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Politik

Margot-Friedländer-Gymnasium: Kladower Schule feierlich umbenannt

Aus dem Hans-Carossa-Gymnasium in Kladow ist das Margot-Friedländer-Gymnasium geworden. Kai Wegner enthüllte am 18. September 2026 den neuen Namenszug zu Ehren der 2025 verstorbenen Holocaust-Überlebenden.

Maik Möhring Veröffentlicht
Margot-Friedländer-Gymnasium: Kerzen und eine weiße Rose vor einer Schulfassade im Abendlicht als Symbol für Erinnerungskultur in Berlin, ohne lesbare Schilder und ohne Personen
Margot-Friedländer-Gymnasium: Kerzen und eine weiße Rose vor einer Schulfassade im Abendlicht als Symbol für Erinnerungskultur in Berlin, ohne lesbare Schilder und ohne Personen (KI-generiertes Symbolbild) Das Bild wurde mit Kuenstlicher Intelligenz erzeugt, ist keine fotografische Aufnahme und zeigt weder den Ort noch das geschilderte Geschehen.
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Warum wurde das Margot-Friedländer-Gymnasium umbenannt?
  3. Wer war Margot Friedländer?
  4. Wie verlief der Festakt am 18. September 2026?
  5. Warum trug die Schule zuvor den Namen Hans Carossa?
  6. Häufige Fragen zum Margot-Friedländer-Gymnasium
  7. Fazit: Ein Name mit Verpflichtung
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Margot-Friedländer-Gymnasium: Das Berliner Gymnasium in Kladow trägt seit dem 1. August 2026 offiziell den Namen der Holocaust-Überlebenden und Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer. Am 18. September 2026 enthüllte Regierender Bürgermeister Kai Wegner gemeinsam mit Schulleiter Henning Rußbült den neuen Namenszug am früheren Hans-Carossa-Gymnasium in Spandau.

Mit einem Festakt am Donnerstag, den 18. September 2026, ist die Umbenennung des Hans-Carossa-Gymnasiums in Margot-Friedländer-Gymnasium offiziell gefeiert worden. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), enthüllte gemeinsam mit Schulleiter Henning Rußbült und dem Vorstandsvorsitzenden der Margot Friedländer Stiftung, Karsten Dreinhöfer, den neuen Namenszug an der Fassade der Schule in Berlin-Kladow, Bezirk Spandau. Die Schulkonferenz hatte den Namenswechsel bereits zum 1. August 2026 beschlossen – der Festakt holte die öffentliche Würdigung nach.

Margot Friedländer, die am 9. Mai 2025 in Berlin starb, war Holocaust-Überlebende, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande (2011) und seit 2018 Ehrenbürgerin Berlins. Mit dem Gymnasium in Kladow stand sie nach Angaben des Senats in engem Austausch: Seit 2011 sprach sie dort und an weiteren Berliner Schulen regelmäßig über ihre Lebensgeschichte. Die Schule feiert in diesem Jahr zugleich ihr 75-jähriges Bestehen.

Kurz zusammengefasst: Das frühere Hans-Carossa-Gymnasium in Kladow heißt seit dem 1. August 2026 offiziell Margot-Friedländer-Gymnasium, benannt nach der 2025 verstorbenen Holocaust-Überlebenden und Berliner Ehrenbürgerin. Am 18. September 2026 enthüllten Kai Wegner, Schulleiter Henning Rußbült und weitere Beteiligte den neuen Namenszug in einem Festakt, der zugleich das 75-jährige Schuljubiläum würdigte.

📋 Das Wichtigste in Kürze

  • Namenswechsel per Schulkonferenz-Beschluss zum 1. August 2026, Festakt am 18. September 2026
  • Margot Friedländer: geboren 5. November 1921 in Berlin, gestorben 9. Mai 2025 in Berlin
  • Seit 2018 Ehrenbürgerin Berlins, seit 2011 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • Sie stand seit 2011 in engem Austausch mit dem Gymnasium in Kladow, Bezirk Spandau
  • Die Schule feiert 2026 gleichzeitig ihr 75-jähriges Bestehen
  • Vorheriger Namensgeber Hans Carossa: 1941 Präsident der NS-instrumentalisierten „Europäischen Schriftsteller-Vereinigung“
  • Zweites Berliner Margot-Friedländer-Denkmal: der 2026 umbenannte Platz vor dem Abgeordnetenhaus

🕯️ Warum wurde das Margot-Friedländer-Gymnasium umbenannt?

