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Berliner Seen: 39 Badestellen, Wasserqualität und Regeln

In Berlin gibt es 39 offiziell ausgewiesene Badestellen an Seen und Flussseen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) prüft sie in der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September alle 14 Tage. In der EU-Einstufung für 2021 bis 2024 erhielten alle 39 die Note „ausgezeichnet“. Außerhalb der Saison wird die Wasserqualität nicht routinemäßig überwacht.

Zuletzt aktualisiert am . An den Berliner Seen darfst du nicht überall baden. Nach der Berliner Badegewässerverordnung ist Baden nur in offiziell ausgewiesenen Badegewässern erlaubt. Das LAGeSo überwacht 39 Badestellen, und die Saison 2026 endete am 15. September ohne ein einziges Badeverbot wegen Keimen. Jetzt im Herbst ruht die Überwachung, die meisten Strandbäder sind geschlossen, und spätestens beim ersten Frost stellt sich die Frage nach dem Eis.

Wo darf man in Berlin baden?

Baden ist in Berlin an 39 ausgewiesenen und überwachten Badestellen erlaubt, die das LAGeSo in seiner Liste der Badestellen mit Karte führt. Generell verboten ist Baden aus Sicherheitsgründen in der Spree, in Kanälen, in der Havel von der Insel Eiswerder bis zum Pichelsdorfer Gmünd samt den seenartigen Erweiterungen bis Höhe Schildhorn, an Brücken, in Schleusen, an Schiffsanlegestellen und an Fähren. Die Badestellen bestimmt jedes Jahr vor der Saison die für Wasserwirtschaft zuständige Senatsverwaltung.

Die 39 Berliner EU-Badestellen nach Gewässer (LAGeSo, Saison 2026)
Gewässer Badestellen Anzahl
Unterhavel Kleine Badewiese, Breitehorn, Grunewaldturm, Lieper Bucht, Große Steinlanke, Alter Hof, Radfahrerwiese 7
Wannsee Strandbad Wannsee 1
Tegeler See Strandbad Tegel, Scharfenberg, Reiswerder, Saatwinkel, Reiherwerder 5
Oberhavel Sandhauser Straße, Bürgerablage 2
Dahme Schmöckwitz, Große Krampe, Bammelecke, Strandbad Grünau, Strandbad Wendenschloss, Flussbad Gartenstraße 6
Großer Müggelsee Strandbad Müggelsee, Seebad Friedrichshagen 2
Groß Glienicker See Nord, Süd 2
Weitere Seen mit je einer Badestelle Kleiner Müggelsee, Dämeritzsee, Seddinsee, Schlachtensee, Krumme Lanke, Teufelssee, Halensee, Weißer See, Orankesee, Plötzensee, Flughafensee, Heiligensee, Ziegeleisee (Strandbad Lübars), Jungfernheideteich 14

Wie wird die Wasserqualität der Berliner Seen überwacht?

Das LAGeSo nimmt an allen Badestellen von 15. Mai bis 15. September alle 14 Tage Proben und untersucht sie auf die Darmbakterien E. coli und intestinale Enterokokken, so die Seite zur Badegewässerüberwachung. Dazu kommen eine Sichtkontrolle von Färbung, Trübung und Geruch sowie chemische Werte wie Nitrat und Ammonium. Liegt ein Wert über dem Grenzwert, folgt sofort eine Nachprobe; bestätigt sie die Überschreitung, spricht das Amt ein Badeverbot aus. An fünf Badestellen der Unterhavel unterstützt ein Vorhersagemodell die Bewertung, weil dort nach Regen kurzzeitige Verschmutzungen möglich sind.

Für die Langzeitnote zählt die EU-Einstufung: Diese Bewertung wertet die Messungen der letzten vier Jahre aus und vergibt „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ oder „mangelhaft“. Für den Zeitraum 2021 bis 2024 sind alle 39 Berliner Badestellen als ausgezeichnet eingestuft. Blaualgen fließen in diese Note nicht ein. Mehr zu Messwerten und Ampel steht in unserem Artikel zur Wasserqualität der Berliner Seen.

