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Lichtenberg · Gesellschaft

Newcastle-Krankheit im Tierheim Berlin: Vorerst keine Vögel

Bei einer Taube im Tierheim Berlin in Falkenberg ist die Newcastle-Krankheit nachgewiesen. Das Tierheim nimmt keine Vögel auf. Was das für Finder, Hühner- und Taubenhalter bedeutet.

Ida Nagel Veröffentlicht
Holzschlag in einer Tierheimanlage mit einzelnen Tauben auf hölzernen Sitzstangen
Nach dem Nachweis der Newcastle-Krankheit bei einer Taube nimmt das Tierheim Berlin vorerst keine Vögel auf. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Was bedeutet der Nachweis für Menschen, die einen Vogel finden?
  2. Wie gefährlich ist die Newcastle-Krankheit für Menschen?
  3. Der dritte Fall im Tierheim binnen zwei Jahren
  4. Warum taucht die Seuche gerade so oft auf?
  5. Was müssen Halter von Hühnern und Tauben jetzt tun?
  6. Wie geht es weiter?
  7. Quellen

Im Tierheim Berlin in Lichtenberg ist bei einer vier Monate alten Taube die Newcastle-Krankheit nachgewiesen worden; das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Befund am 25. Oktober 2026. Das Tierheim nimmt vorerst keine Vögel auf und gibt keine ab. Ergebnisse der Kontakttiere erwartet das Veterinäramt Anfang November. Für Menschen ist der Erreger in der Regel ungefährlich.

Im Tierheim Berlin am Hausvaterweg in Falkenberg ist erneut die Newcastle-Krankheit aufgetreten. Wie das Bezirksamt Lichtenberg am mitteilte, wurde der Erreger der auch «atypische Geflügelpest» genannten Tierseuche bei einer Taube aus eigener Aufzucht nachgewiesen. Das Tier zeigte neurologische Auffälligkeiten und musste am 16. Oktober eingeschläfert werden. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) meldete den positiven Befund am 22. Oktober, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte ihn als nationales Referenzlabor am 25. Oktober.

Die direkte Folge für Berlinerinnen und Berliner: Das Tierheim nimmt derzeit keine Vögel auf und vermittelt keine.

  • Nachweis: eine vier Monate alte Taube, eingeschläfert am 16. Oktober, FLI-Bestätigung am 25. Oktober 2026
  • Folge: keine Aufnahme und keine Abgabe von Vögeln im Tierheim Berlin, verstärkte Biosicherheit
  • Nächster Schritt: Proben aller Kontaktvögel im LLBB, Ergebnisse laut Bezirksamt etwa Mitte der Woche ab 2. November
  • Menschen: in der Regel keine Gefahr; Eier und Geflügelfleisch sind unbedenklich

Was bedeutet der Nachweis für Menschen, die einen Vogel finden?

Wer in Berlin einen kranken oder verletzten Vogel findet, kann ihn derzeit nicht im Tierheim Berlin abgeben, weil das Tierheim wegen der Newcastle-Krankheit keine Vögel aufnimmt. Das gilt laut Bezirksamt Lichtenberg so lange, bis die Untersuchungen der Kontakttiere ausgewertet sind. Sinnvoll ist deshalb, vor einer Fahrt nach Falkenberg beim Tierheim nachzufragen, ob die Sperre noch gilt.

Tote oder auffällig kranke Tauben und anderes Geflügel nimmt die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des eigenen Bezirks entgegen; die Ämter aller zwölf Bezirke stehen im Service-Portal des Landes. Ohne Handschuhe sollte man kranke Vögel nicht anfassen: Das Virus wird laut Senatsverwaltung über Kot, Einstreu und verschmutzte Kleidung oder Schuhe weitergetragen.

Wie gefährlich ist die Newcastle-Krankheit für Menschen?

Die Newcastle-Krankheit ist für Menschen in der Regel ungefährlich. Nur bei engem Kontakt mit infizierten Vögeln kann es laut Senatsverwaltung für Verbraucherschutz selten zu einer meist milden Bindehautentzündung oder grippeähnlichen Beschwerden kommen; das Robert Koch-Institut führt die Krankheit als seltene Zoonose. Von Eiern und Geflügelfleisch geht nach Angaben der Behörden kein Risiko aus.

Für Vögel ist das Bild ein anderes. Das Newcastle Disease Virus ist hoch ansteckend und verläuft bei Hühnern und Puten oft tödlich, nach EU-Tiergesundheitsrecht gehört die Krankheit zur Kategorie A – das heißt, Behörden müssen sofort eingreifen.

