Zum Inhalt springen
Berlin 11 °C, bedeckt E10 ab 2,079 € BVG-Störungen Märkte heute Parkzonen Finder & Rechner
Mitte · Verkehr

Fußgängerzone Koppenplatz: Mitte schließt die Abkürzung vor der Schule

Am Koppenplatz in Mitte ist Schluss mit der Schleichroute: Sitzmöbel sperren die Durchfahrt zur Auguststraße, Rettungswagen kommen weiter durch. Eröffnung am 28. Oktober.

Hannes Nagel Veröffentlicht
Holzbänke sperren eine Kopfsteinpflasterstraße zwischen Altbauten in Berlin, im Hintergrund ein Radfahrer im Herbst.
Neue Holzbänke auf dem Pflaster machen die Verbindung zur Auguststraße für Autos unpassierbar. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Was ändert sich am Koppenplatz konkret?
  2. Warum sperrt Mitte die Durchfahrt?
  3. Wie lange wird über den Kiezblock Auguststraße schon gestritten?
  4. Wer ist dafür, wer dagegen?
  5. Was bedeutet das für Autofahrer und Anwohner?
  6. Wie es weitergeht
  7. Quellen

Das Bezirksamt Mitte schließt am Koppenplatz in der Spandauer Vorstadt die Nord-Süd-Durchfahrt für Autos. Sitzmöbel ersetzen die Fahrbahn zwischen Koppenplatz und Auguststraße, Feuerwehr und Polizei kommen weiter durch. Die Schilder sollen in der Woche ab 5. Oktober 2026 hängen, eröffnet wird die Fußgängerzone am 28. Oktober um 16 Uhr.

Wer bisher von der Großen Hamburger Straße über den Koppenplatz zur Linienstraße abgekürzt hat, muss sich einen anderen Weg suchen. Das Bezirksamt Mitte hat am mitgeteilt, dass es am Koppenplatz eine Fußgängerzone einrichtet. Der allgemeine Kfz-Verkehr kann die Verbindung vor der dortigen Schule dann nicht mehr nutzen. Die Bauarbeiten sind fast fertig. Nach Angaben des Bezirks fehlen nur noch die neuen Verkehrszeichen, danach wird die Baustelle abgeräumt.

Die Maßnahme ist der dritte Baustein des Kiezblocks rund um die Auguststraße. Fahrradstraßen in der Linienstraße und in der Tucholskystraße gibt es dort schon.

  • Ort: Abschnitt zwischen dem Südrand des Koppenplatzes und der Auguststraße, Bezirk Mitte
  • Gesperrt für: allgemeinen Autoverkehr; Feuerwehr und Polizei können passieren
  • Schilder: in der Woche ab
  • Eröffnung: , offen für alle
  • Kosten laut Bezirksamt: rund 13.000 Euro

Was ändert sich am Koppenplatz konkret?

Am Koppenplatz wird der kurze Straßenabschnitt zwischen der Grünanlage und der Auguststraße zur Fußgängerzone. Statt Pollern stellt der Bezirk Sitzmöbel auf, die Autos die Durchfahrt versperren. Die Anordnung lässt Lücken für Einsatzfahrzeuge, damit das Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus in der Großen Hamburger Straße für Rettungswagen, Feuerwehr und Polizei erreichbar bleibt.

Ganz autofrei wird der Platz nicht. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung vom 28. Juli 2026 können Autos die Grünfläche weiter umfahren, die Parkplätze am Platz bleiben. Rechtlich ist der Abschnitt teilweise eingezogen worden; die Bekanntmachung stand am 24. Juli 2026 im Amtsblatt für Berlin.

Warum sperrt Mitte die Durchfahrt?

Der Durchgangsverkehr in der Spandauer Vorstadt hatte sich nach dem Umbau der Tucholskystraße verlagert. Seit dort ein Modalfilter an der Kreuzung Auguststraße Autos stoppt, fuhren viele nach Darstellung des Bezirksamts über Große Hamburger Straße, Koppenplatz und Linienstraße in Nord-Süd-Richtung. Diese Schleichroute schließt die neue Fußgängerzone. Der Verkehr soll zurück auf das Hauptstraßennetz.

