Checkpoint Charlie: Grabung legt DDR-Grenzanlagen frei
Inhalt (5 Abschnitte)
Bei Grabungen am Checkpoint Charlie in Kreuzberg hat die Stiftung Berliner Mauer Reste der DDR-Grenzübergangsstelle freigelegt, darunter das Fundament der Führungsstelle der Grenztruppen aus den Jahren 1985 bis 1989. Die Grabungsstelle an der Friedrich- und Zimmerstraße ist am Sonntag, 11. Oktober 2026, von 12 bis 16 Uhr öffentlich zugänglich.
Am Checkpoint Charlie liegt wieder Substanz unter dem Pflaster: Bei Suchgrabungen an der Kreuzung Friedrichstraße/Zimmerstraße kamen Teile der Begrenzungsmauern, Asphaltflächen und eine Fahrzeugsperre zum Vorschein. Das teilte das Landesdenkmalamt Berlin am 9. Oktober 2026 mit. Wer sich die Funde ansehen will, hat am Sonntag Gelegenheit dazu.
- Ort: Kreuzung Friedrichstraße/Zimmerstraße, Friedrichshain-Kreuzberg
- Offener Aktionsnachmittag: , 12 bis 16 Uhr, mit kurzen Führungen
- Ausstellung zum Wettbewerb: 13. bis 23. Oktober 2026 im Neuen Stadthaus, Mitte
- Grabung durch: Stiftung Berliner Mauer, abgestimmt mit dem Landesdenkmalamt
Was haben die Archäologen am Checkpoint Charlie gefunden?
Die Stiftung Berliner Mauer hat am ehemaligen Checkpoint Charlie bauliche Überreste der DDR-Grenzübergangsstelle freigelegt. Dazu zählen Teile der Begrenzungsmauern, Asphaltflächen und das Fundament der Führungsstelle der DDR-Grenztruppen, die von 1985 bis 1989 genutzt wurde.
Älter ist ein weiterer Fund: Die Archäologen stießen auf Teile einer Fahrzeugsperre, die nach der Panzerkonfrontation im Oktober 1961 errichtet wurde. Damals standen sich sowjetische und amerikanische Panzer an der Sektorengrenze gegenüber. Ein Stück Kalter Krieg, nur wenige Spatenstiche unter dem Asphalt.
Warum wurde überhaupt gegraben?
Die Stiftung Berliner Mauer hat die Suchgrabungen in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt gestartet, weil der Ort neu gestaltet werden soll. Geplant ist ein Bildungs- und Erinnerungsort. Bislang sind nach Angaben von Landeskonservator Christoph Rauhut nur eine große Freifläche und zwei Brandwände als echte historische Spuren vor Ort sichtbar, dabei gehört der Checkpoint Charlie zu den meistbesuchten Denkmalorten der Stadt.
Susanne Muhle, Leiterin der Abteilung Forschung und Dokumentation in der Stiftung, verweist auf die weitgehende Überformung des Areals nach 1990. Die Funde seien bedeutsame Zeugnisse und sollen den Ort künftig besser lesbar machen. Sie sollen in die laufenden Planungen einfließen.
Wann und wo kannst du die Grabungsstelle besichtigen?
Die Grabungsstelle ist am Sonntag, 11. Oktober 2026, von 12 bis 16 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Bei dem Aktionsnachmittag erklären Fachleute die Funde in kurzen Führungen. Eine Anmeldung nennt die Mitteilung nicht. Medien können die Stelle nach Absprache bereits seit dem 9. Oktober besichtigen.
Anreise: Der Checkpoint Charlie liegt an der Kreuzung von Friedrichstraße und Zimmerstraße im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, nahe dem U-Bahnhof Kochstraße/Checkpoint Charlie (U6).
Wie geht es mit dem Erinnerungsort weiter?
Die Ergebnisse des Wettbewerbs zum Bildungs- und Erinnerungsort zeigt eine Ausstellung vom 13. bis 23. Oktober 2026 im Neuen Stadthaus in Berlin-Mitte. Wie die Funde konkret in die Gestaltung eingehen, steht noch nicht fest. Das Landesdenkmalamt spricht davon, sie als Teil des Denkmals am Ort zu präsentieren.
Zum Wettbewerb selbst haben wir bereits berichtet: Checkpoint Charlie: Wie die Neugestaltung aussehen soll. Mehr Nachrichten aus dem Bezirk findest du in der Rubrik Friedrichshain-Kreuzberg.
Quellen
- Landesdenkmalamt Berlin: Archäologische Grabung am Checkpoint Charlie (Pressemitteilung vom 9. Oktober 2026)
- Stiftung Berliner Mauer
Ariane Nagel
Redakteurin Kultur & Meinung
Ich bin Ariane, und ich schreibe das, was andere vielleicht nicht schreiben wollen: klare Meinungen. Bei BerlinEcho verantworte ich Kultur und Meinung – und ja, das passt gut zusammen, denn Kultur ohne Haltung ist Dekoration. Berlin ist kulturell …
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