Die Schulkonferenz des damaligen Hans-Carossa-Gymnasiums in Kladow beschloss die Umbenennung, um die Erinnerung an Margot Friedländer und ihren jahrelangen persönlichen Austausch mit der Schule dauerhaft sichtbar zu machen. Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) betonte beim Festakt, die Schulgemeinschaft selbst habe den politisch begleiteten Prozess angestoßen. Formal wirksam wurde der neue Name zum 1. August 2026, mit dem Festakt sechs Wochen später wurde er öffentlich gefeiert – ein in Berlin übliches Vorgehen bei Schulumbenennungen, bei dem der Verwaltungsakt und die öffentliche Würdigung zeitlich auseinanderfallen können.

Margot-Friedländer-Gymnasium: Kerzen und eine weiße Rose vor einer Schulfassade im Abendlicht als Symbol für Erinnerungskultur in Berlin, ohne lesbare Schilder und ohne Personen
Erinnerungskultur an Berliner Schulen: Kerzen und eine Rose als Symbol für das Gedenken an Margot Friedländer, 18. September 2026. (KI-generiertes Symbolbild)

🎓 Wer war Margot Friedländer?

Margot Friedländer wurde am 5. November 1921 in Berlin-Mitte als Anni Margot Bendheim geboren und starb am 9. Mai 2025 in Berlin. Sie überlebte den Holocaust, unter anderem das Ghetto Theresienstadt, versteckte sich zeitweise in einer Wohnung in der Skalitzer Straße in Kreuzberg, während ihre Mutter und ihr Bruder ermordet wurden. 1946 wanderte sie mit ihrem Mann Adolf Friedländer nach New York aus und nahm die US-Staatsbürgerschaft an. 2010 kehrte sie endgültig nach Berlin zurück und erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft zurück.

Von da an besuchte sie nach eigenen Angaben bis zu dreimal wöchentlich Schulen in ganz Deutschland, um jungen Menschen von ihrem Leben zu berichten – ihre wiederkehrende Botschaft lautete „Seid Menschen!“. 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2016 den Verdienstorden des Landes Berlin, 2018 die Ehrenbürgerwürde Berlins. Sie wurde in einem Ehrengrab auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee im Bezirk Pankow beigesetzt.

Stationen im Leben von Margot Friedländer, Namensgeberin des Margot-Friedländer-Gymnasiums
Jahr Ereignis
1921 Geburt in Berlin als Anni Margot Bendheim
1946 Auswanderung nach New York, US-Staatsbürgerschaft
2010 Rückkehr nach Berlin, deutsche Staatsbürgerschaft zurück
2011 Bundesverdienstkreuz am Bande; Beginn der Schulbesuche
2018 Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin
2025 Tod am 9. Mai in Berlin, Ehrengrab Weißensee
2026 Umbenennung des Gymnasiums in Kladow, Festakt 18. September

🏛️ Wie verlief der Festakt am 18. September 2026?

Kai Wegner enthüllte den neuen Namenszug gemeinsam mit Schulleiter Henning Rußbült, Stiftungsvorsitzendem Karsten Dreinhöfer sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Senat und Bezirk. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) würdigte in ihrer Rede, dass „eine so lebendige Berliner Schule künftig ihren Namen trägt“, und verband dies mit Glückwünschen zum 75-jährigen Schuljubiläum. Die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur, Sport und Facility Management, Carola Brückner, sprach von einem „Auftrag an uns alle“, Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander zu stärken. Wegner selbst erinnerte an Friedländers Warnung, wohin Hass und Ausgrenzung führen können, und nannte ihr Lebenswerk „Vorbild und Auftrag zugleich“. Für die Berliner Gesellschaft ist der Festakt zugleich ein Signal, wie Erinnerungsarbeit an Schulen konkret aussehen kann.

📜 Warum trug die Schule zuvor den Namen Hans Carossa?