Der dritte Fall im Tierheim binnen zwei Jahren

Das Tierheim Berlin hatte schon zweimal mit der Newcastle-Krankheit zu tun. Im Dezember 2024 starben dort ab Mitte November elf Tauben, vier davon wurden positiv getestet – damals der erste Ausbruch in einem Berliner Vogelbestand überhaupt. Im September 2025 folgte der zweite Fall, wieder bei einer Taube. Der Bestand wurde damals gesperrt; alle Vögel wurden im Abstand von mindestens 21 Tagen erneut beprobt, denn erst nach durchweg negativen Ergebnissen durfte die Sperre fallen.

Nachweise der Newcastle-Krankheit im Tierheim Berlin, Stand: 28. Oktober 2026 (Quellen: Senatsverwaltung, Bezirksamt Lichtenberg)
Zeitpunkt Befund Maßnahmen
Dezember 2024 4 positiv getestete Tauben, 11 verendete Tauben seit Mitte November Aufstallung, amtliche Sperre des Vogelbestands ab 6.12.2024
September 2025 1 positiv getestete Taube, 8 direkte Kontakttiere untersucht Sperre ab 11.9.2025, Verbringungsverbot, Beprobung im 21-Tage-Abstand
Oktober 2026 1 positiv getestete Taube (vier Monate alt) keine Aufnahme und Abgabe von Vögeln, Untersuchung der Kontakttiere

Hinzu kam im März 2026 ein Schreck anderer Art: Auf dem Gelände lag eine verendete Graugans mit Vogelgrippe. Der Vogelbestand des Tierheims blieb nach Angaben des Tierschutzvereins für Berlin damals frei, das Vogelhaus öffnete Ende März wieder. Im selben Monat wies der Verein auf einen Newcastle-Fall bei einem Fasan im Berliner Zoo hin.

Warum taucht die Seuche gerade so oft auf?

Deutschland erlebt 2026 die ersten Newcastle-Ausbrüche in Geflügelbeständen seit mehr als 30 Jahren. Am 20. Februar 2026 wurde in Brandenburg ein Ausbruch in einem Putenmastbetrieb festgestellt; bis zum 20. Mai 2026 zählten die Behörden laut Senatsverwaltung bundesweit 82 Ausbrüche in Geflügelbeständen, vor allem in Brandenburg und Bayern. Der Erreger vom Genotyp VII.1.1 ist vor allem in Osteuropa verbreitet. Das FLI schätzt die Gefährdung für Geflügel und andere Vögel zusammen mit der Vogelgrippe H5 als erheblich ein.

Alle zwölf Berliner Bezirke haben deshalb tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügungen erlassen, die die Senatsverwaltung gesammelt auflistet. In Lichtenberg verbietet die Verfügung vom 19. Mai 2026 unter anderem Geflügel- und Taubenschauen, Geflügelmärkte und ähnliche Veranstaltungen und schreibt Untersuchungen vor, wenn in einem Bestand auffällig viele Tiere sterben oder die Legeleistung einbricht.

Was müssen Halter von Hühnern und Tauben jetzt tun?

Halter von Hühnern und Puten müssen ihre Tiere gegen die Newcastle-Krankheit impfen lassen – die Impfpflicht gilt in Deutschland auch für Hobbyhaltungen mit wenigen Tieren. Für Tauben empfehlen die Berliner Behörden die Impfung dringend. Jede Geflügelhaltung muss außerdem bei der Veterinäraufsicht des Bezirks registriert sein; wer das versäumt hat, muss es laut Senatsverwaltung umgehend nachholen.

  • Kranke Tiere sofort von den übrigen trennen und beobachten.
  • Auffällige Todesfälle oder Krankheitszeichen bei Geflügel der Veterinäraufsicht melden.
  • Fremde Personen nicht in die Ställe lassen, Kleidung und Schuhe für den Stall getrennt halten.

Wie geht es weiter?

Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Lichtenberg hat alle Vögel untersuchen lassen, die direkten oder indirekten Kontakt mit der infizierten Taube hatten. Die Ergebnisse aus dem LLBB erwartet das Bezirksamt etwa Mitte der Woche ab dem . Erst danach lasse sich beurteilen, ob weitere Tiere betroffen sind und welche tierseuchenrechtlichen Schritte nötig werden. Bis dahin bleibt die Vogelabteilung des Tierheims für Aufnahme und Vermittlung geschlossen. Weitere Meldungen aus dem Bezirk stehen auf der Seite Lichtenberg, Themen rund um Stadtgesellschaft und Tiere im Ressort Gesellschaft.

Quellen

Ida Nagel

Redakteurin Gesellschaft & Wohnen

Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …

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