Neubau in Baumschulenweg: Konzept sieht Platz für 660 Wohnungen
Inhalt (6 Abschnitte)
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat am 29. September 2026 das Innenentwicklungskonzept Baumschulenweg beschlossen. Es sieht im Ortsteil Platz für rund 660 neue Wohnungen, 60 zusätzliche Kitaplätze, 60 Grundschulplätze, einen Oberschulstandort und 2 bis 3 Quartiersgaragen. Das Konzept ist kein Bebauungsplan; gebaut wird nur, wenn Eigentümer es wollen.
In Baumschulenweg könnten in den kommenden Jahren rund 660 Wohnungen entstehen – durch Neubauten an Kiefholzstraße und Sonnenallee, durch Aufstockungen alter Zeilenbauten und durch die Überbauung eines Supermarkts. Das steht im Innenentwicklungskonzept (IEK), das das Bezirksamt Treptow-Köpenick am beschlossen und am 6. Oktober öffentlich gemacht hat. Rund 1.300 Menschen kämen dazu. Bei heute rund 13.500 Einwohnerinnen und Einwohnern im Untersuchungsgebiet wäre das ein Zuwachs von knapp 10 Prozent.
Wichtig für alle, die dort wohnen: Das Konzept ist eine Leitlinie für die Verwaltung, kein Baurecht. Ob und wann etwas umgesetzt wird, ist nach Angaben des Bezirksamts offen. Es hängt vor allem davon ab, ob die Eigentümerinnen und Eigentümer der Flächen bauen wollen.
Wo im Kiez könnte gebaut werden?
Das Innenentwicklungskonzept Baumschulenweg untersucht ein Gebiet von rund 140 Hektar zwischen den Kleingartenanlagen im Norden, der S-Bahn-Trasse im Osten, dem Britzer Verbindungskanal im Süden und dem Heidekampgraben im Westen. Für vier sogenannte Vertiefungsbereiche haben die beauftragten Planungsbüros bläser jansen partner und Form Follows You Musterbebauungen entworfen. Die Zahlen stammen aus dem Abschlussbericht, Stand Juni 2026.
| Bereich | Neue Wohnungen | davon Aufstockung | Was dort geplant ist |
|---|---|---|---|
| Kiefholzstraße | bis zu 300 | rund 40 | Neubauten an der Kiefholzstraße, Aufstockung der Zeilenbauten zwischen Bergaustraße, Rodelbergweg und Eichbuschallee |
| Sonnenallee | bis zu 120 | rund 10 | Neubauten an der Sonnenallee, zwei Geschosse für soziale Nutzung wie eine Kita, kompakte Quartiersgarage |
| Dammweg / Eichbuschallee | bis zu 130 | rund 20 | Neubauten an der Kiefholzstraße, Hochpunkt an der Ecke Eichbuschallee/Bahndamm, Oberschulstandort, neue Grünflächen |
| Bildungscampus Heidemühler Weg | rund 110 | – | Überbauung des Nahversorgers an der Ecke Heidemühler Weg/Dornbrunner Straße, betreutes Wohnen oder Jugendwohnen, Schulerweiterung |
| Summe | rund 660 | rund 70 |
Die Aufstockungen sind vorsichtig gerechnet: Theoretisch wären auf den Zeilenbauten der 1950er-Jahre rund 440 Wohnungen möglich. Weil erfahrungsgemäß nur ein Teil davon verwirklicht wird, setzen die Planer nur 15 Prozent an, also rund 70 Wohnungen.
Was bekommt der Kiez außer Wohnungen?
Das Innenentwicklungskonzept koppelt den Wohnungsbau an Schulen, Kitas und Grün. Nach dem Berliner Modell ergeben die rund 1.300 neuen Bewohner einen Bedarf von 60 Kitaplätzen und 60 Grundschulplätzen, dazu rund 7.900 Quadratmeter öffentliche Grünfläche und 1.300 Quadratmeter Spielplatz. Konkret nennt der Bericht:
- eine Erweiterung der Sonnenblumen-Grundschule und einen Bildungscampus am Heidemühler Weg mit neuen Sportflächen,
- Erweiterungen der Kitas am Heidekampweg und der Kita Spatzennest am Dammweg (beides noch zu prüfen),
- den privaten Garagenhof an der Kiefholzstraße 147 als möglichen Standort für eine Oberschule mit Sporthalle,
- einen neuen öffentlichen Grünzug am Heidemühler Weg und eine neue Freifläche an der Eichbuschallee,
- 7.500 Quadratmeter für besondere Wohnformen wie betreutes Wohnen sowie Flächen für Gewerbe und Büros.
Was passiert mit den Parkplätzen?
Oberirdische Stellplätze in Baumschulenweg sollen nach dem Konzept schrittweise weniger werden. An ihre Stelle treten zwei bis drei Quartiersgaragen an den Hauptstraßen, kombiniert mit Sharing-Angeboten. Stellplätze an der Kiefholzstraße würden überbaut oder zu Grünflächen. Die Planer begründen das mit der Anbindung durch den S-Bahnhof Baumschulenweg und die Buslinien auf Baumschulen- und Kiefholzstraße; für den Bildungscampus sind keine neuen Stellplätze vorgesehen. Wer heute vor der Tür parkt, muss sich darauf aber nicht kurzfristig einstellen – auch hier gilt: Umsetzung offen.
Was das Konzept bedeutet – und was nicht
- Kein Baurecht: Das IEK ist laut Bezirksamt ein informelles Planungsinstrument und ersetzt keinen Bebauungsplan. Für größere Vorhaben wären eigene Verfahren nötig, bei Bebauungsplänen mit öffentlicher Beteiligung.
- Eigentümer entscheiden mit: Die Umsetzung hängt laut Konzept maßgeblich vom Bauinteresse der Flächeneigentümer ab. Wichtige Eigentümer wurden in einer Planungswerkstatt einbezogen; eigene Planungen können sie unabhängig von der Studie jederzeit ändern.
- Langer Vorlauf: Beauftragt wurde das Konzept 2023, ursprünglich sollten Ergebnisse im Frühjahr 2024 vorliegen. Bis zum Beschluss vergingen drei Jahre – ein Hinweis, dass konkrete Bauten eher in Jahren als in Monaten zu rechnen sind.
Wie es weitergeht
Das Bezirksamt hat das Konzept mit dem Beschluss vom 29. September 2026 als Arbeitsgrundlage für die Verwaltung festgelegt; verwaltungsinterne Handlungsempfehlungen beschreiben Prioritäten und Instrumente. Bericht und Rahmenplan stehen als barrierearme Fassung auf mein.berlin.de. Vorab war das IEK am 16. April 2026 im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung erörtert worden; eine Online-Beteiligung lief bereits bis November 2023. Fragen beantwortet das Stadtentwicklungsamt Treptow-Köpenick unter (030) 90297-2450.
Weitere Nachrichten aus dem Bezirk findest du auf der Seite zu Treptow-Köpenick, mehr zu Mieten und Neubau im Ressort Wohnen.
Quellen
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Innenentwicklungskonzept Baumschulenweg – Studie zur städtebaulichen Quartiersentwicklung beschlossen (6. Oktober 2026)
- IEK Baumschulenweg, Abschlussbericht (barrierefreie Fassung), bläser jansen partner / Form Follows You, Juni 2026
- mein.berlin.de: Innenentwicklungskonzept (IEK) Baumschulenweg (abgerufen am 6. Oktober 2026)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Quartier Baumschulenweg erhält umsetzungsorientiertes Innenentwicklungskonzept (2023)
Ida Nagel
Redakteurin Gesellschaft & Wohnen
Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …
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