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Lichtenberg · Kriminalität

Kameras in Damentoiletten: Durchsuchung nach Fund an HWR-Campus

Vier Monate nach dem Fund versteckter Kameras in Damentoiletten am HWR-Campus Lichtenberg hat die Polizei die Wohnung eines 66-Jährigen durchsucht. Was bekannt ist.

Maik Möhring Veröffentlicht
Ein heller, menschenleerer Flur in einem modernen Hochschulgebäude mit geschlossenen Türen und glänzendem Boden.
An der HWR Berlin hatten Studentinnen versteckte Kameras in Toilettenräumen entdeckt. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (5 Abschnitte)
  1. Was ist zu den Ermittlungen bekannt?
  2. Welche Strafe droht bei heimlichen Aufnahmen in Toiletten?
  3. Was können Betroffene tun?
  4. Wie es weitergeht
  5. Quellen

Die Berliner Polizei hat am 7. Oktober 2026 die Wohnung eines 66-jährigen Mannes durchsucht. Er steht im Verdacht, in Damentoiletten am Campus Lichtenberg der Hochschule für Wirtschaft und Recht heimlich gefilmt zu haben. Studentinnen hatten die Kameras am 10. Juni 2026 entdeckt. Der Mann wurde nach der Vernehmung entlassen.

Rund vier Monate nach dem Fund der Kameras kommt Bewegung in die Ermittlungen: Einsatzkräfte des Landeskriminalamts und der Polizeidirektion 3 (Ost) durchsuchten am Morgen des 7. Oktober 2026 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin eine Wohnung in Treptow. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Meldung mit. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.

Was ist zu den Ermittlungen bekannt?

Studentinnen der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin) hatten am 10. Juni 2026 versteckte Kameras in Damentoiletten auf dem Campus in Lichtenberg entdeckt. Das Landeskriminalamt (LKA) Berlin und die Staatsanwaltschaft ermittelten seither und kamen nach eigenen Angaben auf einen 66-Jährigen, der bei einem am Gebäude tätigen Unternehmen angestellt ist.

Nach der Durchsuchung wurde er erkennungsdienstlich behandelt und im zuständigen Fachkommissariat vernommen. Anschließend kam er wieder auf freien Fuß. Sichergestellt wurden unter anderem mobile Datenträger. Ihre Auswertung läuft, ebenso die weiteren Ermittlungen. Wie viele Aufnahmen existieren und ob Personen darauf zu sehen sind, teilten die Behörden nicht mit.

Welche Strafe droht bei heimlichen Aufnahmen in Toiletten?

Heimliche Bildaufnahmen in geschützten Räumen fallen unter § 201a des Strafgesetzbuchs, die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Wer eine andere Person in einer Wohnung oder in einem gegen Einblick besonders geschützten Raum unbefugt filmt oder fotografiert, riskiert eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe. Dasselbe gilt für das Weitergeben solcher Aufnahmen. Ob und wie die Staatsanwaltschaft den Fall einordnet, steht noch nicht fest.

Was können Betroffene tun?

Wer vermutet, auf Aufnahmen aus den Toiletten des Campus zu sein, kann sich bei der Polizei Berlin melden, etwa über die Internetwache oder bei jeder Dienststelle. Eine Übersicht mit Notruf, Direktionen und Onlinewache steht im Artikel Berliner Polizei: Kontakt, Direktionen und Onlinewache. Die Hochschule selbst nennt auf ihrer Website eine interne Meldestelle für Hinweise.

Beratung für Betroffene von Gewalt und Übergriffen bietet das bundesweite Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen» unter 116 016, kostenlos und rund um die Uhr, mehr unter hilfetelefon.de.

Wie es weitergeht

Die Auswertung der Datenträger entscheidet, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Einen Termin dafür nennen Polizei und Staatsanwaltschaft nicht. Sobald es neue Angaben gibt, ergänzt BerlinEcho diesen Artikel.

Quellen

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

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