Der a100 ausbau bauabschnitt 17 sieht die Verlängerung der Berliner Stadtautobahn vom Treptower Park bis zur Storkower Straße vor. Das umstrittene Milliardenprojekt umfasst eine 4,1 Kilometer lange Trasse, die als dreispuriger Doppelstocktunnel unter dem Ostkreuz verläuft. Die Kosten werden auf über eine Milliarde Euro geschätzt, das Planfeststellungsverfahren soll 2027 beginnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Gesamtlänge der neuen A100-Trasse: 4,106 Kilometer
- Zusätzlicher Ausbau der Storkower Straße: 1,620 Kilometer
- Aktuelle Kostenschätzung (nur 17. BA): 1,081 Milliarden Euro
- Kosten pro Meter Autobahn: ca. 264.000 Euro
- Zentrale Konstruktion: Dreispuriger Doppelstocktunnel am Ostkreuz
- Geplanter Zeitplan: Start des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2027
Wie verläuft die Trasse für den 17. Bauabschnitt der A100?
Der a100 ausbau bauabschnitt 17 stellt einen der komplexesten Eingriffe in die Berliner Stadtstruktur der letzten Jahrzehnte dar. Die Verlängerung der Stadtautobahn soll an der Anschlussstelle Am Treptower Park beginnen und durch die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg bis zur Storkower Straße führen. Laut den Planungsdokumenten der Autobahn GmbH des Bundes umfasst die eigentliche Autobahnstrecke eine Länge von 4,106 Kilometern. Hinzu kommt der notwendige Ausbau der anknüpfenden Storkower Straße auf weiteren 1,620 Kilometern, um den Verkehr aufnehmen zu können.
Das bauliche Herzstück des Projekts ist die Querung der Spree und die anschließende Untertunnelung des dicht bebauten Gebiets um den Bahnhof Ostkreuz. Um den Flächenverbrauch zu minimieren, wird die Autobahn in einen Doppelstocktunnel geführt. In dieser Konstruktion werden die drei Fahrspuren pro Fahrtrichtung übereinander angeordnet. Der Tunnel verläuft direkt unter der Neuen Bahnhofstraße sowie der Gürtelstraße in Friedrichshain und stellt eine enorme technische Herausforderung dar.

Was kostet der Ausbau der A100 in Friedrichshain und Lichtenberg?
Die finanziellen Dimensionen des Projekts haben sich im Laufe der Planungen erheblich erhöht. Der Bund beziffert die Kosten für den 17. Bauabschnitt derzeit auf 1,081 Milliarden Euro. Rechnet man diese Summe auf die Streckenlänge um, ergeben sich Baukosten von rund 264.000 Euro für jeden einzelnen Meter Autobahn. Zum Vergleich: Der vorangegangene 16. Bauabschnitt von Neukölln bis zum Treptower Park kostete bereits 720 Millionen Euro.
Für den gesamten Ausbau beider Abschnitte (16 und 17) rechnet die Autobahn GmbH des Bundes mit Kosten von rund 1,8 Milliarden Euro. Eine Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus ergab jedoch, dass Experten weitere Kostensteigerungen auf bis zu 4 Milliarden Euro für möglich halten. Infrastrukturprojekte dieser Größenordnung unterliegen oft erheblichen Preisschwankungen, wie es sich auch bei anderen Großprojekten wie der Sanierung der ICE Strecke Berlin-Hamburg zeigt.

