Lebensmittelkontrollen Berlin: 29,8 Prozent der Betriebe beanstandet
Inhalt (6 Abschnitte)
Berlins Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter haben 2025 insgesamt 28.885 Kontrollen durchgeführt, 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In 5.133 von 17.251 kontrollierten Betrieben fanden sie Verstöße, das sind 29,8 Prozent. Insgesamt zählte der Lebensmittelsicherheitsbericht 2025 16.982 Verstöße bei rund 62.300 registrierten Lebensmittelunternehmen in der Stadt.
Fast jeder dritte kontrollierte Lebensmittelbetrieb in Berlin ist 2025 negativ aufgefallen. Das geht aus dem Lebensmittelsicherheitsbericht 2025 hervor, über den die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz am 28. Oktober 2026 informiert hat. Die Beanstandungsquote lag bei 29,8 Prozent und damit auf dem Niveau des Vorjahres, obwohl die Behörden mehr kontrolliert haben.
- Registrierte Lebensmittelunternehmen: 62.300 (plus 0,03 Prozent gegenüber 2024), davon rund 88 Prozent Gastronomie und Einzelhandel.
- Amtliche Kontrollen: 28.885 (plus 6,2 Prozent), erfasst wurden 17.251 verschiedene Betriebe.
- Beanstandet: 5.133 Betriebe (29,8 Prozent) mit insgesamt 16.982 Verstößen.
- Zuständig für die Kontrollen: die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter der 12 Bezirke.
Wie viele Betriebe wurden 2025 kontrolliert?
Die Bezirksämter kontrollierten 2025 in 17.251 Betrieben, mit insgesamt 28.885 Kontrollen. Rechnerisch sind das 1,7 Kontrollen je kontrolliertem Betrieb. Gemessen an den rund 62.300 registrierten Unternehmen wurde gut jeder vierte Betrieb (27,7 Prozent) mindestens einmal überprüft. Die Kontrollen laufen risikobasiert: Betriebe mit höherem Gesundheitsrisiko kommen öfter an die Reihe als etwa ein Laden mit verpackter Ware.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Registrierte Lebensmittelunternehmen | 62.300 |
| Amtliche Kontrollen | 28.885 |
| Kontrollierte Betriebe | 17.251 |
| Betriebe mit Verstößen | 5.133 (29,8 Prozent) |
| Festgestellte Verstöße insgesamt | 16.982 |
Was bedeutet eine Beanstandungsquote von 29,8 Prozent?
Die Beanstandungsquote gibt an, bei welchem Anteil der kontrollierten Betriebe mindestens ein Verstoß festgestellt wurde. Pro auffälligem Betrieb zählt der Bericht im Schnitt 3,3 Verstöße (16.982 Verstöße bei 5.133 Betrieben). Welche Art von Verstößen überwiegt, nennt die Pressemitteilung nicht. Die Senatsverwaltung verweist dafür auf die Detailzahlen im Bericht. Ein Verstoß muss nicht gleich eine Gesundheitsgefahr bedeuten: Dazu zählen auch Mängel bei Dokumentation, Kennzeichnung oder Hygienemaßnahmen.
Wichtig für die Einordnung: Weil die Behörden risikoorientiert vorgehen, sind die kontrollierten Betriebe keine Zufallsstichprobe. Von der Quote lässt sich deshalb nicht ableiten, dass fast jeder dritte Berliner Betrieb Mängel hat.
Wer kontrolliert Lebensmittel in Berlin?
Für die Kontrolle der Betriebe sind die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter der 12 Bezirke zuständig. Sie nehmen auch die Proben, die anschließend im Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht und lebensmittelrechtlich bewertet werden. Die Senatsverwaltung koordiniert und plant. Rechtsgrundlage sind unter anderem die EU-Basisverordnung (EG) Nr. 178/2002 und das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Oberstes Ziel der Überwachung ist nach Angaben der Verwaltung der Schutz vor Gesundheitsgefahren sowie vor Irreführung und Täuschung.
Wo findest du die Laborergebnisse?
Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen des Jahres 2025 stehen im Jahresbericht des Landeslabors Berlin-Brandenburg. Den Lebensmittelsicherheitsbericht selbst findest du auf der Seite der Senatsverwaltung. Weitere Anlaufstellen in der Stadt bündelt unser Service-Bereich.
Wie es weitergeht
Mit dem Bericht für 2025 liegt nun die Vergleichsbasis vor: Spannend wird, ob die Beanstandungsquote bei weiter steigender Kontrolldichte unter der Marke von 30 Prozent bleibt. Mehr Verbraucherthemen aus der Stadt findest du im Ressort Gesellschaft.
Quellen
Ida Nagel
Redakteurin Gesellschaft & Wohnen
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