Halloween-Bilanz Berlin: 16 Festnahmen, Busse im MV gestoppt
Inhalt (4 Abschnitte)
Die Polizei Berlin hat in der Halloween-Nacht auf den 1. November 2026 bis zum Sonntagmittag 16 Festnahmen gemeldet. Schwerpunkt war das Märkische Viertel in Reinickendorf, wo die BVG den Busverkehr von etwa 18:45 bis 21:05 Uhr unterbrach. Dort flog auch ein Brandsatz in Richtung eines Einsatzfahrzeugs, getroffen wurde es nicht.
Die Halloween-Nacht ist in Berlin nach Darstellung der Polizei weitgehend geordnet verlaufen, mit Brennpunkten im Märkischen Viertel, in Kreuzberg und in der City West. Das geht aus der Bilanzmeldung der Polizei Berlin vom 1. November 2026 (Nr. 1451) hervor. Neben friedlich Feiernden und Kindern, die Süßigkeiten sammelten, zählten die Einsatzkräfte vor allem am Abend wiederholt illegal abgebrannte Pyrotechnik durch Jugendgruppen, einzelne Sachbeschädigungen und Würfe auf Einsatzfahrzeuge und Fahrzeuge des Nahverkehrs.
- Festnahmen: bislang 16 im Zusammenhang mit den Halloween-Einsätzen, Stand Sonntag, 1. November 2026.
- Märkisches Viertel: Busverkehr der BVG von etwa 18:45 bis 21:05 Uhr vorsorglich unterbrochen.
- Gewahrsam: ein 13-jähriges Kind am Wilhelmsruher Damm, anschließend den Eltern übergeben.
- Ruhig blieb es laut Polizei in den Direktionen 3 (Ost) und 4 (Süd).
Was ist im Märkischen Viertel passiert?
Das Märkische Viertel im Bezirk Reinickendorf war der Schwerpunkt des Abends. Kurz nach 18 Uhr hielten sich nach Polizeiangaben rund 60 Jugendliche auf der Fahrbahn am Wilhelmsruher Damm auf und warfen Pyrotechnik. Wegen Eierwürfen und des Beschusses von Linienbussen mit Pyrotechnik unterbrach die BVG den Busverkehr im Viertel vorsorglich für gut zwei Stunden. Im Bereich eines Einkaufszentrums wurde zudem eine Gruppe von rund 80 Personen festgestellt, aus der heraus Plastikflaschen und Pyrotechnik in Richtung der Einsatzkräfte flogen.
Um 19:40 Uhr warfen unbekannte Tatverdächtige am Senftenberger Ring einen selbst gebauten Brandsatz in Richtung eines Einsatzfahrzeugs. Das Fahrzeug wurde nicht getroffen, es entstand keine Brandwirkung. Kräfte der Operativen Gruppe Jugendgruppengewalt stellten in der Nähe zwei 14-Jährige mit Benzin in PET-Flaschen fest und fanden einen weiteren vorbereiteten Brandsatz. Ob die beiden Jugendlichen am Wurf beteiligt waren, ist laut Polizei Gegenstand der Ermittlungen; für sie gilt die Unschuldsvermutung. Sie wurden ihren Erziehungsberechtigten übergeben.
| Uhrzeit | Vorfall |
|---|---|
| kurz nach 18 Uhr | rund 60 Jugendliche werfen Pyrotechnik auf die Fahrbahn am Wilhelmsruher Damm |
| 18:20 Uhr | 13-Jähriger nach Pyrotechnik-Wurf kurzzeitig in Gewahrsam |
| 18:45 bis 21:05 Uhr | BVG unterbricht den Busverkehr im Viertel |
| 19:40 Uhr | Brandsatz in Richtung eines Einsatzfahrzeugs am Senftenberger Ring |
| gegen 23 Uhr | brennende Müllcontainer in der Huttenstraße, Löschung durch die Feuerwehr |
Wo gab es sonst Einsätze in Berlin?
In den Bereichen der Direktionen 2 (West) und 5 (City) meldete die Polizei Brände an Mülltonnen und Containern sowie einzelne Festnahmen. Gegen 21:45 Uhr nahmen Einsatzkräfte in der Fasanenstraße in Charlottenburg einen Tatverdächtigen fest, der zuvor mit einer Schreckschusswaffe geschossen haben soll. Kurz vor Mitternacht stellten sie sechs Tatverdächtige an der Tauentzienstraße Ecke Nürnberger Straße, die Schaufenster eines Ladens mit zuvor entwendeten Verkehrszeichen einwerfen wollten.
In Kreuzberg brannte gegen 20 Uhr in der Graefestraße eine Mülltonne, die laut Polizei wahrscheinlich ein gezielt platzierter Böller mit hoher Sprengkraft beschädigte. In derselben Straße wurde später eine mobile Toilette angezündet. In der Urbanstraße nahmen Einsatzkräfte zwei Tatverdächtige vorübergehend fest, die ein geparktes Auto anzünden wollten. Hinzu kamen ein Einbruch in ein Bekleidungsgeschäft an der Grunerstraße und eine eingeworfene Fensterscheibe in der Neuen Schönhauser Straße. Gegen 2:40 Uhr brannte an der Kreuzung Rigaer Straße Ecke Liebigstraße eine Holzpalette, die schnell gelöscht war.
Was heißt das für die Wochen bis Silvester?
Pyrotechnik in Jugendgruppen beschäftigt die Polizei schon vor dem Jahreswechsel. Erst am 29. Oktober 2026 hatte sie in Neukölln mehrere Kilogramm selbst gebauter Sprengkörper sichergestellt, wie wir im Bericht über die Selbstlaborate in Neukölln dargestellt haben. Die Halloween-Bilanz zeigt, dass sich der Umgang mit Böllern und Brandsätzen auf einzelne Gruppen und Orte konzentriert, im Märkischen Viertel etwa, das zum Bezirk Reinickendorf gehört: In den Direktionen 3 (Ost) und 4 (Süd) blieb es nach Polizeiangaben ohne besondere Vorkommnisse.
Wie es weitergeht: Die Ermittlungen gegen die bislang unbekannten Tatverdächtigen dauern an. Wer Hinweise zu den Vorfällen im Märkischen Viertel oder zu den Bränden in Kreuzberg geben kann, erreicht die Polizei Berlin über die Pressestelle unter Pressestelle@polizei.berlin.de oder jede Polizeidienststelle; im Notfall gilt weiterhin die 110.
Quellen
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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