Kältehilfe Charlottenburg-Wilmersdorf: Wo es jetzt Schlafplätze gibt
Inhalt (6 Abschnitte)
Die Kältehilfe in Charlottenburg-Wilmersdorf läuft wieder: Der bezirkliche Wegweiser (Stand 1. Oktober 2026) nennt Notübernachtungen, zwei Nachtcafés, Suppenküchen und Tagesstätten. Die Notunterkunft Otto-Suhr-Allee 94 hat seit 15. Oktober täglich von 18 bis 8 Uhr geöffnet. Berlinweit wächst das Angebot ab November von 669 auf mindestens 930 Plätze; dann fahren auch Kältebus und Wärmebus.
Wer in Charlottenburg-Wilmersdorf keine Bleibe hat, findet für den Winter 2026/27 wieder feste Anlaufstellen. Das Sozialamt des Bezirks hat am mitgeteilt, dass die Kältehilfe aktiv ist, und verweist auf seinen aktualisierten Wegweiser der Kälte- und Wohnungslosenhilfe. Darin stehen Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten von 13 Einrichtungen – vom Nachtcafé in der Luisenkirche bis zur Ambulanz am Bahnhof Zoo. Die Angebote der Kältehilfe sind anonym nutzbar, ein Nachweis ist nicht nötig.
Für Nachbarn hat der Bezirk eine klare Bitte: hinschauen. Wer glaubt, dass ein Mensch ohne Obdach Hilfe braucht, soll ihn höflich ansprechen. Wirkt jemand hilflos, ist nicht ansprechbar oder in akuter Gefahr, gilt sofort 110 oder 112.
Notfall: Polizei 110, Feuerwehr und Rettungsdienst 112. Kältebus der Berliner Stadtmission 030 690 333 690 (ab November täglich 20 bis 2 Uhr), Wärmebus des DRK 030 600 300 1010 (ab November täglich 18 bis 24 Uhr), Kältehilfetelefon der GEBEWO pro 030 343 971 40 (Oktober bis April täglich 19 bis 23 Uhr) – Angaben laut Senatsverwaltung.
Wo kann man in Charlottenburg-Wilmersdorf übernachten?
Schlafplätze bieten in Charlottenburg-Wilmersdorf vier Einrichtungen, die im Wegweiser des Bezirksamts mit Stand 1. Oktober 2026 aufgeführt sind. Die größte Rolle spielen die Notübernachtung in der Franklinstraße 27, die ganzjährig jeden Abend aufnimmt, und die Notunterkunft in der Otto-Suhr-Allee 94, die nur in der Kältehilfesaison öffnet. Zwei Nachtcafés von Kirchengemeinden ergänzen das Angebot an je einem Wochentag.
| Einrichtung | Adresse | Öffnungszeiten | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Notunterkunft Otto-Suhr-Allee (Träger: Schildkröte) | Otto-Suhr-Allee 94, 10589 Berlin | täglich 18 bis 8 Uhr, letzter Einlass 22.30 Uhr, mit Kältebus bis 24 Uhr | 15.10.2026 bis 30.04.2027 |
| Notübernachtung Franklinstraße (Caritas und Berliner Stadtmission) | Franklinstraße 27, 10585 Berlin | Aufnahme täglich 18.30 bis 21.30 Uhr, geöffnet bis 8 Uhr; Kältebus bringt Menschen bis 1 Uhr; keine Tiere | ganzjährig |
| Nachtcafé Neu-Westend (Kirchenkreis Charlottenburg) | Eichenallee 47, 14050 Berlin | Nacht von Sonntag auf Montag, 19.30 bis 7.30 Uhr | 01.10. bis 31.03. |
| Nachtcafé Luisen (Luisen-Kirchengemeinde) | Gierkeplatz 2a, 10585 Berlin | Nacht von Montag auf Dienstag, 22 bis 7 Uhr, letzter Einlass 24 Uhr | 01.11. bis 31.03. |
Die Notunterkunft in der Otto-Suhr-Allee bietet laut Wegweiser zusätzlich Sozialbetreuung und ein medizinisches Angebot, im Nachtcafé Neu-Westend sind abends zwischen 19 und 21 Uhr Ärztinnen im Wechsel vor Ort. Das Nachtcafé in der Luisenkirche am Gierkeplatz ist laut Bezirk barrierearm und hat einen Fahrstuhl.
Wo gibt es tagsüber Essen, Wärme und eine Dusche?
Tagsüber listet der Kältehilfe-Wegweiser von Charlottenburg-Wilmersdorf zwei Suppenküchen, eine Wärmestube, die Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo und zwei Tagesstätten. Die meisten Angebote laufen ganzjährig; die Wärmestube der Caritas in der Tübinger Straße 5 öffnet nur vom 1. Dezember bis 31. März, montags bis freitags von 15.30 bis 18 Uhr.
