Politik 📅 24. September 2026 ⏱ 8 Min. 👁 61 Aufrufe

KI-gestützter Videoschutz Berlin: Start am Kottbusser Tor

Die Polizei Berlin startet ein Pilotprojekt für KI-gestützten Videoschutz am Kottbusser Tor. Kameras mit semantischer und räumlicher KI sollen Gewaltvorfälle früher erkennen – die Konfigurationsphase läuft bereits.

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KI-gestützter Videoschutz Berlin startet als Pilotprojekt der Polizei Berlin am Kottbusser Tor in Kreuzberg. Kameras mit semantischer und räumlicher KI sollen Gewalt- und Schadensvorfälle an den vier kriminalitätsbelasteten Orten der Stadt automatisiert erkennen. Die vierwöchige Konfigurationsphase läuft laut Polizei Berlin seit dem 24. September 2026, danach folgt der Testbetrieb.

Die Polizei Berlin führt einen phasen- und testweisen Einsatz von KI-gestütztem Videoschutz an sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten (kbO) ein. Alle derzeit als kbO eingestuften Flächen liegen im Zuständigkeitsbereich der Direktion 5 (City). Das System soll sicherheitsrelevante Ereignisse frühzeitig erkennen und eine schnellere Reaktion bei Gewalt- und Schadensvorfällen im öffentlichen Raum ermöglichen, teilte die Polizei Berlin am 24. September 2026 mit.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) begründete den Schritt mit der angespannten Sicherheitslage: „Mit diesem Projekt stärken wir die Innere Sicherheit in Berlin“, erklärte sie und verwies auf begrenzte personelle Ressourcen der Polizei. Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik Meisel betonte, moderne Technologie sei notwendig, um den „Schutz der Menschen in dieser Stadt“ auch künftig gewährleisten zu können.

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Kurz zusammengefasst: Die Polizei Berlin startet KI-gestützten Videoschutz zunächst am Kottbusser Tor, weitere kriminalitätsbelastete Orte folgen. Die KI erkennt Gewalt- und Schadensereignisse anhand von Bewegungsmustern, ohne Gesichter zu identifizieren – ein Mensch entscheidet über jede Reaktion. Rechtsgrundlage ist eine bereits im Dezember 2025 beschlossene ASOG-Novelle, die Investitionskosten liegen laut Senatsangaben bei rund 2,47 Millionen Euro bis 2030.

📋 Das Wichtigste in Kürze

  • Start des Pilotprojekts: Kottbusser Tor, Konfigurationsphase seit 24. September 2026, rund vier Wochen.
  • Weitere geplante Standorte: Warschauer Brücke, Alexanderplatz, Görlitzer Park/Wrangelkiez.
  • Technik: semantische und räumliche KI (Spatial AI), erkennt Situationen statt einzelner Personen.
  • Grundprinzip laut Polizei Berlin: „Die KI meldet, der Mensch entscheidet.“
  • Rechtsgrundlage: ASOG Berlin, novelliert im Dezember 2025.
  • Kosten laut Senatsangaben: rund 2,47 Millionen Euro Investition plus 2,13 Millionen Euro Betrieb bis 2030 für die kbO-Standorte.
📖 Inhaltsverzeichnis
  1. KI-gestützter Videoschutz Berlin: Was startet am Kottbusser Tor?
  2. Wie funktioniert die KI beim Videoschutz?
  3. Wo kommt der Videoschutz als Nächstes hin?
  4. BerlinEcho-Einordnung
  5. Welche Rechtsgrundlage gilt für den Videoschutz?
  6. Häufige Fragen

🚓 KI-gestützter Videoschutz Berlin: Was startet am Kottbusser Tor?

Am Kottbusser Tor beginnt ab sofort die Konfigurationsphase der Kameras: Kamerawinkel werden festgelegt, das System wird technisch feinjustiert. Nach rund vier Wochen soll ein Testbetrieb starten. Die wesentlichen Akteurinnen und Akteure am Kottbusser Tor seien laut Polizei Berlin bereits über das Projekt informiert worden. Der Ort gilt seit Jahren als einer der kriminalitätsbelasteten Orte Berlins mit besonders hoher Einsatzdichte.

🤖 Wie funktioniert die KI beim Videoschutz?

Das System arbeitet mit semantischer KI und räumlicher KI (Spatial AI): Statt einzelne Personen zu verfolgen, analysiert es den Zusammenhang einer gesamten Situation – etwa, ob eine Person stürzt oder ein Gegenstand geworfen wird. Nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger werden Gesichter dabei nicht erkennbar dargestellt, im Fokus stehen Bewegungsabläufe. Der Bildschirm einer Polizeikraft bleibt im Normalbetrieb inaktiv und schwarz und aktiviert sich nur, wenn die KI ein Ereignis erkennt (Anlassbetrieb). Die Polizei Berlin fasst das Prinzip so zusammen: „Die KI meldet, der Mensch entscheidet.“ Technischer Dienstleister ist laut Polizeimeldung die adesso SE, die Umsetzung übernimmt das Unternehmen Staige.