Das Gymnasium in Kladow hieß bis zum Namenswechsel nach dem Schriftsteller und Arzt Hans Carossa (1878–1956), der in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus zu den bekanntesten deutschen Autoren zählte. Carossa lehnte 1933 zunächst die Berufung in die NS-nahe Deutsche Akademie der Dichtung ab und wird literaturhistorisch der „inneren Emigration“ zugerechnet. 1941 nahm er beim „Europäischen Dichtertreffen“ dennoch die Ernennung zum Präsidenten der von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels initiierten „Europäischen Schriftsteller-Vereinigung“ an, blieb der Folgeveranstaltung jedoch fern. 1944 setzte ihn Adolf Hitler auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste der sechs wichtigsten deutschen Schriftsteller.

Historikerinnen und Historiker bewerten Carossas Rolle bis heute als ambivalent: Er wurde vom NS-Regime zur Aufrechterhaltung eines Anscheins von bürgerlichem Kulturbetrieb genutzt, ohne dass sein literarisches Werk selbst nationalsozialistisches Gedankengut transportierte. Diese Ambivalenz ist einer der Gründe, warum Schulnamen wie seiner in den vergangenen Jahren bundesweit wiederholt überprüft wurden – in Kladow fiel die Entscheidung nun zugunsten von Margot Friedländer.

🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG

Was die Pressemitteilung nicht erzählt

Die offizielle Mitteilung feiert den neuen Namen – die eigentliche Vorgeschichte der alten Namensgebung bleibt darin unerwähnt.

1. Der Namenswechsel ist Teil eines größeren Trends
Berlin hat in den vergangenen Jahren mehrfach Straßen und Plätze umbenannt, wenn NS-nahe oder belastete Namensgeber zur Debatte standen. Der 2026 nach Margot Friedländer benannte Platz vor dem Abgeordnetenhaus zeigt, dass ihr Name inzwischen an mehreren Berliner Orten steht.

2. Carossas Fall zeigt die Grauzonen der Erinnerungspolitik
Anders als bei eindeutig belasteten NSDAP-Funktionären geht es bei Carossa um Abwägung: keine Parteimitgliedschaft, aber eine 1941 angenommene, vom NS-Regime instrumentalisierte Funktion. Schulen mit seinem Namen sind seither wiederholt Gegenstand von Debatten.

3. Der Festakt fiel bewusst auf das Schuljubiläum
Die Verknüpfung von 75-jährigem Bestehen und Namenswechsel im selben Festakt war erkennbar gewollt – sie verband einen historisch schwierigen Schritt mit einem positiven Anlass.

4. Für Kladow bleibt praktische Arbeit
Ein neuer Schulname bedeutet in der Praxis auch neue Briefköpfe, Schilder, Webseite und Ausweise für die Schulgemeinschaft – ein Verwaltungsaufwand, den die Pressemitteilung nicht beziffert.

📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Offen bleibt, wie der Umgang mit weiteren nach umstrittenen Personen benannten Berliner Schulen künftig aussieht. Kladow liefert dafür kein Verfahren, sondern nur einen Einzelfall – wenn auch einen mit klarer Haltung.

Maik Möhring · Chefredakteur
Als Beobachter der Berliner Erinnerungspolitik finde ich bemerkenswert, wie unaufgeregt Kladow diesen Schritt vollzogen hat – ohne den größeren Streit, den vergleichbare Umbenennungen anderswo ausgelöst haben.

Quellen zur Umbenennung des Margot-Friedländer-Gymnasiums
Aspekt Details Quelle
Was Festakt zur Umbenennung in Margot-Friedländer-Gymnasium Senatskanzlei Berlin
Wo Kladow, Bezirk Spandau Wikipedia: Kladow
Wann 18. September 2026, Namenswechsel bereits zum 1. August 2026 Senatskanzlei Berlin
Namensgeberin Margot Friedländer, 1921–2025, Holocaust-Überlebende Wikipedia: Margot Friedländer
Vorheriger Namensgeber Hans Carossa, 1878–1956, Schriftsteller Wikipedia: Hans Carossa

❓ Häufige Fragen zum Margot-Friedländer-Gymnasium

Seit wann heißt die Schule offiziell Margot-Friedländer-Gymnasium?

