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Friedrichshain-Kreuzberg · Gesellschaft

Kältehilfe Friedrichshain-Kreuzberg: 373 Plätze bis April

Die Kältehilfe 2026/2027 läuft: Friedrichshain-Kreuzberg bietet bis zu 373 Plätze in Notübernachtungen und Nachtcafés. Alle Adressen, Öffnungszeiten und was du tun kannst, wenn du jemanden in der Kälte siehst.

Ida Nagel Veröffentlicht · aktualisiert
Eingang einer Notunterkunft der Kältehilfe Friedrichshain-Kreuzberg an einer Altbaustraße am Abend.
In Friedrichshain-Kreuzberg stehen in der Kältehilfesaison bis zu 373 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (6 Abschnitte)
  1. Wo finden obdachlose Menschen in Friedrichshain-Kreuzberg einen Schlafplatz?
  2. Was kannst du tun, wenn du einen Menschen in der Kälte siehst?
  3. Wie viele Plätze bietet die Kältehilfe in ganz Berlin?
  4. Was die Zahlen nicht zeigen
  5. Wie geht es weiter?
  6. Quellen

Die Kältehilfesaison 2026/2027 hat am 1. Oktober begonnen. In Friedrichshain-Kreuzberg stehen obdachlosen Menschen bis April bis zu 373 Plätze in Notübernachtungen und Nachtcafés offen. Berlinweit sind es im Oktober 669 Notübernachtungsplätze, im Winter sollen es rund 1.000 werden. Das Kältehilfetelefon 030 34397140 ist täglich von 19 bis 23 Uhr erreichbar.

Seit Donnerstag, dem , läuft die neue Saison der Berliner Kältehilfe. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat dazu eine Übersicht aller Schlafplätze, Nachtcafés und Tagesstätten im Bezirk veröffentlicht. Bis zu 373 Plätze in Notübernachtungen und Nachtcafés sind es in dieser Saison, teils ganzjährig, teils nur von Oktober bis April. Das steht in der Pressemitteilung Nr. 311 des Bezirksamts. Wer nachts einen Menschen ungeschützt im Freien sieht, kann helfen – mit einem Anruf oder einer einfachen Frage.

  • Saison: 1. Oktober 2026 bis 30. April 2027
  • Friedrichshain-Kreuzberg: bis zu 373 Plätze in Notübernachtungen und Nachtcafés (Stand: September 2026)
  • Berlin gesamt: 669 Notübernachtungsplätze im Oktober, ab November mindestens 930, Ziel rund 1.000
  • Kältehilfetelefon: 030 34397140, täglich 19 bis 23 Uhr
  • Akute Gefahr oder Person nicht ansprechbar: Notruf 112

Wo finden obdachlose Menschen in Friedrichshain-Kreuzberg einen Schlafplatz?

Die Notübernachtungen in Friedrichshain-Kreuzberg sind nach Zielgruppen getrennt: Es gibt Häuser für alle, nur für Frauen, nur für Männer und eine Unterkunft für wohnungslose Familien. Die Übersicht des Bezirksamts mit Stand September 2026 nennt diese Notübernachtungen:

Notübernachtungen in Friedrichshain-Kreuzberg, Kältehilfe 2026/2027 (Quelle: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Stand September 2026)
Einrichtung (Träger) Adresse Plätze Zeitraum, Öffnung
Notübernachtung am Containerbahnhof (Berliner Stadtmission) Am Containerbahnhof 1 58 Männer, 12 Frauen ganzjährig, 19:30 bis 7:30 Uhr
AWO Kiezcafé (AWO Spree-Wuhle) Petersburger Straße 92 10 Männer, 6 Frauen 1.10.2026 bis 30.4.2027, 20 bis 8 Uhr
Notübernachtung für Frauen «Mitten im Kiez» (AWO Spree-Wuhle) Petersburger Straße 92 9 Frauen ganzjährig, ab 19 Uhr
24/7-Notunterkunft für Frauen (FSD-Stiftung) Hallesches Ufer 30 65 Frauen ganzjährig, rund um die Uhr
Notübernachtung für Frauen (Heimweg A&K) Wrangelstraße 30 23 Frauen bis 31.12.2026
Notübernachtung Ohlauer 365 (Johanniter) Ohlauer Straße 22 88 Männer ganzjährig, 20 bis 7:45 Uhr
Notübernachtung St. Pius/St. Nikolaus (Brot des Lebens) Palisadenstraße 72 15 Männer, November bis März 30 1.10.2026 bis 30.4.2027, 19 bis 8 Uhr
Gemeinde St. Marien Liebfrauen Wrangelstraße 50 12 1.11.2026 bis 31.3.2027
Notunterkunft für wohnungslose Familien (EJF) Wrangelstraße 12 30 Erwachsene mit minderjährigen Kindern ganzjährig, ganztägig

