ZLB Alexanderplatz: Das Land Berlin und die Commerz Real haben am 17. September 2026 eine Absichtserklärung für den Bibliotheks-Standort im Gebäude Alexanderplatz 9 unterzeichnet. Geplant sind rund 42.680 Quadratmeter Nettoraumfläche, davon 28.133 Quadratmeter für die Zentral- und Landesbibliothek. Verhandlungen zu den wirtschaftlichen Bedingungen sollen noch im Oktober 2026 beginnen.
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) rückt einen Schritt näher an einen neuen, zusammengeführten Standort: Das Land Berlin und die Commerz Real haben am Donnerstag, dem 17. September 2026, eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Sie betrifft die Flächen im Bestandsgebäude Alexanderplatz 9 in Berlin-Mitte – jenem Warenhauskomplex, in dem aktuell noch Galeria Handel treibt. Beide Seiten wollen sich damit Zeit für die eigentlichen Verhandlungen verschaffen. Die bisherigen Planungen sehen rund 42.680 Quadratmeter Nettoraumfläche vor, von denen rund 28.133 Quadratmeter auf ein mit der Kulturverwaltung abgestimmtes Raum- und Funktionsprogramm für die ZLB entfallen. Rund 14.220 Quadratmeter des Gebäudes sollen weiterhin als Warenhaus mit Einzelhandel und Gastronomie genutzt werden.
Zuständig ist die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt unter Bürgermeister und Kultursenator Stefan Evers. Wirtschaftlich verantwortlich auf der anderen Seite ist die Commerz Real Investmentgesellschaft, die den Gebäudekomplex über eine ihrer Fondsgesellschaften hält. Noch im Oktober 2026 sollen beide Parteien in Verhandlungen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einsteigen – ein rechtsverbindlicher Vertrag ist das Papier vom 17. September ausdrücklich noch nicht.

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Kurz zusammengefasst: Berlin und die Commerz Real haben eine Absichtserklärung für die ZLB am Alexanderplatz unterschrieben, ein verbindlicher Vertrag steht noch aus. Geplant sind rund 42.680 Quadratmeter im Warenhausgebäude Alexanderplatz 9, davon gut zwei Drittel für die Bibliothek. Die eigentlichen wirtschaftlichen Verhandlungen sollen im Oktober 2026 beginnen.
📋 Das Wichtigste in Kürze
- Absichtserklärung unterzeichnet am 17. September 2026 zwischen Land Berlin und Commerz Real
- Geplante Nettoraumfläche gesamt: rund 42.680 Quadratmeter im Gebäude Alexanderplatz 9
- Davon für die ZLB vorgesehen: rund 28.133 Quadratmeter Nutzungsfläche
- Rund 14.220 Quadratmeter bleiben Einzelhandel und Gastronomie (aktuell Galeria)
- Verhandlungen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab Oktober 2026
- Zuständig: Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (Stefan Evers)
- Ein bindender Vertrag existiert nach Stand 17. September 2026 noch nicht
📖 Inhaltsverzeichnis
🏛️ ZLB Alexanderplatz: Was Berlin und Commerz Real konkret vereinbart haben
Die Absichtserklärung vom 17. September 2026 ist ein sogenanntes Memorandum of Understanding – rechtlich unverbindlich, aber politisch ein klares Signal. Beide Seiten bekennen sich darin laut Mitteilung der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zu einem gemeinsamen Nutzungskonzept für die Flächen im Bestandsgebäude Alexanderplatz 9. Der Text soll vor allem Zeit verschaffen: Zeit für die eigentlichen Verhandlungen über Miete, Umbau und Nutzungsrechte, die beide Parteien noch im Oktober 2026 aufnehmen wollen. Bis dahin bleibt offen, wer welche Umbaukosten trägt und zu welchen Konditionen das Land Berlin die Flächen anmietet.
📐 Wie groß soll die neue Zentralbibliothek am Alex werden?
Die bisherigen Planungen sehen für die ZLB rund 28.133 Quadratmeter Nutzungsfläche vor, eingebettet in eine Gesamt-Nettoraumfläche von etwa 42.680 Quadratmetern. Das Raum-, Funktions- und Ausstattungsprogramm ist nach Angaben der Senatsverwaltung kulturfachlich bereits grundsätzlich abgestimmt – es geht also nicht mehr um die Frage, wie viele Regale und Lesesäle die Bibliothek braucht, sondern darum, ob und zu welchen Kosten sich das im Bestandsgebäude realisieren lässt.
| Nutzung | Fläche |
|---|---|
| Gesamte Nettoraumfläche | rund 42.680 m² |
| Davon ZLB (Bibliothek) | rund 28.133 m² |
| Davon Einzelhandel/Gastronomie | rund 14.220 m² |
🏬 Warum ausgerechnet dieses Gebäude am Alexanderplatz?