📍 Wo kommt der Videoschutz als Nächstes hin?

Nach dem Start am Kottbusser Tor sind laut aktuellem Stand drei weitere kriminalitätsbelastete Orte vorgesehen: zunächst die Warschauer Brücke in Friedrichshain, danach der Alexanderplatz in Mitte und anschließend der Görlitzer Park samt Wrangelkiez in Kreuzberg. Eine feste Zeitplanung für diese drei Standorte nannte die Polizei Berlin zum Zeitpunkt der Mitteilung am 24. September 2026 noch nicht.

🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG

Was die Pressemitteilung nicht erzählt

Die Polizeimeldung präsentiert den Kottbusser Tor als Auftakt eines schlanken Pilotprojekts. Senatsunterlagen und Recherchen zeigen ein größeres und teureres Vorhaben.

1. Das Projekt kostet mehrere Millionen Euro
Für die Videoschutz-Kameras an kriminalitätsbelasteten Orten sind laut Senatsangaben bis 2030 rund 2,47 Millionen Euro Investitionskosten sowie 2,13 Millionen Euro laufende Betriebskosten eingeplant. Die Polizeimeldung selbst nennt keine einzige Zahl dazu.

2. Die Rechtsgrundlage ist neun Monate alt
Möglich wird der Einsatz durch eine Novelle des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG), die bereits im Dezember 2025 beschlossen wurde. Die PM erwähnt das ASOG, verschweigt aber, dass die gesetzliche Grundlage schon seit Monaten steht und der jetzige Schritt eher eine technische als eine politische Zäsur ist.

3. Auch Regierungsgebäude sollen geschützt werden
Neben den vier kbO plant der Senat laut Vorlage ab Dezember 2026 zusätzlich KI-gestützten Objektschutz für Gebäude wie das Rote Rathaus und die Innenverwaltung – mit weiteren rund 1,76 Millionen Euro Investition und 355.000 Euro Betriebskosten. Das Pilotprojekt ist also von Anfang an größer angelegt, als es am Kottbusser Tor wirkt.

4. Nicht der erste Anlauf – und nicht unumstritten
Bereits im März 2026 hatte der Senat erwogen, auch das Abgeordnetenhaus per KI-Videoschutz zu sichern. Nach Protesten von Abgeordneten wurde die Idee wieder fallengelassen. Der Widerstand kam damit nicht nur von Datenschützern, sondern auch aus der Politik selbst.

📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Die Polizei betont zu Recht, dass keine Gesichtserkennung stattfindet. Offen bleibt aber, wer den Erfolg des mehrere Millionen Euro teuren Pilotprojekts nach welchen Kriterien bewertet – und ob eine Ausweitung auf weitere Orte automatisch erfolgt oder erneut öffentlich diskutiert wird.

Maik Möhring · Chefredakteur, BerlinEcho
Videoüberwachung ist in Berlin regelmäßig ein Streitthema – bei diesem Projekt lohnt sich der Blick auf die Zahlen genauso wie auf die Technik.

⚖️ Welche Rechtsgrundlage gilt für den Videoschutz?

Die Polizei Berlin stützt das Projekt auf das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz Berlin (ASOG), das die Datenerhebung durch Videoaufzeichnungen sowie die automatisierte Analyse von Bildern mittels KI-Modellen erlaubt. Die entsprechende Gesetzesnovelle stammt aus dem Dezember 2025. Der Schutz der Persönlichkeitsrechte soll laut Polizei Berlin bei der technischen Umsetzung uneingeschränkt berücksichtigt werden: Sensible Bereiche wie Hauseingänge oder Fensterfronten werden durch geeignete technische Möglichkeiten unkenntlich gemacht.

Mehr zur öffentlichen Debatte um Kameras im Stadtbild liest du in unserem Kommentar „Videoüberwachung Berlin: Sicherheit vs. Freiheit“. Einen Überblick über das allgemeine Sicherheitsgefühl in der Stadt gibt unser Artikel Wie sicher ist Berlin?, zu den sicherheitspolitischen Plänen der Parteien nach der Wahl unser Beitrag Innere Sicherheit Berlin. Weitere Hintergründe zu einzelnen Standorten findest du in der Kategorie Kriminalität sowie im Kiez-Überblick Kottbusser Tor.

