Wasserbetriebe: Berlin verzichtet 2027 auf 143,9 Millionen Euro
Inhalt (6 Abschnitte)
Das Land Berlin verzichtet 2027 auf 143,9 Millionen Euro Gewinn der Berliner Wasserbetriebe. Der Senat beschloss das am 29. September 2026 auf Vorlage von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. Für 2026 waren es 82,6 Millionen Euro, für 2024 und 2025 jeweils 57,8 Millionen. Ob die Wasserpreise 2027 stabil bleiben, sagt die Mitteilung nicht.
Berlin verzichtet 2027 auf einen deutlich größeren Teil des Gewinns der Berliner Wasserbetriebe als bisher. Der Senat hat in seiner Sitzung am beschlossen, dass das Land als Eigentümer auf 143,9 Millionen Euro verzichtet. Vorgelegt hat den Beschluss die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey. Die Mitteilung der Senatskanzlei spricht von einer verantwortungsvollen Eigentümerpolitik und nennt keine Tarife.
Wie hat sich der Gewinnverzicht seit 2024 entwickelt?
Der Verzicht für 2027 ist fast zweieinhalbmal so hoch wie in den Jahren 2024 und 2025. Die Beträge stammen aus drei Senatsmitteilungen: Oktober 2023 für 2024 und 2025, September 2025 für 2026, September 2026 für 2027.
| Jahr | Verzicht in Millionen Euro | Beschluss |
|---|---|---|
| 2024 | 57,8 | 10. Oktober 2023 |
| 2025 | 57,8 | 10. Oktober 2023 |
| 2026 | 82,6 | 16. September 2025 |
| 2027 | 143,9 | 29. September 2026 |
Von 2026 auf 2027 wächst der Betrag um 61,3 Millionen Euro, das sind rund 74 Prozent. Im Vergleich zu den 57,8 Millionen Euro der Jahre 2024 und 2025 ist es das 2,5-Fache.
Was bedeutet der Verzicht für die Wasserpreise?
Bisher hat der Senat den Verzicht ausdrücklich mit stabilen Preisen begründet. Im September 2025 sagte Giffey, damit blieben die Wasserpreise für Berlinerinnen und Berliner elf Jahre lang unverändert. Die Entgelte für 2026 sollte der Aufsichtsrat auf dem Niveau der Jahre 2024 und 2025 festsetzen. Die neue Mitteilung enthält diese Zusage nicht.
Die Tarifseite der Berliner Wasserbetriebe weist derzeit (Abruf 29. September 2026) für Trinkwasser 1,694 Euro je Kubikmeter netto aus, das sind 1,813 Euro brutto. Für Schmutzwasser stehen 2,155 Euro je Kubikmeter im Tarif. Dazu kommt ein Grundpreis, der nach Zählergröße gestaffelt ist.
Was die Mitteilung offen lässt
- Ob die Entgelte für 2027 unverändert bleiben, geht aus dem Beschluss nicht hervor. Die Genehmigung der Tarife läuft getrennt über die Aufsichtsbehörde.
- Warum der Verzicht 2027 um 74 Prozent steigt, erklärt die Mitteilung nicht. Ein möglicher Zusammenhang mit höheren Investitionen oder Kosten ist eine Vermutung, keine Angabe des Senats.
- Im Juni 2024 hatte Vorstandschef Christoph Donner laut Berliner Zeitung Preiserhöhungen ab 2027 angekündigt, um die Infrastruktur zu finanzieren. Konkrete Vorschläge sollten Ende 2024 folgen.
Wie es weitergeht
Der Aufsichtsrat der Wasserbetriebe muss die Entgelte für die Abrechnungsperiode 2027 noch festlegen. Nach dem bisherigen Ablauf beantragen die Wasserbetriebe danach die Genehmigung bei der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz. Wie der Senat solche Beschlüsse fasst, erklärt der Beitrag Aufgaben des Berliner Senats. Wer wissen will, was aus dem Wasserhahn kommt, findet den Überblick zur Wasserhärte in den Berliner Bezirken.
Häufige Fragen zum Gewinnverzicht
Wie viel Gewinn der Wasserbetriebe lässt das Land Berlin 2027 liegen?
Das Land Berlin verzichtet 2027 auf 143,9 Millionen Euro Gewinn der Berliner Wasserbetriebe. Das hat der Senat am 29. September 2026 auf Vorlage von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey beschlossen. Gegenüber dem Vorjahr steigt der Verzicht um 61,3 Millionen Euro oder rund 74 Prozent, denn für 2026 hatte der Senat 82,6 Millionen Euro festgelegt. Für 2024 und 2025 lag er bei jeweils 57,8 Millionen Euro.
Steigen die Berliner Wasserpreise 2027?
Das lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht beantworten. Die Senatsmitteilung vom 29. September 2026 nennt keine Tarife. Wasserbetriebe-Vorstandschef Christoph Donner hatte im Juni 2024 nach Angaben der Berliner Zeitung Preiserhöhungen ab 2027 angekündigt, um Investitionen zu finanzieren. Nach dem bisherigen Ablauf setzt der Aufsichtsrat die Entgelte fest, die Justiz- und Verbraucherschutzverwaltung genehmigt sie.
Quellen
- Senatskanzlei Berlin: Senat beschließt Gewinnverzicht von den Berliner Wasserbetrieben (29. September 2026)
- Senatskanzlei Berlin: Senat schafft erneut Voraussetzungen für stabile Wasserpreise (16. September 2025)
- Senatskanzlei Berlin: Senat schafft Voraussetzungen für stabile Wasserpreise (10. Oktober 2023)
- Berliner Wasserbetriebe: Tarife (abgerufen 29. September 2026)
Hannes Nagel
Redakteur Wirtschaft & Verkehr
Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …
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