Nagel Veröffentlicht · aktualisiert
Checkpoint Charlie Tourismus Berlin: 2.500-Betten-Hostel geplant Berlin News
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wer steckt hinter dem größten Hostel Europas?
  2. Was sagt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg?
  3. Warum gilt das Hotelverbot vom Checkpoint Charlie hier nicht?
  4. Wie viele Menschen kommen schon jetzt zum Checkpoint Charlie?
  5. Wie weit ist der Umbau im Oktober 2026?
  6. Häufige Fragen zum Mega-Hostel am Checkpoint Charlie
  7. Quellen

Die Hostelkette a&o baut ein leerstehendes Bürogebäude in der Rudi-Dutschke-Straße in Kreuzberg, nahe dem Checkpoint Charlie, zu einem Hostel mit rund 610 Zimmern und 2.500 Betten um. Der Umbau kostet laut Unternehmen rund 40 Millionen Euro, die Eröffnung ist für das erste Quartal 2027 geplant. Seit Juni 2026 wird sichtbar gebaut.

Am Checkpoint Charlie entsteht ein Hostel, wie es Berlin bisher nicht hat. a&o Hostels hat das frühere Bürogebäude an der Rudi-Dutschke-Straße von PIMCO Prime Real Estate gekauft, das es für die Allianz verwaltete, und lässt es von der Berliner ANES Bau als Generalunternehmer umbauen. Das geht aus der Pressemitteilung des Unternehmens vom 3. März 2026 hervor. Rund 610 Zimmer, 2.500 Betten, etwa 31.000 Quadratmeter, rund 40 Millionen Euro Umbaukosten. Eröffnung: erstes Quartal 2027. Der Tagesspiegel verortet das Haus gegenüber dem Axel-Springer-Hochhaus.

  • Standort: Rudi-Dutschke-Straße, Kreuzberg, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
  • Größe: rund 610 Zimmer, 2.500 Betten, etwa 31.000 Quadratmeter
  • Zimmermix: 69 Prozent Mehrbettzimmer, 31 Prozent Doppel- und Familienzimmer
  • Investition: rund 40 Millionen Euro (Angabe a&o)
  • Eröffnung: geplant im ersten Quartal 2027

Wer steckt hinter dem größten Hostel Europas?

a&o Hostels ist eine 2000 in Berlin gegründete Budgetkette, die nach Tagesspiegel-Angaben 46 Häuser in zehn europäischen Ländern betreibt. Eigentümer sind StepStone Group und Proprium Capital Partners. Das Haus am Checkpoint Charlie wird der fünfte a&o-Standort in Berlin. Danach betreibt die Kette in der Stadt rund 8.000 Betten.

Gründer und Chef Oliver Winter begründet die Wahl mit der Anziehungskraft der Stadt:

„Berlin ist und bleibt eine besondere Mischung aus Geschichte, Kultur und Lifestyle und deshalb eine der Top-Destinationen in Europa.“

Oliver Winter, a&o Hostels, Pressemitteilung vom 3. März 2026

Was sagt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg?

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat das Hostel genehmigt, hält das Projekt aber für problematisch. „Das Hostel war zu genehmigen“, teilte es dem Tagesspiegel am 12. März 2026 mit. Der Bezirk rechne mit einem „erhöhten Besucheraufkommen“ und schrieb: „Eine gesamtstädtische Steuerung zur besseren und verträglicheren Verteilung der Tourismusströme über die Stadt wäre sehr wünschenswert.“

Planungsrechtlich ist das Areal ein Mischgebiet, in dem Hotels ebenso zulässig sind wie Wohnungen. Nach Angaben des Bezirks sind neben dem Hostel an der Lindenstraße Wohnungen geplant. Der Bebauungsplan schreibe ein Verhältnis von Wohnen zu Gewerbe von etwa 40 zu 60 vor, derzeit liege es bei 19 zu 81. Hostel und Wohnungen sollen so gebaut werden, dass der Hostelbetrieb das Wohnen nicht durch Lärm beeinträchtigt.

Zur Verkehrsfrage verweist das Bezirksamt laut entwicklungsstadt.de in einer Antwort auf eine Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus auf die U6 und mehrere Buslinien; zusätzliche Verkehrsgutachten hält es nicht für nötig. Reisebusse sollen über eine eigene Haltezone abgefertigt werden, der Hauptzugang liegt an der Lindenstraße.

Warum gilt das Hotelverbot vom Checkpoint Charlie hier nicht?

