Schöneberg: Mann antisemitisch angegriffen, Staatsschutz ermittelt
Inhalt (4 Abschnitte)
Ein 60-jähriger Mann ist am Samstag, 24. Oktober 2026, gegen 20 Uhr an der Gleditschstraße in Berlin-Schöneberg angegriffen worden. Der Unbekannte soll sich zuvor antisemitisch geäußert und den Mann zu Boden geschlagen haben. Das Opfer erlitt Hämatome und eine Platzwunde. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.
Die Polizei Berlin ermittelt nach einem mutmaßlich antisemitisch motivierten Angriff in Schöneberg. Nach ihren bisherigen Erkenntnissen saß der 60-Jährige am Samstagabend mit einem Bekannten auf einer Parkbank, als ihn ein Unbekannter ansprach. Im Gespräch fragte der Mann, ob er Jude sei. Nachdem der 60-Jährige das bejaht hatte, soll der Unbekannte antisemitische Äußerungen gemacht und ihn schließlich geschlagen haben. Die Ermittlungen hat der Polizeiliche Staatsschutz im Landeskriminalamt übernommen.
Was ist an der Gleditschstraße in Schöneberg passiert?
Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben gegen 20 Uhr an der Gleditschstraße im Ortsteil Schöneberg (Bezirk Tempelhof-Schöneberg). Der Unbekannte hatte dem 60-Jährigen zunächst ein Bier angeboten, aus dem Gespräch entwickelte sich ein Streit. Dabei soll er den Mann mit Bier bespritzt und eine volle Bierdose nach ihm geworfen haben, die ihn verfehlte. Als der 60-Jährige gehen wollte, soll der Unbekannte ihn mit einem Faustschlag zu Boden gebracht und mehrfach auf ihn eingeschlagen haben.
Ein Zeuge alarmierte die Polizei. Daraufhin ließ der Tatverdächtige von dem Mann ab und flüchtete in Richtung Hohenstaufenstraße. Der 60-Jährige erlitt mehrere Hämatome im Gesicht und eine Platzwunde, außerdem gingen seine Brille und sein Mantel zu Bruch. Eine ärztliche Behandlung lehnte er zunächst ab. Zur Person des Täters nennt die Polizei bisher nichts. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung, solange niemand gefasst und verurteilt ist.
Wie häufig sind antisemitische Angriffe in Berlin?
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) dokumentierte für 2025 insgesamt 2.197 antisemitische Vorfälle in der Stadt, im Schnitt rund sechs pro Tag. 2024 waren es 2.521. Darunter zählte RIAS 39 Angriffe, im Jahr davor 53. Die Meldestelle erfasst dabei auch Fälle, die nicht zur Anzeige kommen, daher liegen ihre Zahlen über denen der Polizeistatistik.
| Jahr | Vorfälle | Angriffe |
|---|---|---|
| 2024 | 2.521 | 53 |
| 2025 | 2.197 | 39 |
Wohin können sich Betroffene und Zeugen wenden?
Die Polizei bittet um Hinweise: Wer am Samstagabend an der Gleditschstraße oder auf dem Fluchtweg Richtung Hohenstaufenstraße etwas beobachtet hat, erreicht sie über den Notruf 110 oder jede Polizeidienststelle. Betroffene antisemitischer Gewalt finden Unterstützung bei der Beratungsstelle OFEK, die telefonisch unter 030 22 18 40 76 und per E-Mail an kontakt@ofek-beratung.de erreichbar ist. Vorfälle lassen sich außerdem bei RIAS Berlin melden.
Wenige Tage zuvor ermittelte der Staatsschutz bereits nach einer antisemitischen Sachbeschädigung in Pankow. Weitere Meldungen findest du im Bezirk Tempelhof-Schöneberg und im Ressort Kriminalität.
Quellen
Maik Möhring
Verantwortlicher & Chefredakteur
Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …
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