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Wirtschaft

Steuerschätzung Berlin: 263 Millionen Euro mehr als geplant

Die Steuerschätzung vom Oktober 2026 bringt dem Land Berlin rund 263 Millionen Euro mehr als geplant. Finanzsenator Evers warnt dennoch: Der Konsolidierungsbedarf bleibt gewaltig.

Hannes Nagel Veröffentlicht
Blick über herbstliche Berliner Dächer und Altbauten auf den Fernsehturm im weichen Morgenlicht.
Trotz höherer Steuereinnahmen bleibt der finanzielle Spielraum für das Land Berlin in den kommenden Jahren eng. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (5 Abschnitte)
  1. Wie viel Steuergeld erwartet Berlin bis 2027?
  2. Warum fällt die Schätzung besser aus als im Frühjahr?
  3. Was frisst das Plus gleich wieder auf?
  4. Wie geht es mit dem Berliner Haushalt weiter?
  5. Quellen

Berlin rechnet nach der Steuerschätzung vom Oktober 2026 mit Steuereinnahmen von rund 31,3 Milliarden Euro im laufenden Jahr und 32,4 Milliarden Euro im Jahr 2027. Das sind etwa 263 Millionen Euro (2026) und 320 Millionen Euro (2027) mehr als im Haushalt 2026/27 veranschlagt. Die Finanzverwaltung sieht trotzdem weiterhin gewaltigen Konsolidierungsbedarf.

Mehr Geld, aber keine Entwarnung: Die regionalisierten Ergebnisse der Steuerschätzung vom Oktober 2026 fallen für das Land etwas besser aus als der Doppelhaushalt unterstellt. Die Senatsverwaltung für Finanzen veröffentlichte die Zahlen am Freitag, 23. Oktober 2026. Finanzsenator Stefan Evers nennt die zusätzlichen Einnahmen eine Entlastung, „aber kein Grund zur Entwarnung“.

Wie viel Steuergeld erwartet Berlin bis 2027?

Für 2026 rechnet die Finanzverwaltung mit rund 31,3 Milliarden Euro Steuereinnahmen, für 2027 mit rund 32,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem Haushalt 2026/27 ergibt das ein Plus von rund 263 Millionen Euro im laufenden und rund 320 Millionen Euro im kommenden Jahr. Nach unserer Rechnung entspricht das etwa 0,8 beziehungsweise 1,0 Prozent der bisher eingeplanten Summe.

Steuerschätzung Oktober 2026 für das Land Berlin, Quelle: Senatsverwaltung für Finanzen, Stand 23.10.2026
Jahr Erwartete Steuereinnahmen Abweichung vom Haushalt 2026/27
2026 rund 31,3 Mrd. Euro + rund 263 Mio. Euro
2027 rund 32,4 Mrd. Euro + rund 320 Mio. Euro

Warum fällt die Schätzung besser aus als im Frühjahr?

Die Konjunktur hat sich robuster gezeigt als erwartet. Seit dem Frühjahr 2026 belasten die Nahost-Krise und hohe Energiepreise die deutsche Wirtschaft. Sie hielt sich laut Finanzverwaltung aber besser, unter anderem wegen des weltweiten KI-Booms und hoher Staatsausgaben. Die Konjunkturprojektion der Bundesregierung vom Oktober 2026 erwartet für 2026 ein reales Wachstum von 1,3 Prozent und für 2027 von 1,1 Prozent. Das sind 0,8 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr.

Hinzu kommen Änderungen im Steuerrecht, die im Saldo einnahmeverbessernd wirken, weil erwartete Mindereinnahmen niedriger ausfallen. Die Mehreinnahmen sind also vor allem konjunkturell bedingt.

Was frisst das Plus gleich wieder auf?

Die Besoldung der Berliner Beamtinnen und Beamten muss angepasst werden, das bringt nach Angaben der Finanzverwaltung erhebliche Mehrausgaben. Dazu kommen absehbare Mindereinnahmen durch das Infrastrukturgesellschaftsfinanzierungsänderungsgesetz und die künftige Grundsteuernormierung. Beides ist noch nicht veranschlagungsreif und deshalb in der aktuellen Haushaltsplanung nicht berücksichtigt.

Evers verweist außerdem auf ein Wachstumspotenzial von nur noch 0,5 Prozent pro Jahr und auf die unsichere Lage im Nahen Osten. Eine Eskalation könne jederzeit neue Schocks bei Energiepreisen und Energieverfügbarkeit auslösen.

Wie geht es mit dem Berliner Haushalt weiter?

Der Senat hält an seinem Kurs fest, Ausgaben und Einnahmen dauerhaft in Einklang zu bringen und zugleich die Investitionsfähigkeit der Stadt zu sichern. Wie hart die Sparvorgaben ausfallen, hatte er Anfang Oktober mit der Finanzplanung bis 2030 beschrieben; dazu haben wir bereits berichtet: Finanzplanung Berlin bis 2030. Die Hintergründe der Lage findest du in unserem Text zur Berliner Haushaltskrise. Weitere Meldungen zur Stadtwirtschaft stehen im Ressort Wirtschaft.

Quellen

Hannes Nagel

Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …

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