Bahnhofstraße Lichtenrade: Umbau dauert bis 2030
Inhalt (6 Abschnitte)
Zum Umbau der Bahnhofstraße in Lichtenrade gibt es am Mittwoch, 7. Oktober 2026, von 18 bis 21 Uhr eine Einwohnerversammlung im Gemeinschaftshaus Lichtenrade am Lichtenrader Damm 212. Anwohner fordern dort einen verbindlichen Zeitplan. Nach Planung des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg ist der Umbau erst Mitte 2030 fertig, acht Jahre nach Baustart im September 2022.
Die Bahnhofstraße in Lichtenrade ist seit dem Sommer 2020 eine Baustelle, erst wegen der Dresdner Bahn, seit September 2022 wegen des Umbaus zur Einkaufsstraße. Jetzt wollen Anwohner und Gewerbetreibende wissen, wie es weitergeht. Stefan Böltes, Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, lädt dafür am zur Einwohnerversammlung in den Wolfgang-Krueger-Saal des Gemeinschaftshauses Lichtenrade ein, Einlass ab 17.30 Uhr. Die Antragsteller verlangen nach Angaben der BVV „Auskünfte zum weiteren Bauverlauf“ und „konkrete Aussagen zum Zeitplan“. Die Antwort des Bezirks steht im Kern schon fest: Bauende ist nach aktuellem Stand Mitte 2030.
Wann ist die Bahnhofstraße in Lichtenrade fertig?
Der gesamte Umbau der Bahnhofstraße soll nach der Pressemitteilung des Bezirksamts vom 15. September 2026 Mitte 2030 abgeschlossen sein. Der laufende Teilabschnitt 2.1, die Südseite zwischen Zescher Straße und Mellener Straße, soll Mitte 2027 fertig werden. Parallel wird bereits im Abschnitt 2.2 gebaut.
Eine Fertigstellung bis Ende 2027, wie sie in einem Einwohnerantrag gefordert wurde, hält das Straßen- und Grünflächenamt für „nicht realistisch umsetzbar“. Als Gründe nennt das Amt den großen Umfang der Leitungsarbeiten der Berliner Wasserbetriebe, einen deutlich höheren Grundwasserstand als bei der Baugrunderkundung ermittelt und den Fachkräftemangel. Allein für die Arbeiten der Wasserbetriebe auf der Nordseite des zweiten Bauabschnitts sind acht bis zehn Monate veranschlagt. Erst danach kann der eigentliche Straßenbau beginnen.
| Abschnitt | Bereich | Stand |
|---|---|---|
| 1. Bauabschnitt | Kirchhainer Damm bis Mellener Straße | Nordseite fertig im September 2024, Südseite fertig im Dezember 2025 |
| 2. Bauabschnitt | Mellener Straße bis Riedinger Straße | im Bau, Südseite (2.1) voraussichtlich fertig Mitte 2027 |
| 3. Bauabschnitt | Riedinger Straße bis Steinstraße/Briesingstraße | offen |
| Gesamtprojekt | Steinstraße bis Kirchhainer Damm | Bauende geplant Mitte 2030 |
Warum dauert der Umbau so lange?
Der Umbau der Lichtenrader Bahnhofstraße ist weit mehr als neues Pflaster: Unter der Straße werden Regenwasser-, Abwasser- und Trinkwasserleitungen samt Hausanschlüssen erneuert, dazu Strom-, Gas- und Telekommunikationsleitungen. Das Projekt hat neun Bauherren, darunter das Bezirksamt, die Berliner Wasserbetriebe, Stromnetz Berlin und die BVG. Gebaut wird halbseitig, damit Autos, Busse und Kundschaft weiter durchkommen. Das hält die Läden erreichbar, streckt aber die Bauzeit.
Dazu kam ein Fehlstart. Die 2022 beauftragte Straßenbaufirma kam nach Angaben des Bezirks zu langsam voran, 2024 wurde der Vertrag aufgehoben und neu ausgeschrieben. Die neue Firma arbeitet seit Juni 2024. Im zweiten Abschnitt stießen die Wasserbetriebe dann auf Grundwasser, das eine Grundwasserabsenkung nötig machte. Die Trinkwasserleitung wurde vorgezogen und am 8. Mai 2026 fertig.
Was ist mit der Dresdner Bahn?
Die zweite Großbaustelle, der Ausbau der Dresdner Bahn durch die Deutsche Bahn, ist fast abgeschlossen. Die Unterführung am S-Bahnhof Lichtenrade ist seit dem 28. Juni 2024 offen. Offen ist nach Angaben des Straßen- und Grünflächenamts noch die Wiederherstellung des Platzes am Pfarrer-Lüttke-Haus: Wasserbetriebe und Bahn müssen sich über die Entwässerung einigen. Der Bezirk will erreichen, dass dort noch 2026 wieder Busse fahren und der Platz nutzbar wird.
Was bringt die Einwohnerversammlung?
Die Einwohnerversammlung am 7. Oktober ist ein Ort für Fragen, keine Abstimmung: Sie hat laut BVV keine Beschlussrechte und wird ergebnisoffen moderiert. Für Linktausch bietet Link-atlas eine Startseite mit passenden Tauschpartnern. Auf dem Podium sitzen unter anderem Dr. Saskia Ellenbeck, Bezirksstadträtin für Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz, Eva Majewski Sparacino (CDU), Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und Facility Management, sowie Vertreter der beteiligten Unternehmen. Wer dort Druck machen will, sollte konkret fragen: nach dem Termin für den Beginn des dritten Abschnitts, nach der Busführung am Pfarrer-Lüttke-Haus und nach Hilfen für Geschäfte.
- Termin: , 18 bis 21 Uhr, Einlass 17.30 Uhr
- Ort: Gemeinschaftshaus Lichtenrade, Wolfgang-Krueger-Saal, Lichtenrader Damm 212, 12305 Berlin
- Fragen außerhalb der Versammlung: jeden Mittwoch um 8.50 Uhr am Baustellencontainer in der Rehagener Straße beim Aktiven Zentrum Lichtenrade
- Gewerbetreibende: Informationen zu Überbrückungshilfen gibt es auf der Projektseite des Bezirksamts
Wie es weitergeht
Der Umbau wird aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ bezahlt und soll aus der Bahnhofstraße eine barrierefreie Einkaufsstraße mit neuen Gehwegen, Bushaltestellen und neuer Beleuchtung machen. Die nächste Wegmarke ist die Fertigstellung der Südseite im Abschnitt 2.1 Mitte 2027. Bis zum geplanten Bauende Mitte 2030 bleibt die Straße Baustelle. Weitere Meldungen aus dem Bezirk sammeln wir unter Tempelhof-Schöneberg, Baustellen und Verkehr in der Rubrik Verkehr.
Quellen
- Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Einwohnerversammlung „Umbau der Bahnhofstraße in Lichtenrade“, Pressemitteilung Nr. 424 (29.09.2026)
- Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Vor-Ort-Besuch – aktueller Stand des Umbaus der Bahnhofstraße, Pressemitteilung Nr. 395 (15.09.2026)
- Straßen- und Grünflächenamt Tempelhof-Schöneberg: Projektseite Bahnhofstraße Lichtenrade (abgerufen 30.09.2026)
- Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Unterführung in der Bahnhofstraße Lichtenrade freigegeben (28.06.2024)
Hannes Nagel
Redakteur Wirtschaft & Verkehr
Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …
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