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Neukölln · Verkehr

Fahrradstraße Weserstraße: Letzter Abschnitt im Bau

Neukölln baut den letzten Abschnitt der Fahrradstraße Weserstraße zwischen Innstraße und Sonnenallee. Vier Teilstücke, je vier Monate Bauzeit, Ziel Ende 2027.

Hannes Nagel Veröffentlicht
Kopfsteinpflasterstraße mit Altbauten, bunten Bäumen, Baustellenbaken am Rand und einem fernen Radfahrer.
Zwischen Innstraße und Sonnenallee entsteht der letzte Abschnitt der künftigen Fahrradstraße. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (6 Abschnitte)
  1. In welcher Reihenfolge wird gebaut?
  2. Was ändert sich auf der Straße?
  3. Warum dauert die Fahrradstraße so lange?
  4. Was bedeutet die Baustelle für Anwohner und Radfahrer?
  5. Wie es weitergeht
  6. Quellen

Der dritte und letzte Bauabschnitt der Fahrradstraße Weserstraße in Neukölln ist am 2. November 2026 gestartet. Gebaut wird von der Innstraße bis zur Sonnenallee, einschließlich der Ederstraße, in vier Teilstücken mit je rund vier Monaten Bauzeit. Laut Bezirksamt soll die gut 2,5 Kilometer lange Strecke ab Kottbusser Damm Ende 2027 durchgehend befahrbar sein.

Neukölln baut seine längste Radverbindung fertig. Seit Montag, , rollen auf der Weserstraße zwischen Innstraße und Roseggerstraße die Bagger. Das Bezirksamt Neukölln arbeitet sich von dort abschnittsweise Richtung Sonnenallee vor. Anlieger dürfen weiter mit dem Auto in ihre Straße. Am Ende soll die Weserstraße auf ganzer Länge vom Kottbusser Damm bis zur Sonnenallee Fahrradstraße sein, die Ederstraße als Anschluss an die Sonnenallee eingeschlossen.

Fertig ist bisher der Norden: Nach Angaben auf der Projektseite des Straßen- und Grünflächenamts ist der erste Abschnitt zwischen Pannierstraße und Fuldastraße abgeschlossen, der zweite reicht bis zur Innstraße.

In welcher Reihenfolge wird gebaut?

Die Bauarbeiten im letzten Abschnitt der Weserstraße laufen in vier Teilstücken, jedes mit einer Bauzeit von etwa vier Monaten. Für das letzte Stück gibt es noch keinen Termin.

Bauablauf Fahrradstraße Weserstraße, 3. Abschnitt (Stand: 2. November 2026, Bezirksamt Neukölln)
Teilstück Start Bauzeit
Innstraße bis Roseggerstraße 2. November 2026 etwa vier Monate
Roseggerstraße bis Treptower Straße im Anschluss etwa vier Monate
Treptower Straße bis Thiemannstraße im Anschluss etwa vier Monate
Thiemannstraße über Ederstraße bis Sonnenallee noch nicht terminiert offen

Das letzte Teilstück hängt an anderen Baustellen: Zuerst müssen die Berliner Wasserbetriebe und Stromnetz Berlin ihre Leitungen in dem Bereich erneuern. Erst danach kann der Bezirk die Fahrbahn neu herstellen.

Was ändert sich auf der Straße?

Die Weserstraße bekommt zwischen Innstraße und Sonnenallee eine 5,50 Meter breite Asphaltfahrbahn, das Kopfsteinpflaster an den Rändern wird instand gesetzt. Dazu kommen nach Angaben des Bezirks Querungshilfen und vorgezogene Gehwege an den Kreuzungen, neue Fahrradbügel und größere Baumscheiben. Danach wird die Strecke als Fahrradstraße beschildert und markiert.

Eine Fahrradstraße heißt: Radfahrende haben Vorrang und dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt höchstens Tempo 30. Autos sind nur erlaubt, wenn ein Zusatzschild sie freigibt, in der Weserstraße gilt das für den Anliegerverkehr. Die Regeln stehen in der Straßenverkehrs-Ordnung. Damit die Straße nicht als Schleichweg parallel zur Sonnenallee dient, setzt der Bezirk auf Modalfilter: Einer steht bereits an der Weichselstraße, weitere sind laut Projektseite an Elbestraße und Roseggerstraße vorgesehen.

Warum dauert die Fahrradstraße so lange?

Die Fahrradstraße Weserstraße liegt Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Beim Start des Projekts im Juni 2021 war die Fertigstellung der gesamten Strecke für 2024 angekündigt, wie der Tagesspiegel damals berichtete; die Kosten bezifferte der Bezirk seinerzeit auf 3,7 Millionen Euro inklusive neuer Gehwege und Bäume. Auch der jüngste Plan hat sich verschoben: In der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage vom 29. April 2026 waren für das 1.133 Meter lange Stück von der Innstraße bis zur Sonnenallee ein Baustart im September 2026 und ein Bauende im September 2027 genannt. Gestartet wird nun zwei Monate später, als Ziel nennt das Bezirksamt Ende 2027.

Bezirksstadtrat Jochen Biedermann, zuständig für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, begründet die Verzögerung mit den notwendigen Leitungsarbeiten. Bezahlt wird der Bau aus dem Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds (SIWANA) des Landes sowie aus dem Städtebauförderprogramm «Lebendige Zentren und Quartiere». Einen aktuellen Betrag für den letzten Abschnitt nennt das Bezirksamt nicht.

Was bedeutet die Baustelle für Anwohner und Radfahrer?

Anwohner zwischen Innstraße und Roseggerstraße müssen sich bis ins Frühjahr 2027 auf eine Baustelle vor der Tür einstellen, Anliegerverkehr bleibt nach Angaben des Bezirks zugelassen. Wer mit dem Rad Richtung Sonnenallee oder S-Bahnhof Sonnenallee unterwegs ist, sollte im Baufeld mit engen Stellen rechnen. Der fertige Teil der Weserstraße zwischen Kottbusser Damm und Innstraße bleibt befahrbar. Mehr aus dem Kiez rund um die Baustelle und aus dem übrigen Bezirk sammeln wir auf der Neukölln-Seite; parallel läuft im Schillerkiez der Umbau von Schillerpromenade und Herrfurthplatz.

Wie es weitergeht

Auf das erste Teilstück folgen ab etwa März 2027 die Abschnitte bis zur Treptower Straße und weiter bis zur Thiemannstraße. Wann der Anschluss über die Ederstraße an die Sonnenallee gebaut wird, entscheidet sich erst, wenn Wasserbetriebe und Stromnetz ihre Arbeiten terminiert haben. Ähnlich geht der Nachbarbezirk vor: In Alt-Treptow kommt ab dem 9. November eine Diagonalsperre in der Bouchéstraße. Weitere Verkehrsthemen bündelt das Ressort Verkehr.

Quellen

Hannes Nagel

Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …

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