Alexanderplatz 9 ist kein neuer Name in der Debatte um die ZLB: In dem Warenhauskomplex ist bis heute Galeria mit einer Filiale vertreten, die Immobilie selbst gehört über eine Fondsgesellschaft der Commerz Real. Genau das macht den jetzigen Schritt bemerkenswert – die Commerz Real hatte die Nutzungsvereinbarung mit Galeria zuletzt mehrfach verlängert, wie das Unternehmen auf seiner eigenen Presseseite dokumentiert, während parallel über eine Nachnutzung durch die öffentliche Hand verhandelt wurde. Für die Commerz Real ist ein langfristiger, solventer Mieter wie das Land Berlin wirtschaftlich attraktiv, seit der stationäre Warenhaushandel bundesweit unter Druck steht.
📜 Wie lange sucht die ZLB schon einen neuen Standort?
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin sucht seit Jahren nach einem zusammengeführten, zentralen Haus – bislang sind ihre Bestände auf mehrere Standorte verteilt. Ein früherer Plan sah einen Neubau auf dem Tempelhofer Feld vor; dieses Vorhaben scheiterte nach jahrelanger Debatte am 2014 per Volksentscheid beschlossenen Bebauungsverbot für das Feld. Seither prüfte der Senat mehrere Alternativstandorte in der Innenstadt, bis der Alexanderplatz zur bevorzugten Option wurde. Die Verhandlungen darüber ziehen sich bereits seit mehreren Jahren hin, wie unter anderem Berichte des Fachportals Entwicklungsstadt zur Standortsuche zeigen. Das Vorhaben ZLB Alexanderplatz ist damit ein Zwischenschritt in einem sehr langen Prozess, nicht dessen Abschluss.
💬 Was Kultursenator Evers und Commerz Real sagen
Stefan Evers (CDU), Bürgermeister und Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, nannte die Einigung einen wichtigen Zwischenschritt: „Mit der Absichtserklärung kommen wir einer langfristigen Lösung für die Zentral- und Landesbibliothek einen wichtigen Schritt näher“, erklärte er laut Senatsmitteilung. Die ZLB am Alexanderplatz biete die Chance, „Berlinerinnen und Berliner an einem zentralen, hervorragend erreichbaren Ort zusammenzuführen und zugleich dringend notwendige Impulse für den Alex in Berlins Mitte zu setzen“. Mario Schüttauf, Geschäftsführer der Commerz Real Investmentgesellschaft, begrüßte den Abschluss der Erklärung ausdrücklich und verwies auf die Interessen der Anleger des Fonds: Ziel sei es, den Gebäudekomplex „zu einer lebendigen Mischung aus Arbeit, Kultur und Shopping“ zu machen.
🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG
Was die Pressemitteilung nicht erzählt
Die Senatsmitteilung liest sich wie ein Erfolg – dabei ist die Absichtserklärung vor allem eines: ein Zeitgewinn für zwei Seiten, die sich noch nicht auf die harten Zahlen geeinigt haben.
1. Eine Absicht ist kein Vertrag.
Rechtlich bindet das Papier niemanden. Ob die ZLB tatsächlich an den Alex zieht, entscheidet sich erst in den für Oktober angekündigten Verhandlungen über Miete und Umbaukosten – und die können scheitern, wie zuvor schon der Tempelhof-Standort.
2. Galeria bleibt der eigentliche Unsicherheitsfaktor.
Solange im Gebäude noch Warenhausbetrieb läuft, ist unklar, wie ein Umbau bei laufendem Geschäft ablaufen soll. Die Commerz Real hat die Nutzungsvereinbarung mit Galeria zuletzt mehrfach verlängert – ein Zeichen dafür, dass ein reibungsloser Übergang keineswegs sicher ist.
3. Der Alexanderplatz-Umbau ist auch ein Rettungsanker für Commerz Real.
Ein öffentlicher, langfristig zahlungsfähiger Mieter wie das Land Berlin stabilisiert den Wert der Immobilie in einer Zeit, in der Warenhäuser bundesweit Filialen schließen. Der Deal ist damit nicht nur Kulturpolitik, sondern auch eine wirtschaftliche Absicherung für den Immobilienfonds.
4. Die Uhr tickt für die ZLB-Bestände.
Je länger sich die Standortfrage zieht, desto länger bleiben die Bestände der ZLB auf mehrere Häuser verteilt – mit allen Nachteilen für Nutzerinnen und Nutzer, die heute zwischen Standorten wechseln müssen.
📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Der 17. September 2026 markiert einen politischen Fortschritt, aber keine Entscheidung. Ob am Alexanderplatz wirklich eine neue Zentralbibliothek entsteht, zeigt sich erst, wenn im Herbst die wirtschaftlichen Eckpunkte stehen.