Christopher Schriner, Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen in Mitte, begründet den Schritt mit der Schule am Platz:

„Gerade im Umfeld einer Schule muss die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen an erster Stelle stehen. Der Koppenplatz soll ein Ort sein, an dem sich Menschen sicher bewegen und aufhalten können, und keine Abkürzung für den Durchgangsverkehr.“

Christopher Schriner, Pressemitteilung Nr. 253/2026 des Bezirksamts Mitte

Wie lange wird über den Kiezblock Auguststraße schon gestritten?

Der Kiezblock Auguststraße ist seit fünf Jahren Thema im Bezirk. Die Übersicht des Straßen- und Grünflächenamts Mitte nennt die wichtigsten Etappen:

Kiezblock Auguststraße: Etappen bis zur Fußgängerzone (Quelle: Bezirksamt Mitte, Stand 7. Oktober 2026)
Zeitpunkt Schritt
2021 Anwohner-Initiative gründet sich, mehr als 1.100 Unterschriften
Mai 2022 Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung
April 2024 Informationsveranstaltung am Koppenplatz mit rund 200 Gästen
5. Mai 2025 Verwaltungsgericht erklärt den Modalfilter in der Tucholskystraße für rechtmäßig
2025 Beteiligung „Kiezblocks für Mitte“ mit mehr als 2.000 Hinweisen
24. Juli 2026 Teileinziehung am Koppenplatz im Amtsblatt
28. Oktober 2026 Eröffnung der Fußgängerzone

Im Kiez rund um die Auguststraße leben laut Bezirksamt etwa 7.500 Menschen, rund 1.500 von ihnen besitzen ein Auto. Das Verwaltungsgericht Berlin hatte im Mai 2025 (Az. VG 11 K 799/24) entschieden, dass der Modalfilter in der Tucholskystraße rechtmäßig ist: Für solche flankierenden Maßnahmen einer Fahrradstraße reiche eine normale Gefahrenlage, belegt mit Verkehrszählungen und Unfallzahlen aus den Jahren 2018 bis 2023.

Wer ist dafür, wer dagegen?

Im Kiez sind die Lager klar verteilt. Die Initiative Kiezblockfree, die gegen die Sperren mobil macht, zeigte sich laut Berliner Zeitung „entsetzt und fassungslos“ über die Teileinziehung. Die Anwohnergruppe Tucholsky Grün nannte sie dagegen einen Schritt in die richtige Richtung. Ob Anlieger gegen die Teileinziehung klagen, ist bislang nicht bekannt.

Wie andere Bezirke mit Kiezblocks umgehen und was nach dem Stopp der Senatsförderung noch gebaut wurde, steht in unserer Bilanz zu den Kiezblocks in Berlin.

Was bedeutet das für Autofahrer und Anwohner?

Autofahrer in der Spandauer Vorstadt erreichen ihre Ziele weiter, aber nicht mehr quer durch den Kiez. Wer von Norden zur Auguststraße oder Oranienburger Straße will, muss über die umliegenden Hauptstraßen ausweichen, die der Bezirk für den Durchgangsverkehr vorsieht. Lieferverkehr und Anwohner kommen an die Parkplätze am Koppenplatz heran, nur die Durchfahrt nach Süden entfällt. Für Fußgänger und Radfahrer wird der Weg zur Schule und in die Grünanlage ruhiger.

Wie es weitergeht

Am eröffnet das Bezirksamt die Fußgängerzone ab 16 Uhr mit Anwohnern und Nachbarn. Weitere Meldungen aus dem Bezirk findest du auf unserer Seite für Mitte, Verkehrsthemen im Ressort Verkehr.

Quellen

Hannes Nagel

Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …

  • Berliner Wirtschaft
  • Startups
  • Immobilienmarkt
  • BVG & Mobilität
  • Stadtentwicklung
  • Haushaltspolitik
  • Arbeit & Soziales

149 BeiträgeAlle Beiträge →