Offiziell trägt die Schule den neuen Namen seit dem 1. August 2026, beschlossen von der Schulkonferenz des Gymnasiums in Kladow. Der Festakt zur öffentlichen Würdigung fand sechs Wochen später statt, am 18. September 2026, mit Regierendem Bürgermeister Kai Wegner und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch. Die zeitliche Lücke zwischen Beschluss und Festakt ist bei Berliner Schulumbenennungen ein übliches Vorgehen und keine Besonderheit dieses Falls.

Warum wurde ausgerechnet Margot Friedländer als Namensgeberin gewählt?

Margot Friedländer stand nach Angaben des Senats seit 2011 in engem persönlichen Austausch mit dem Gymnasium in Kladow und besuchte die Schule im Rahmen ihrer Zeitzeugenarbeit wiederholt. Die Schulgemeinschaft selbst habe laut Bezirksbürgermeister Frank Bewig den Prozess zur Umbenennung angestoßen. Damit ehrt die Schule eine konkrete, gelebte Beziehung und nicht nur eine allgemein bekannte historische Persönlichkeit.

Was wird Hans Carossa konkret vorgeworfen?

Hans Carossa war kein NSDAP-Mitglied und gilt literaturhistorisch als Vertreter der „inneren Emigration“. Er nahm jedoch 1941 die Ernennung zum Präsidenten der von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels initiierten „Europäischen Schriftsteller-Vereinigung“ an und wurde 1944 von Adolf Hitler auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste gesetzt. Historikerinnen und Historiker bewerten seine Rolle als ambivalent zwischen Distanz zum Regime und dessen Instrumentalisierung seiner Person.

Gibt es weitere Orte in Berlin, die nach Margot Friedländer benannt sind?

Ja. Bereits 2026 wurde der Platz vor dem Abgeordnetenhaus von Berlin nach Margot Friedländer benannt, das Parlament führt seither eine entsprechend geänderte Anschrift. Das Margot-Friedländer-Gymnasium in Kladow ist damit der zweite bekannte Berliner Ort, der ihren Namen trägt und ihre Erinnerungsarbeit sichtbar hält. Beide Orte zusammen zeigen, wie das Land Berlin ihr Vermächtnis inzwischen im Stadtbild verankert – einmal im politischen Zentrum am Abgeordnetenhaus, einmal an einem Ort, an dem sie selbst über Jahre mit jungen Menschen sprach.

Was passiert mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern und ihren Abschlusszeugnissen?

Frühere Abschlüsse und Zeugnisse behalten unabhängig von der Umbenennung ihre volle Gültigkeit, das ist bei Schulnamenswechseln in Berlin durchgängig so geregelt. Für die Verwaltung bedeutet der neue Name vor allem Umstellungsaufwand bei Briefkopf, Schildern, Webseite und Schulausweisen, betrifft aber nicht die rechtliche Anerkennung bereits ausgestellter Abschlüsse. Das Gymnasium in Kladow bleibt zudem unter derselben Schulnummer im Land Berlin geführt.

🏁 Fazit: Ein Name mit Verpflichtung

Aus dem Hans-Carossa-Gymnasium ist zum 1. August 2026 das Margot-Friedländer-Gymnasium geworden, öffentlich gefeiert am 18. September 2026 mit Kai Wegner, Katharina Günther-Wünsch und der Schulgemeinschaft in Kladow. Die Umbenennung verbindet das 75-jährige Schuljubiläum mit einer klaren erinnerungspolitischen Entscheidung – und reiht sich neben den 2026 benannten Margot-Friedländer-Platz vor dem Abgeordnetenhaus als zweiter Berliner Ort mit diesem Namen ein.

🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Chefredakteur
Berliner Erinnerungspolitik und Landespolitik gehören zu meinem redaktionellen Kernthema – bei Schulumbenennungen schaue ich immer, welche Geschichte hinter dem neuen Namen steckt und welche hinter dem alten verschwiegen wurde.
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🤖 Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI). Angaben basieren auf verfügbaren Quellen zum Zeitpunkt der Erstellung. Für Korrekturen oder Hinweise: Kontakt zur Redaktion →

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

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