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Charlottenburg-Wilmersdorf · Wohnen

Siedlung Westend: Einwohnerversammlung am 16. Oktober zum Neubau

Am Dickensweg sollen mehr als 600 Wohnungen entstehen. Am 16. Oktober informieren Bezirk und BUWOG die Mieter der Siedlung Westend, es gibt 199 Plätze.

Ida Nagel Veröffentlicht
Zweigeschossige Wohnhäuser mit Satteldächern und hellem Putz zwischen Kiefern und Rasenflächen im Herbstlicht.
Die zweigeschossigen Zeilenbauten der Siedlung Westend sollen durch umfangreiche Neubauten ergänzt werden. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (6 Abschnitte)
  1. Was ist die Siedlung Westend?
  2. Wie viele Wohnungen sollen am Dickensweg entstehen?
  3. Was ist für die Mieter vereinbart?
  4. Was die Einladung nicht sagt
  5. Wie es weitergeht
  6. Quellen

Zur Zukunft der Siedlung Westend am Dickensweg lädt der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf am Freitag, 16. Oktober 2026, um 18 Uhr zur Einwohnerversammlung in die Charles-Dickens-Grundschule. Die BUWOG will dort mehr als 600 neue Wohnungen bauen. Für die rund 210 Bestandswohnungen gelten vertraglich vereinbarte Regeln zu Miethöhe, Umzug und Härtefällen. Es gibt 199 Plätze.

Nach mehr als zehn Jahren Planung soll es für die Mieter der Siedlung Westend endlich Antworten geben. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat am zur Einwohnerversammlung eingeladen: Am Freitag, , informieren Bezirkspolitik, Bezirksamt und die Projektträgerin BUWOG in der Aula der Charles-Dickens-Grundschule, Dickensweg 15, über den Stand der Planung. Bewohner und alle anderen Interessierten können Fragen stellen.

Die Versammlung geht auf den Antrag eines Einwohners zurück. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat ihn nach § 42 des Bezirksverwaltungsgesetzes unterstützt. Der Saal fasst 199 Menschen, Einlass gibt es nur, solange Plätze frei sind. Wer sicher hinein will, sollte früh da sein.

  • Termin: Freitag, 16. Oktober 2026, 18 Uhr
  • Ort: Aula der Charles-Dickens-Grundschule, Dickensweg 15, 14055 Berlin
  • Plätze: höchstens 199, keine Anmeldung
  • Thema: Bebauungsplan 4-59 VE, Qualifizierungsverfahren, Schutz der Bestandsmieter

Was ist die Siedlung Westend?

Die Siedlung Westend ist eine ehemalige Wohnsiedlung der britischen Alliierten aus den 1950er-Jahren unweit des Olympiastadions, vor allem mit zweigeschossigen Zeilenbauten rund um den Dickensweg. Eigentümerin ist die Deutsche Wohnen, die zum Vonovia-Konzern gehört; die Planung führt die Vonovia-Tochter BUWOG. Seit Jahren steht ein großer Teil der Wohnungen leer.

Das Bebauungsplanverfahren 4-59 VE wurde nach einem Bericht von Entwicklungsstadt vom 25. Juli 2026 bereits im Februar 2015 eingeleitet. „VE“ steht für vorhabenbezogen: Bezirk und Investorin schließen einen Durchführungsvertrag, in dem Pflichten der Bauherrin festgeschrieben werden.

Wie viele Wohnungen sollen am Dickensweg entstehen?

Am Dickensweg sind je nach Quelle zwischen 600 und 800 neue Wohnungen im Gespräch. Eine feste Zahl gibt es noch nicht, weil das städtebauliche Qualifizierungsverfahren läuft. Die Angaben haben sich in den vergangenen 14 Monaten verändert:

Planungszahlen für das Quartier am Dickensweg nach Quelle (Stand 7. Oktober 2026)
Quelle Datum Neubau Bestand und Leerstand
Senat, Antwort auf Schriftliche Anfrage 19/23509 15. August 2025 rund 670 Wohnungen 74 leere Wohnungen, 74 zum Abriss vorgesehen
BVV-Fraktionen, „Thema des Monats“ des Bezirksamts Mai 2026 600 bis 650 Wohnungen (SPD) 210 Wohnungen, davon 97 vermietet (Linke)
Entwicklungsstadt 25. Juli 2026 700 bis 800 Wohnungen rund 200 Bestandswohnungen

Geplant sind laut den Fraktionsbeiträgen im „Thema des Monats“ vom Mai 2026 außerdem eine Kita, ein Nahversorger, ein öffentlicher Spielplatz und eine Quartiersgarage. Die Grünen-Fraktion schrieb dort, 30 Prozent der neuen Wohnungen würden nach der Berliner Regelung preisgedämpft; die Linksfraktion rechnete mit mindestens 30, wahrscheinlich 40 bis 50 Prozent.

Was ist für die Mieter vereinbart?

Die heutigen Mieter am Dickensweg sind durch einen Durchführungsvertrag zwischen Bezirk und Projektträgerin geschützt. Laut Bezirksamt regelt er unter anderem die Miethöhe, Hilfe bei notwendigen Umzügen und Härtefälle. Die Grünen-Fraktion nannte im Mai 2026 einen Kern davon: Ein Teil der Neubauwohnungen solle an die heutigen Bewohner zum bisherigen Mietpreis vermietet werden.

Wie genau die Regeln aussehen – wer wann umziehen muss, ob in eine Neubauwohnung im selben Quartier, was mit Stellplätzen passiert –, dazu stehen öffentlich bisher nur Teile. Die SPD-Fraktion hatte im Mai offene Fragen zur Verteilung günstiger und teurer Wohnungen und zu den Konditionen in der Quartiersgarage benannt. Genau dafür ist die Versammlung am 16. Oktober da.

Was die Einladung nicht sagt

  • Die Zahl der Neubauwohnungen ist offen: Zwischen der Senatsantwort von 2025 (rund 670) und dem Bericht vom Juli 2026 (700 bis 800) liegt eine Spanne von bis zu 130 Wohnungen.
  • Beim Leerstand liegen die Angaben weit auseinander: Der Senat sprach im August 2025 von 74 leeren Wohnungen. Nach den Zahlen der Linksfraktion vom Mai 2026 (97 von 210 vermietet) wären es 113.
  • Der Senat hatte 2025 mitgeteilt, dass ein Verfahren zur Wiederzuführung leerer Wohnungen läuft und Abrisse nur mit angemessenem Ersatzwohnraum genehmigt werden.
  • Der Baubeginn bleibt unsicher: Die AfD-Fraktion nannte im Mai 2026 „ab 2027“, Entwicklungsstadt im Juli 2026 frühestens Anfang 2028.

Wie es weitergeht

Nach der Einwohnerversammlung am setzt das Bezirksamt das Qualifizierungsverfahren mit der BUWOG fort. Die förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan 4-59 VE, bei der alle Stellungnahmen abgeben können, stand laut Senatsantwort von 2025 noch aus. Über den Bebauungsplan entscheidet am Ende die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf. Weitere Meldungen aus dem Bezirk findest du auf unserer Seite für Charlottenburg-Wilmersdorf, Hintergründe zum Mietrecht im Ressort Wohnen.

Quellen

Ida Nagel

Redakteurin Gesellschaft & Wohnen

Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …

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