Der Stadionausbau Alte Försterei in Berlin-Köpenick ist das derzeit ehrgeizigste Infrastrukturprojekt des 1. FC Union Berlin. Nach jahrelangen Diskussionen um Lärmschutz und Anreiseverkehr hat der Berliner Senat den Weg für die Erweiterung endgültig freigemacht. Ich verfolge die stadtpolitischen Entwicklungen und Infrastrukturprojekte im Südosten Berlins seit den ersten Entwürfen – dieses Bauvorhaben wird nicht nur den Verein, sondern den gesamten Bezirk rund um die Wuhlheide nachhaltig verändern.
- Kapazität steigt von exakt 22.012 auf 40.500 Plätze.
- Rund 32.000 Stehplätze machen das Stadion zur größten Stehplatz-Arena Europas.
- Baubeginn ist nach aktuellem Stand für das vierte Quartal 2026 terminiert.
- Während der Bauphase 2026/2027 trägt Union seine Heimspiele im Olympiastadion aus.
- Einigung mit dem Senat: Verkehrskonzept basiert auf dem Ausbau des S-Bahnhofs Köpenick.
Maik Möhring, Autor: „Wenn der Berliner Senat und ein Bundesligist über Infrastruktur verhandeln, schaue ich mir zuerst die Details der S-Bahn-Taktung an. Der Kompromiss zur Verkehrsanbindung rund um den S-Bahnhof Köpenick zeigt, dass Großprojekte in Berlin machbar sind, wenn der politische Druck auf beiden Seiten groß genug ist.“
🏟 Kapazität: So wächst das Stadion in Köpenick
Der Entwurf der Vereinsführung macht den Stadionausbau Alte Försterei zu einem einzigartigen Projekt im modernen Profifußball. Während andere Bundesligisten auf lukrative Sitzplätze und VIP-Logen setzen, plant Union Berlin eine massive Erweiterung der Stehplatzbereiche. Von den künftig 40.500 Plätzen sollen rund 32.000 als Stehplätze realisiert werden.
Die Waldseite, Gegengerade und Wuhleseite werden aufgestockt, während die Haupttribüne komplett neu gebaut wird. Letztere wird die Sitzplätze, Medienbereiche und die notwendige Infrastruktur für internationale Spiele bündeln.
| Kriterium | Aktueller Stand (2025) | Nach dem Ausbau (geplant) |
|---|---|---|
| Gesamtkapazität | 22.012 Plätze | 40.500 Plätze |
| Stehplätze | 18.395 Plätze | ca. 32.000 Plätze |
| Sitzplätze | 3.617 Plätze | ca. 8.500 Plätze |
| Überdachung | Vollständig | Vollständig, neues Dachkonstrukt |
🚆 Verkehrskonzept: Der Kompromiss mit dem Senat
Bevor der Stadionausbau Alte Försterei rechtlich beginnen konnte, musste die An- und Abreise von über 40.000 Menschen durch die Nadelöhre Köpenicks geklärt werden. Der Berliner Senat und der Verein haben sich nach zähen Verhandlungen auf ein Kompromissmodell verständigt. Kernstück ist der Ausbau des S-Bahnhofs Köpenick zum Regionalbahnhof, der künftig deutlich mehr Fahrgäste in kürzerer Zeit abfertigen kann.
Zusätzlich sieht das Konzept eine Taktverdichtung der Straßenbahnlinien in der Wuhlheide sowie erweiterte Fahrradstellplätze vor. Die Berliner Verkehrspolitik setzt hier klare Vorgaben: Eine signifikante Erhöhung des Autoverkehrs im Wohngebiet rund um die Hämmerlingstraße wird vom Bezirksamt Treptow-Köpenick nicht toleriert.

⏱ Zeitplan und Baubeginn: Wann rollen die Bagger?
Für den Stadionausbau Alte Försterei gibt es nun einen konkreten Fahrplan. Laut Vereinsführung unter Präsident Dirk Zingler ist der Baubeginn für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Die Vorarbeiten am angrenzenden Trainingszentrum sowie dem neuen Clubhaus laufen bereits.
Während der intensiven Bauphase, die voraussichtlich die gesamte Saison 2026/2027 in Anspruch nimmt, muss die Profimannschaft umziehen. Union Berlin wird seine Heimspiele in dieser Zeit im Olympiastadion in Berlin-Charlottenburg austragen. Dies bedeutet für zehntausende Fans aus dem Ostteil der Stadt temporär längere Anfahrtswege mit der Ring- und Stadtbahn.
🏘 Was der Umbau für den Kiez bedeutet
Die Bürgerinitiative rund um die Wuhlheide begleitet den Stadionausbau Alte Försterei kritisch. Die Sorge vor Lärmbelästigung und zugeparkten Wohnstraßen in Köpenick ist real. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat deshalb strenge Auflagen für die Lärmschutzwände an der neuen Haupttribüne erlassen. Gleichzeitig profitiert die lokale Gastronomie entlang der Bahnhofstraße von den künftig 40.000 Besuchern pro Spieltag.
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→ Alle News aus Treptow-Köpenick❓ Häufige Fragen zum Umbau
Wann wird das Stadion An der Alten Försterei umgebaut?
Der eigentliche Umbau des Stadions beginnt nach aktuellem Planungsstand im späten Herbst 2026. Die Vorbereitungen auf dem umliegenden Vereinsgelände, wie der Bau des neuen Clubhauses und der Infrastruktur, laufen bereits seit Sommer 2023.
Wie hoch wird die Kapazität nach dem Stadionausbau Alte Försterei sein?
Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Kapazität exakt 40.500 Plätze betragen. Damit fast verdoppelt der 1. FC Union Berlin sein aktuelles Fassungsvermögen von rund 22.000 Plätzen. Der Großteil der neuen Kapazität entfällt auf die Stehplatzbereiche.
Wo spielt Union Berlin während der Bauphase?
Für die Dauer der Hauptbauarbeiten, die für die Saison 2026/2027 angesetzt sind, verlässt Union Berlin Köpenick temporär. Die Heimspiele werden in dieser Zeit im Berliner Olympiastadion in Charlottenburg ausgetragen, das Platz für über 74.000 Zuschauer bietet.
Wie sieht das Verkehrskonzept für die Alte Försterei aus?
Das vom Senat gebilligte Verkehrskonzept stützt sich primär auf den Ausbau des S-Bahnhofs Köpenick zum Regionalbahnhof. Zudem werden die Straßenbahntaktungen an Spieltagen in der Wuhlheide erhöht. Der Anreiseverkehr mit dem privaten PKW soll durch fehlende Parkplätze am Stadion aktiv minimiert werden.
Wie viel kostet der Umbau der Alten Försterei?
Die genauen Baukosten für das Stadionprojekt wurden vom Verein zuletzt nicht mehr im Detail beziffert, da die Baukosten in Berlin in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Erste Schätzungen vor Beginn des Gesamtprojekts (inklusive Trainingszentrum) gingen von einem Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich aus.

🏁 Fazit: Ein Meilenstein für Union und Köpenick
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