Maik Möhring · Chefredakteur, Beat Stadtentwicklung
Ich beobachte die ZLB-Standortsuche seit Jahren – nach dem gescheiterten Tempelhof-Projekt bleibe ich bei diesem Thema erst überzeugt, wenn ein Vertrag unterschrieben ist, keine Absichtserklärung.
❓ Wie geht es jetzt weiter?
Laut Senatsverwaltung sollen die eigentlichen Verhandlungen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch im Oktober 2026 beginnen. Erst danach lässt sich sagen, wann ein Umbau starten könnte und wie lange Galeria am Standort bleibt. BerlinEcho bleibt an dem Thema dran und aktualisiert diesen Artikel, sobald es einen Verhandlungsstand gibt.
❓ Häufige Fragen zur ZLB am Alexanderplatz
Was ist die Zentral- und Landesbibliothek Berlin?
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) ist die größte öffentliche Bibliothek Berlins und entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer Vorgänger-Einrichtungen. Sie verteilt ihre Bestände bislang auf mehrere Standorte in der Stadt. Der Senat sucht seit Jahren nach einem zusammengeführten, zentralen Haus – der Alexanderplatz gilt seit einiger Zeit als bevorzugte Option: Beim Vorhaben ZLB Alexanderplatz zeigt die Absichtserklärung vom 17. September 2026 den aktuellen Stand.
Wo soll die neue Zentralbibliothek am Alexanderplatz entstehen?
Vorgesehen ist das Bestandsgebäude Alexanderplatz 9 in Berlin-Mitte, in dem aktuell noch eine Galeria-Filiale Handel betreibt. Von der geplanten Nettoraumfläche von rund 42.680 Quadratmetern sollen etwa 28.133 Quadratmeter auf die Bibliothek entfallen, der Rest bleibt Einzelhandel und Gastronomie. Das Gebäude gehört über eine Fondsgesellschaft der Commerz Real.
Ist der Umzug der ZLB an den Alexanderplatz schon beschlossen?
Nein. Am 17. September 2026 wurde lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet – ein rechtlich unverbindliches Papier. Die eigentlichen Verhandlungen über Miete, Umbau und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zwischen Land Berlin und Commerz Real sollen laut Senatsverwaltung erst im Oktober 2026 beginnen. Ein verbindlicher Vertrag steht damit nach aktuellem Stand noch aus.
Was passiert mit Galeria am Alexanderplatz?
Galeria betreibt weiterhin eine Filiale im Gebäude Alexanderplatz 9. Die Commerz Real hat die Nutzungsvereinbarung mit Galeria nach eigenen Angaben bereits mehrfach verlängert, während parallel über eine teilweise Nachnutzung durch die ZLB verhandelt wurde. Wie ein möglicher Umbau bei laufendem Warenhausbetrieb konkret ablaufen soll, ist öffentlich noch nicht dargelegt.
Wann werden weitere Details zum ZLB-Umzug bekannt?
Land Berlin und Commerz Real wollen laut Mitteilung der Senatsverwaltung noch im Oktober 2026 in Verhandlungen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einsteigen. Erst danach dürften konkretere Angaben zu Zeitplan, Umbaukosten und Mietkonditionen folgen. BerlinEcho beobachtet das Thema weiter und aktualisiert diesen Beitrag bei neuem Verhandlungsstand.
| Aspekt | Details | Quelle |
|---|---|---|
| Was | Absichtserklärung ZLB-Standort Alexanderplatz 9 | Senatsverwaltung für Kultur |
| Wer | Zentral- und Landesbibliothek Berlin | Wikipedia |
| Gebäudeeigentümerin | Commerz Real Investmentgesellschaft | Wikipedia |
| Hintergrund Galeria-Vereinbarung | Verlängerte Nutzungsvereinbarung am Alex | Commerz Real Presse |
| Einordnung Standortsuche | Chronologie ZLB-Standortsuche, u.a. Tempelhof | taz.de |
| Wann | 17. September 2026, weitere Verhandlungen ab Oktober 2026 | Senatsverwaltung für Kultur |
🏁 Fazit: Absicht statt Vertrag – aber ein klares Signal
Mit der Absichtserklärung vom 17. September 2026 kommt das Vorhaben ZLB Alexanderplatz einen Schritt weiter, ohne dass am Alexanderplatz schon etwas entschieden wäre. Von den geplanten 42.680 Quadratmetern im Gebäude Alexanderplatz 9 sollen rund 28.133 Quadratmeter auf die Bibliothek entfallen – vorausgesetzt, die für Oktober 2026 angekündigten Verhandlungen zwischen Land Berlin und Commerz Real führen tatsächlich zu einem Vertrag. Bis dahin bleibt ZLB Alexanderplatz ein Standort in der Warteschleife.
🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Chefredakteur, Beat Stadtentwicklung
Ich verfolge die Berliner Standortdebatten seit Jahren im Detail und ordne ein, was hinter den offiziellen Verlautbarungen steckt.
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