Wie verlief die Badesaison 2026 an den Berliner Seen?

Die Badesaison 2026 an den Berliner Seen verlief ohne Badeverbot: Das LAGeSo vergab zwischen Ende April und Mitte September keine rote Bewertung. Gelb – also Vorsicht – gab es vor allem im Hoch- und Spätsommer wegen Blaualgen.

Eigene Auswertung: BerlinEcho hat am 1. Oktober 2026 die Saisondaten des LAGeSo ausgewertet – 441 Bewertungen an 39 Badestellen zwischen dem 27. April und dem 15. September 2026. Gezählt wurden die Ampelfarben je Probenahme, einschließlich der Prognosen des Frühwarnsystems an der Unterhavel.

  • Keine einzige rote Bewertung, also kein Badeverbot wegen Verschmutzung.
  • 28 gelbe Bewertungen an 11 Badestellen, fast alle wegen Blaualgen oder sehr geringer Sichttiefe; betroffen waren vor allem die Unterhavel und der Tegeler See ab Juli.
  • Am Groß Glienicker See gab es im Juni zweimal Gelb, weil nach Starkregen eine kurzzeitige mikrobielle Verschmutzung drohte.
  • Höchste gemessene Wassertemperatur: 28,7 Grad am 25. Juni 2026 am Groß Glienicker See (Süd).

Was tun bei Blaualgen im See?

Blaualgen (Cyanobakterien) entwickeln sich laut LAGeSo ab Juli in den meisten Berliner Badegewässern massenhaft, weil die flachen Flussseen von Dahme, Spree und Havel viele Nährstoffe enthalten. Manche Arten bilden Giftstoffe, die Haut, Schleimhäute und Magen reizen können. Das Amt rät: nicht in Bereichen mit grünen oder blaugrünen Schlieren baden, Kinder aus solchem Flachwasser fernhalten, nach dem Baden duschen und die Badekleidung wechseln. Am Tegeler See wurden 2017 neuartige Blaualgen an Wasserpflanzen entdeckt, nachdem dort Hunde verendet waren; für Menschen besteht beim Baden laut LAGeSo wegen der geringen Konzentration im Freiwasser keine Gefahr, angeschwemmte Pflanzenreste solltest du aber meiden.

Welche Strandbäder gibt es an den Berliner Seen?

Elf Strandbäder führen die Berliner Bäder-Betriebe in ihrem Verzeichnis, darunter Wannsee, Plötzensee, Orankesee, Weißensee, Lübars, Tegeler See, Jungfernheide, Halensee, Friedrichshagen, Grünau und Wendenschloss. Das Strandbad Wannsee betreiben die BBB selbst; mehrere andere sind verpachtet, beim Strandbad Plötzensee etwa verweisen die BBB auf die Website des Pächters. Der reguläre Badebetrieb im Strandbad Wannsee ist laut BBB-Mitteilung beendet. Ganzjährig ohne Eintritt ist das Strandbad Müggelsee: Das rund 830 Meter lange Bad betreut das Bezirksamt Treptow-Köpenick. Aktuelle Werte zum Müggelsee findest du in unserem Müggelsee-Artikel.

Wo gibt es FKK an Berliner Seen?

Abgegrenzte FKK-Bereiche haben laut den Badegewässerprofilen des LAGeSo mindestens vier Strandbäder: das Strandbad Müggelsee mit separatem FKK-Strand, das Strandbad Tegel mit FKK-Gelände und Liegewiese im Norden, das Strandbad Plötzensee mit FKK-Wiese und -Sandstrand sowie das Strandbad Lübars am Ziegeleisee. Weitere Nacktbade-Stellen listet unsere Übersicht FKK in Berlin.

Dürfen Hunde an Berliner Seen baden?