- Bahnhofsmission am Zoo (Jebensstraße, Berliner Stadtmission): Essensausgabe täglich 6 bis 7 Uhr, 14 bis 18 Uhr und 22 bis 24 Uhr, dazu Erstberatung und Hygienecenter.
- Suppenküche Am Lietzensee (Herbartstraße 4–6): montags bis mittwochs ab 12 Uhr, dienstags ärztliche Betreuung von 12 bis 14 Uhr.
- Suppenküche St. Marien (Bergheimer Straße 1, Wilmersdorf): montags, dienstags, donnerstags und freitags 12 bis 13.30 Uhr, mit Waschmöglichkeit.
- Tagesstätte City-Station (Joachim-Friedrich-Straße 46, Berliner Stadtmission): dienstags bis samstags 14 bis 18.30 Uhr, Duschen und Essen.
- Seeling-Treff (Seelingstraße 9, GEBEWO pro): Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag 9 bis 14 Uhr, Donnerstag 9 bis 12 Uhr; Duschen, Schließfächer und eine Postadresse.
- Ambulanz für Wohnungslose (Jebensstraße 3, Caritas): montags bis donnerstags 10 bis 15 Uhr, freitags 10 bis 13 Uhr – für Menschen ohne Wohnung und ohne Krankenversicherung.
Wohnungslose Familien verweist der Wegweiser auf die rund um die Uhr geöffnete Notunterkunft in der Wrangelstraße 12 in Kreuzberg. Wer Angebote in anderen Bezirken sucht, findet sie auf der Website der Berliner Kältehilfe und in der Kältehilfe-App, die laut Senat täglich die freien Schlafplätze erfasst.
Wie viele Notschlafplätze hat Berlin in diesem Winter?
Berlins Kältehilfe startete am 1. Oktober 2026 mit 669 Notübernachtungsplätzen. Ab November soll die Zahl auf mindestens 930 steigen, kündigte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) am 30. September an; laut epd sind mehr als 200 weitere Plätze in Planung, Ziel sind 1.000 Plätze in den Wintermonaten.
Wie knapp es werden kann, zeigte der vergangene Winter. Laut Bilanz der Senatssozialverwaltung vom 20. April 2026 lag die Auslastung in mehreren Wochen über 90 Prozent, in der Spitze bei rund 96 Prozent. Bei Frost bis minus 15 Grad Anfang Januar 2026 schuf der Senat kurzfristig mehr als 100 zusätzliche Plätze, insgesamt waren es dann 1.280. Die Saison endet regulär am 30. April.
Was die Mitteilung des Bezirks nicht sagt
- Eine Platzzahl für Charlottenburg-Wilmersdorf nennt das Bezirksamt nicht. Friedrichshain-Kreuzberg hat für diesen Winter 373 Plätze bis April gemeldet – ein Vergleich ist so nicht möglich.
- Kältebus und Wärmebus starten erst im November. Im Oktober bleiben für Notfälle auf der Straße das Kältehilfetelefon am Abend sowie 110 und 112.
- Die Kältehilfe ersetzt keine Wohnung. Das Sozialamt verweist für den Weg aus der Obdachlosigkeit auf die Fachstelle Soziale Wohnhilfe in der Otto-Suhr-Allee 100 (offene Sprechstunde dienstags und donnerstags 9 bis 12 Uhr); die Linie dahinter beschreiben die Berliner Leitlinien zur Wohnungsnotfallhilfe.
Wie kann man obdachlosen Menschen im Winter helfen?
Helfen beginnt laut Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf mit Ansprechen: freundlich fragen, ob jemand etwas braucht, und auf Wunsch den Weg zur nächsten Notübernachtung zeigen. Ab November können Passanten den Kältebus der Berliner Stadtmission (030 690 333 690) rufen, der Menschen in eine Unterkunft bringt. Hinweise auf Menschen, die weitere Hilfe brauchen, nimmt die Fachstelle Soziale Wohnhilfe per E-Mail an swh-leitung@charlottenburg-wilmersdorf.de entgegen. Änderungen am Wegweiser meldet der Bezirk über dieselbe Fachstelle.
Mehr aus dem Bezirk gibt es auf der Seite Charlottenburg-Wilmersdorf.
Quellen
- Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: Kältehilfe wieder aktiv (28.10.2026)
- Wegweiser der Kälte- und Wohnungslosenhilfe Charlottenburg-Wilmersdorf (PDF) (Stand 01.10.2026)
- Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: Soziale Angebote (abgerufen 28.10.2026)
- Senatsverwaltung: Berliner Kältehilfe, Telefonnummern und Fragen (abgerufen 28.10.2026)
- Senatssozialverwaltung: Bilanz der Kältehilfesaison 2025/26 (20.04.2026)
- epd/evangelisch.de: Wohlfahrtsverbände fordern mehr Schutz vor Obdachlosigkeit (30.09.2026)
Ida Nagel
Redakteurin Gesellschaft & Wohnen
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