KI-gestützter Videoschutz Berlin im Überblick, Stand: 24. September 2026
Aspekt Details Quelle
Was Pilotprojekt für KI-gestützten Videoschutz an kriminalitätsbelasteten Orten Polizei Berlin
Wo Start: Kottbusser Tor. Danach: Warschauer Brücke, Alexanderplatz, Görlitzer Park/Wrangelkiez Polizei Berlin
Kosten (kbO, bis 2030) rund 2,47 Mio. Euro Investition, 2,13 Mio. Euro Betrieb Tagesspiegel
Rechtsgrundlage ASOG Berlin, Novelle vom Dezember 2025 Tagesspiegel

❓ Häufige Fragen zum KI-gestützten Videoschutz

Was ist KI-gestützter Videoschutz in Berlin?

KI-gestützter Videoschutz ist ein Pilotprojekt der Polizei Berlin, bei dem Kameras an kriminalitätsbelasteten Orten mit semantischer und räumlicher KI Gewalt- und Schadensereignisse automatisiert erkennen sollen. Die KI meldet auffällige Situationen an eine Polizeikraft, die über weitere Schritte entscheidet. Gesichter werden dabei laut Innensenatorin Iris Spranger nicht erkennbar dargestellt.

Wo startet der Videoschutz zuerst?

Der Testbetrieb beginnt am Kottbusser Tor in Kreuzberg, einem der kriminalitätsbelasteten Orte Berlins. Seit dem 24. September 2026 läuft dort die rund vierwöchige Konfigurationsphase der Kameras. Erst danach startet der eigentliche Testbetrieb, wie die Polizei Berlin mitteilte.

Welche Orte folgen nach dem Kottbusser Tor?

Nach aktuellem Stand sind die Warschauer Brücke in Friedrichshain, der Alexanderplatz in Mitte sowie der Görlitzer Park und der Wrangelkiez in Kreuzberg als nächste Standorte vorgesehen. Einen konkreten Zeitplan für diese drei Orte nannte die Polizei Berlin bei der Ankündigung am 24. September 2026 noch nicht.

Was kostet das Pilotprojekt?

Für die Kameras an den kriminalitätsbelasteten Orten sind laut Senatsangaben bis 2030 rund 2,47 Millionen Euro Investitions- und 2,13 Millionen Euro Betriebskosten vorgesehen. Zusätzlich plant der Senat ab Dezember 2026 KI-gestützten Objektschutz für Regierungsgebäude mit weiteren rund 1,76 Millionen Euro Investition und 355.000 Euro laufenden Kosten.

Auf welcher rechtlichen Grundlage arbeitet das System?

Rechtsgrundlage ist das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz Berlin (ASOG), das die Videoerhebung und automatisierte KI-Bildanalyse regelt. Die entsprechende Gesetzesnovelle wurde bereits im Dezember 2025 beschlossen. Sensible Bereiche wie Hauseingänge oder Fensterfronten werden laut Polizei Berlin technisch unkenntlich gemacht.

🏁 Fazit: Testlauf mit Millionenbudget

Der KI-gestützte Videoschutz am Kottbusser Tor ist mehr als ein kleiner Technik-Test: Bis 2030 sind rund 2,47 Millionen Euro Investitions- und 2,13 Millionen Euro Betriebskosten allein für die vier kriminalitätsbelasteten Orte eingeplant, weitere Millionen fließen ab Dezember 2026 in den Objektschutz von Regierungsgebäuden. Ob das System hält, was die Polizei verspricht – weniger Gewaltvorfälle bei gewahrter Privatsphäre –, wird sich erst im für rund vier Wochen angesetzten Testbetrieb zeigen.

🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Chefredakteur
Ich ordne Berliner Sicherheitspolitik seit Jahren für BerlinEcho ein – mit Blick auf Zahlen und Rechtsgrundlagen statt nur auf Pressekonferenzen.
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🤖 Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI). Angaben basieren auf verfügbaren Quellen zum Zeitpunkt der Erstellung. Für Korrekturen oder Hinweise: Kontakt zur Redaktion →

MM
✍ Über den Autor
Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt der Brüche: Hipster-Kieze neben Plattenbau, Bundespolitik neben Bezirksstreit, globale Startup-Szene neben klassischem Berliner Kleingarten. Diesen Widersprüchen geht BerlinEcho nach – täglich. Als Verleger verantworte ich alles, was auf dieser Seite erscheint. Das ist mir wichtig zu sagen, weil es in einer Zeit, in der viele Medien hinter anonymen Redaktionen verschwinden, nicht selbstverständlich ist. Bei BerlinEcho steht immer jemand mit dem Namen dafür ein. Mein Hintergrund ist digitales Publizieren: SEO, Content-Strategie, Aufbau von Nachrichtenportalen – das mache ich seit Jahren, für meine eigenen Seiten und für Kunden. BerlinEcho ist mein liebstes Projekt, weil es direkt an dem Ort spielt, wo gerade Deutschland-Geschichte geschrieben wird.

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📍 Berlin ⭐ Gründer Maik Möhring Media · Verleger & verantwortlicher Redakteur · Langjährige Erfahrung in digitalem Publizieren · Mehrere Online-Medien in Deutschland. ✍ 350 Artikel