An öffentlichen Badestellen dürfen Hunde in Berlin nicht mitgenommen werden, ausgenommen sind gekennzeichnete Hundebadestellen; das regelt § 15 Abs. 1 des Berliner Hundegesetzes, wie die Berliner Forsten erläutern. Außerhalb davon gilt die allgemeine Leinenpflicht. Frei laufen dürfen Hunde in den zwölf Hundeauslaufgebieten im Wald mit zusammen rund 1.220 Hektar. Am Schlachtensee und an der Krummen Lanke grenzt das Hundeauslaufgebiet Grunewald direkt ans Ufer; an den ausgeschilderten Badestellen dort gilt trotzdem Hundeverbot, auf den Uferwegen Leinenpflicht (LAGeSo-Profile Krumme Lanke und Schlachtensee). Wo dein Hund schwimmen darf, zeigt unser Ratgeber zu Hundestränden in Berlin; mehr zum Schlachtensee im eigenen Porträt.

Darf man im Winter auf das Eis der Berliner Seen?

Eine Freigabe zugefrorener Seen gibt es in Berlin nicht. Die Wasserschutzpolizei stellt klar: Zuständig für die innerstädtischen Seen sind die Bezirksämter, doch auch sie geben keine Eisflächen zum allgemeinen Betreten frei. Für große fließende Gewässer erteilt die Senatsverwaltung nur im Einzelfall Genehmigungen, etwa für Veranstaltungen. Wer aufs Eis geht, tut das auf eigene Gefahr. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf warnte in diesem Jahr ausdrücklich vor Lebensgefahr auf Eisflächen; im kalten Wasser hält sich ein Mensch nur wenige Minuten. Die Polizei rät, fließende Gewässer wie Spree, Havel, Großen Wannsee, Großen Müggelsee und Tegeler See ganz zu meiden und bei einem Einbruch sofort 110 oder 112 zu rufen.

Häufige Fragen zu den Berliner Seen

Wie viele Badestellen gibt es an den Berliner Seen?

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales führt 39 ausgewiesene und überwachte Badestellen. Die meisten liegen an der Unterhavel, am Tegeler See und an der Dahme, dazu kommen Einzelseen wie Schlachtensee, Krumme Lanke, Plötzensee, Orankesee oder Weißer See. Baden ist nach der Berliner Badegewässerverordnung nur in den offiziell ausgewiesenen Badegewässern erlaubt.

Wann ist Badesaison in Berlin?

Die offizielle Badesaison in Berlin dauert vom 15. Mai bis zum 15. September. In dieser Zeit nimmt das LAGeSo an allen Badestellen alle 14 Tage Proben und veröffentlicht die Bewertung als Ampel. Außerhalb der Saison wird nicht routinemäßig gemessen, und die meisten Strandbäder haben geschlossen.

Wie gut ist die Wasserqualität der Berliner Seen?

In der EU-Einstufung für 2021 bis 2024 sind alle 39 Berliner Badestellen als ausgezeichnet bewertet. In der Saison 2026 vergab das LAGeSo keine rote Bewertung; 28 gelbe Bewertungen an 11 Badestellen gingen fast alle auf Blaualgen oder geringe Sichttiefe zurück. Kurzfristig kann sich die Lage nach Starkregen oder bei Algenblüten ändern.

Darf ich mit meinem Hund an einer Berliner Badestelle baden?

Nein, an öffentlichen Badestellen gilt nach § 15 Abs. 1 Berliner Hundegesetz ein Mitnahmeverbot für Hunde. Ausgenommen sind nur gekennzeichnete Hundebadestellen. In den zwölf Hundeauslaufgebieten im Wald dürfen Hunde frei laufen, das Hundeauslaufgebiet Grunewald reicht zum Beispiel an Schlachtensee und Krumme Lanke heran.

Wird das Eis auf Berliner Seen im Winter freigegeben?

Nein. Laut Wasserschutzpolizei geben weder die Bezirksämter noch die Polizei Eisflächen zum allgemeinen Betreten frei. Die Senatsverwaltung genehmigt das Betreten großer Gewässer nur im Einzelfall, etwa für Veranstaltungen. Wer trotzdem aufs Eis geht, handelt auf eigene Gefahr und sollte bei einem Unfall sofort 110 oder 112 wählen.

Quellen

Stand: 01.10.2026