| Merkmal | Dimension | Quelle |
|---|---|---|
| Länge A100-Trasse | 4,106 km | Autobahn GmbH |
| Ausbau Storkower Str. | 1,620 km | Autobahn GmbH |
| Geschätzte Kosten | 1,081 Mrd. € | Bund |
| Tunnelbauweise | Doppelstocktunnel (3 Spuren übereinander) | Planungsunterlagen |
Wie ist der politische Zeitplan für den Weiterbau der A100?
Die Bundesregierung stuft den a100 ausbau bauabschnitt 17 als laufendes und fest disponiertes Vorhaben ein und treibt die Planungen voran. Im Sommer 2026 soll die technische Vorzugslösung für den insgesamt 5,726 km langen Abschnitt final mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt werden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) betonte die Notwendigkeit einer zeitnahen Verlängerung und kündigte an, dass der Bund noch 2026 eine stadtverträgliche Lösung präsentieren wolle.
Diese Haltung wird von der Autobahn GmbH des Bundes unterstützt. Deren Vertreter Michael Güntner erklärte, dass eine nachhaltige verkehrliche Entlastung im Berliner Osten nur durch die vollständige Realisierung des 17. Bauabschnitts zu erreichen sei. Der nächste formale Schritt ist das Planfeststellungsverfahren, das für 2027 angesetzt ist. In diesem Verfahren haben auch Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände die Möglichkeit, Einwände zu erheben. Damit forciert der Bund den Ausbau des Straßennetzes parallel zu Projekten der Radinfrastruktur, wie dem neuen Radweg am BER.

Häufige Fragen zu a100 ausbau bauabschnitt 17
Wann beginnt der a100 ausbau bauabschnitt 17?
Ein exakter Termin für den Baubeginn steht noch nicht fest. Das offizielle Planfeststellungsverfahren für den 17. Bauabschnitt soll im Jahr 2027 eingeleitet werden, nachdem im Sommer 2026 die technische Vorzugslösung mit dem Bund abgestimmt wurde.
Welche Bezirke betrifft der a100 ausbau bauabschnitt 17?
Der Ausbau der A100 im 17. Bauabschnitt führt durch drei Berliner Bezirke. Die Trasse beginnt im Bezirk Treptow-Köpenick, durchquert Friedrichshain-Kreuzberg im Bereich des Ostkreuzes und endet schließlich in Lichtenberg an der Storkower Straße.
Wie verläuft der Tunnel am Ostkreuz?
Um Platz zu sparen und den Eingriff in die bestehende Bebauung zu minimieren, wird die Autobahn am Ostkreuz als Doppelstocktunnel realisiert. In dieser Konstruktion liegen die jeweils drei Fahrspuren pro Richtung übereinander. Der Tunnel verläuft direkt unterhalb der Neuen Bahnhofstraße und der Gürtelstraße.
Was kostet der a100 ausbau bauabschnitt 17?
Nach aktuellen Schätzungen des Bundes belaufen sich die Kosten für den 17. Bauabschnitt auf 1,081 Milliarden Euro. Dies entspricht Baukosten von rund 264.000 Euro für jeden Meter der neuen Autobahntrasse. Gesamtkostenschätzungen reichen bis zu 4 Milliarden Euro.
Wird die Storkower Straße ebenfalls umgebaut?
Ja, die Planungen für den 17. Bauabschnitt umfassen nicht nur den Bau der eigentlichen Autobahn. Um den zusätzlichen Verkehr aufnehmen und verteilen zu können, ist auch der Ausbau der Storkower Straße auf einer Gesamtlänge von 1,620 Kilometern vorgesehen.
Fazit
Der a100 ausbau bauabschnitt 17 ist eines der prägendsten und umstrittensten Infrastrukturprojekte für den Berliner Osten. Mit geschätzten Kosten von über einer Milliarde Euro und einer technisch anspruchsvollen Trassenführung als Doppelstocktunnel unter dem Ostkreuz wird das Vorhaben die Stadtlandschaft in Friedrichshain, Lichtenberg und Treptow nachhaltig verändern. Der Bund hält konsequent an seinen Plänen fest und strebt den Beginn des Planfeststellungsverfahrens für das Jahr 2027 an. Für Anwohnerinnen, Anwohner und Pendler in den betroffenen Bezirken bedeutet dies, dass sie sich auf eine voraussichtlich jahrzehntelange Phase mit Großbaustellen einstellen müssen, bevor eine mögliche verkehrliche Entlastung eintreten kann.