Dazu kommen zwei Nachtcafés: das Nachtcafé Tabor in der Taborstraße 17 (35 Plätze) und der «Nachthafen am Kotti» der Johanniter in der Ohlauer Straße 22 (90 Plätze), beide laut Übersicht ab dem 14. Oktober jeweils ab 21:30 Uhr. Tagsüber bieten unter anderem das AWO Kiezcafé (Montag bis Freitag 11 bis 16 Uhr), die Tagesstätte «Am Wassertor» am Segitzdamm 46, die Wärmestube in der Zossener Straße 65 (mittwochs 12 bis 15 Uhr), die Bürgerhilfe in der Cuvrystraße 11–12 und das Zentrum Gitschiner 15 einen warmen Aufenthalt. Für Frauen, queere Menschen und FLINTA gibt es die Tagesstätte von Unterschlupf e.V. in der Wrangelstraße 30. Die vollständige Liste mit allen Öffnungszeiten steht als PDF beim Bezirksamt bereit.

Was kannst du tun, wenn du einen Menschen in der Kälte siehst?

Wer in Berlin einen obdachlosen Menschen ungeschützt im Freien antrifft, sollte ihn ansprechen und fragen, ob er Unterstützung möchte. Darum bittet die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Sozialstadträtin Regine Sommer-Wetter ausdrücklich. Ansprechen heißt nicht bevormunden: Manche Menschen wollen keine Hilfe, und das ist zu respektieren.

Drei Wege helfen konkret:

  • Kältehilfetelefon 030 34397140: täglich von Oktober bis April zwischen 19 und 23 Uhr. Dort gibt es Auskunft über freie Plätze und Angebote in ganz Berlin.
  • Online-Übersicht: Unter kaeltehilfe-berlin.de stehen berlinweit Angebote und freie Plätze.
  • Notruf 112: bei akuter gesundheitlicher Gefahr oder wenn eine Person hilflos oder nicht ansprechbar ist.

Unterkühlung kommt nicht erst bei Frost. Notfall-ratgeber behandelt auch Notfallvorsorge bei Kälte und anderen akuten Lagen. Nasse Kleidung, Wind und ein paar Grad über null reichen. Im Zweifel lieber einmal zu oft anrufen.

Wie viele Plätze bietet die Kältehilfe in ganz Berlin?

Die Berliner Kältehilfe startet im Oktober 2026 mit 669 Notübernachtungsplätzen; ab November sollen es mindestens 930 sein, für die kältesten Monate ist ein Ziel von rund 1.000 Plätzen genannt. Das berichtete der Evangelische Pressedienst am 30. September 2026 nach der gemeinsamen Vorstellung durch Sozialverwaltung und Wohlfahrtsverbände (evangelisch.de). Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) nannte die Kältehilfe dort «unverzichtbar», sie ersetze aber keinen Wohnraum. Bezahlt werden die saisonalen Angebote aus Mitteln der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, umgesetzt von Trägern vor Ort.

Die Auslastung war im vergangenen Winter hoch: mehr als 90 Prozent, in der Spitze rund 96 Prozent, wie die in der Liga zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbände laut dpa-Meldung im Tagesspiegel mitteilten. Der Kälte- bzw. Wärmebus des Deutschen Roten Kreuzes fährt nach epd-Angaben ab November täglich von 18 bis 24 Uhr; in der vergangenen Saison gingen dort 1.872 Hinweise ein.

Was die Zahlen nicht zeigen

  • Friedrichshain-Kreuzberg trägt mit bis zu 373 Plätzen einen großen Teil des Berliner Angebots – gemessen am Ziel von rund 1.000 Plätzen gut ein Drittel. Ein Teil davon sind allerdings Nachtcafé-Plätze, die nur an einzelnen Abenden öffnen.
  • Die Frauen-Notübernachtung in der Wrangelstraße 30 ist laut Übersicht nur bis zum 31. Dezember 2026 geplant. Was danach mit diesen 23 Plätzen passiert, nennt die Liste nicht.
  • Die Wohlfahrtsverbände warnen, dass Plätze für Menschen im Rollstuhl knapp sind und Suchtkranke mehr brauchen als ein Bett. Berlin zählte am 31. Januar 2026 laut epd 57.575 wohnungslose Menschen; die Zahl der Menschen ohne jedes Dach wurde 2024 auf über 6.000 geschätzt.

Wie geht es weiter?

Ab dem 1. November 2026 kommen in Friedrichshain-Kreuzberg die Plätze der Gemeinde St. Marien Liebfrauen in der Wrangelstraße hinzu, die Notübernachtung in der Palisadenstraße verdoppelt von November bis März auf 30 Plätze. Die Saison endet am 30. April 2027. Wie Berlin langfristig mit Wohnungslosigkeit umgehen will, regeln die Leitlinien der Wohnungsnotfallhilfe; ein Beispiel für dauerhafte Lösungen sind die Tiny Houses für Wohnungslose in Reinickendorf. Weitere Nachrichten aus dem Bezirk gibt es unter Friedrichshain-Kreuzberg.

Kältehilfetelefon: 030 34397140 (täglich 19 bis 23 Uhr, Oktober bis April). Notruf: 112.

Quellen

Ida Nagel

Redakteurin Gesellschaft & Wohnen

Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …

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