Der Bebauungsplan 1-98 „Checkpoint Charlie“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schließt Beherbergungsbetriebe nur für zwei Teilflächen aus, die urbanen Gebiete MU 1.2 und MU 1.3. Die Begründung zum Bebauungsplan sagt dazu deutlich, ein großes Hotel am Checkpoint Charlie stünde dem Berliner Tourismuskonzept 2018+ entgegen, auch wegen der Belastung durch Reisebusse und Gruppen.

Der Geltungsbereich dieses Plans ist etwa 1,3 Hektar groß und liegt vollständig im Bezirk Mitte: zwischen Mauer-, Schützen- und Zimmerstraße beiderseits der Friedrichstraße. Die Zimmerstraße bildet die Bezirksgrenze zu Friedrichshain-Kreuzberg. Das a&o-Gebäude an der Rudi-Dutschke-Straße liegt südlich davon in Kreuzberg und fällt damit nicht unter das Hotelverbot. Was nördlich der Zimmerstraße geplant ist, steht im Artikel zur Neugestaltung des Checkpoint Charlie.

Wie viele Menschen kommen schon jetzt zum Checkpoint Charlie?

Den Checkpoint Charlie besuchen jährlich rund vier Millionen Touristinnen und Touristen. Die Zahl stammt aus der Begründung zum Bebauungsplan 1-98, also aus dem Planverfahren der Senatsverwaltung, und ist keine aktuelle Zählung. Schon dort ist von Konflikten zwischen Reisebussen, Stadtrundfahrten, Fußgängern und Radfahrern die Rede.

Wie weit ist der Umbau im Oktober 2026?

Der Umbau an der Rudi-Dutschke-Straße hat begonnen. Nach einem Bericht von entwicklungsstadt.de vom 10. Juni 2026 stehen ein Kran und Baucontainer auf dem Gelände, Teile des Gebäudes sind eingerüstet, ein Banner kündigt „a&o Hostels coming soon“ an. Einen neuen Eröffnungstermin hat a&o bislang nicht genannt; offiziell gilt weiter das erste Quartal 2027.

Häufige Fragen zum Mega-Hostel am Checkpoint Charlie

Wann eröffnet das a&o Hostel am Checkpoint Charlie?

Die Kette a&o nennt in ihrer Pressemitteilung vom 3. März 2026 das erste Quartal 2027 als Termin für Fertigstellung und Eröffnung. Seit Juni 2026 sind am Gebäude in der Rudi-Dutschke-Straße Kran, Gerüst und Baucontainer zu sehen. Ein genaues Eröffnungsdatum hat das Unternehmen bis Anfang Oktober 2026 nicht veröffentlicht.

Wie viele Betten und Zimmer hat das neue Hostel?

Geplant sind rund 610 Zimmer mit zusammen 2.500 Betten auf etwa 31.000 Quadratmetern. 69 Prozent der Zimmer sollen Mehrbettzimmer werden, 31 Prozent Doppel- und Familienzimmer. Nach Angaben von a&o wäre es damit das größte Hostel Europas.

Warum durfte der Bezirk das Hostel nicht verhindern?

Das Grundstück liegt in einem Mischgebiet, in dem ein Beherbergungsbetrieb planungsrechtlich zulässig ist. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg teilte dem Tagesspiegel im März 2026 mit, das Hostel sei zu genehmigen gewesen. Begeistert ist der Bezirk nicht: Er erwartet mehr Besucher und wünscht sich eine gesamtstädtische Steuerung, die Touristen besser über Berlin verteilt.

Gilt das Hotelverbot aus dem Bebauungsplan Checkpoint Charlie auch hier?

Nein. Der Bebauungsplan 1-98 „Checkpoint Charlie“ schließt Hotels und andere Beherbergungsbetriebe nur in zwei Teilflächen direkt an der Friedrichstraße aus. Sein Geltungsbereich liegt komplett im Bezirk Mitte, nördlich der Zimmerstraße. Die Rudi-Dutschke-Straße liegt südlich davon in Kreuzberg und damit außerhalb dieses Plans.

Quellen

Ariane Nagel

Redakteurin Kultur & Meinung

Ich bin Ariane, und ich schreibe das, was andere vielleicht nicht schreiben wollen: klare Meinungen. Bei BerlinEcho verantworte ich Kultur und Meinung – und ja, das passt gut zusammen, denn Kultur ohne Haltung ist Dekoration. Berlin ist kulturell …

  • Berliner Theaterwelt
  • Literatur
  • Ausstellungen
  • Filmfestivals
  • Kulturpolitik
  • Kolumne & Kommentar

126 BeiträgeAlle Beiträge →