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Wohnen

Heizkosten Berlin 2026/27: Gaspreis, Fernwärme, Mieterrechte

Zum Start der Heizperiode: aktuelle Gas- und Fernwärmepreise in Berlin, Füllstand der Gasspeicher, was der Wärmeplan für das Gasnetz bedeutet, Fristen der Heizkostenabrechnung und Hilfe bei hohen Kosten.

Ida Nagel Veröffentlicht · aktualisiert
Hand dreht am Thermostat eines Heizkörpers in einer Berliner Mietwohnung vor einem Fenster im Herbstlicht.
Zum Beginn der Heizperiode stehen die steigenden Energiepreise für viele Berliner Mieterhaushalte im Mittelpunkt. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (9 Abschnitte)
  1. Was kostet Heizen in Berlin im Winter 2026/27?
  2. Sind die Gasspeicher voll genug für den Winter?
  3. Wird das Berliner Gasnetz stillgelegt?
  4. Kommt die Wärmepumpe ins Mietshaus?
  5. Was müssen Mieter bei der Heizkostenabrechnung beachten?
  6. Wo gibt es Hilfe bei hohen Heizkosten?
  7. Wie es weitergeht
  8. Häufige Fragen zu Heizkosten in Berlin
  9. Quellen

In der GASAG-Grundversorgung kostet Erdgas in Berlin seit dem 1. Januar 2026 je nach Jahresverbrauch 11,04 bis 11,64 Cent pro Kilowattstunde, Fernwärme im BEW-Tarif Stadtwärme Klassik Plus 9,81 Cent. Die deutschen Gasspeicher waren am 1. Oktober 2026 laut Bundesnetzagentur zu 57,9 Prozent gefüllt, deutlich weniger als in früheren Jahren.

Die Heizperiode beginnt am mit niedrig gefüllten Gasspeichern und teurem Gas auf dem Weltmarkt: Importiertes Erdgas war im August 2026 laut Statistischem Bundesamt um 41,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Auf den Rechnungen kommt das nicht sofort an. Die GASAG kann ihre Grundversorgungspreise nur mit sechs Wochen Vorlauf ändern, die landeseigene BEW Berliner Energie und Wärme passt ihre Fernwärmepreise einmal im Jahr zum 1. Januar an. Und die Heizkosten Berliner Haushalte starten niedrig: Laut Techem Atlas 2026 hatte Berlin 2025 mit 10,34 Euro pro Quadratmeter die niedrigsten Heizkosten aller Bundesländer im ausgewerteten Mehrfamilienhausbestand.

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Was kostet Heizen in Berlin im Winter 2026/27?

Bei den Heizkosten 2026 liegt Gas in der Berliner Grundversorgung zwischen 11,04 und 11,64 Cent pro Kilowattstunde, Fernwärme der BEW im Standardtarif bei 9,812 Cent, jeweils brutto plus Grundpreis. Maßstab für den Gaspreis in Berlin ist die Grundversorgung der GASAG. Größter Fernwärme-Anbieter in Berlin ist die BEW, die seit Mai 2024 dem Land gehört und rund 700.000 Wohnungen versorgt.

Heizkosten Berlin 2026: Energiepreise und CO2-Preis, Stand 1. Oktober 2026
Posten Arbeitspreis (brutto) Grundpreis (brutto) Quelle, gültig ab
Erdgas GASAG-Grundversorgung bis 15.000 kWh/Jahr 11,64 ct/kWh 9,52 Euro/Monat GASAG, 1.1.2026
Erdgas GASAG-Grundversorgung 15.001 bis 96.000 kWh/Jahr 11,16 ct/kWh 15,47 Euro/Monat GASAG, 1.1.2026
Erdgas GASAG-Grundversorgung ab 96.001 kWh/Jahr 11,04 ct/kWh 24,99 Euro/Monat GASAG, 1.1.2026
Fernwärme BEW, Stadtwärme Klassik Plus 9,812 ct/kWh je l/h Anschlusswert, z. B. 8,495 Euro/Jahr (ΔT 55 K, erste 4.000 l/h) BEW, 1.1.2026
CO2-Preis nationaler Emissionshandel 2026 Versteigerung 55 bis 65 Euro/Tonne, Verkauf ab 3.11.2026 zu 68 Euro DEHSt
CO2-Preis 2027 Kabinettsentwurf vom 12.8.2026: Korridor 55 bis 65 Euro soll bleiben, noch nicht beschlossen DEHSt

Direkt vergleichen lassen sich die Arbeitspreise nicht: Gas wird als Brennstoff abgerechnet, Fernwärme als gelieferte Wärme, und die Grundpreise folgen unterschiedlichen Systemen. Eine Preisänderung zum 1. Januar 2027 müsste die GASAG nach § 5 Gasgrundversorgungsverordnung spätestens am 20. November 2026 bekanntgeben und dir per Brief mitteilen. Dann hast du ein Sonderkündigungsrecht. Die BEW berechnet ihren Preis 2027 laut Preisänderungsklausel aus Börsenpreisen und Indizes von Oktober 2025 bis September 2026. Weitere Anbieter nennt unsere Übersicht der Energieversorger in Berlin.

Sind die Gasspeicher voll genug für den Winter?

Die deutschen Gasspeicher waren am 1. Oktober 2026 zu 57,9 Prozent gefüllt, das entspricht 143,4 Terawattstunden. Die Bundesnetzagentur nennt das deutlich weniger als in den Vorjahren. Die Gefahr einer angespannten Versorgung schätzt sie trotzdem als gering ein: Die Importe seien stabil, auf dem Weltmarkt sei genug Gas verfügbar.

Am 30. September 2026 wies Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das bundeseigene Unternehmen SEFE (Securing Energy for Europe) an, bis zum 15. Dezember 8 Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern. Das berichtet ZDFheute (AFP/dpa). Nach den Speicherdaten der Bundesnetzagentur sind das rechnerisch gut drei Prozentpunkte Füllstand. Wegen des hohen Preisniveaus rät die Behörde Haushalten weiter, sparsam mit Gas umzugehen.

Wird das Berliner Gasnetz stillgelegt?

Das Berliner Gasnetz wird nach dem Wärmeplan des Senats voraussichtlich teilweise stillgelegt. Wann und wo, legt der Plan nicht fest: Die Stilllegung soll erst noch „transparent“ geplant werden. Der Senat hat den gesamtstädtischen Wärmeplan am 16. Juni 2026 beschlossen, kurz vor Ablauf der Frist des Wärmeplanungsgesetzes für Großstädte. Er nennt den Plan „eine Orientierung, keine Vorschrift“.

Laut Berliner Wärmeplan 2026 stammten 2023 noch 51 Prozent der Endenergie für Wärme aus Erdgas, 30 Prozent aus Fernwärme und 14 Prozent aus Heizöl. Sinkt der Gasabsatz, könne das Netz nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Bis 2045 soll die Fernwärme rund 44 Prozent decken.

Die am 30. September 2026 beschlossene Festlegung BRÜCKEN der Bundesnetzagentur richtet sich an Netzbetreiber, nicht an Haushalte: Rückstellungen für Stilllegung und Rückbau von Gasnetzen werden ab 2028 als Kosten anerkannt, die in die Netzentgelte einfließen können. Fristen oder Kündigungsregeln für Hausanschlüsse enthält die Festlegung nicht. Was das Heizungsgesetz für Mieter bedeutet, steht in unserem Artikel zum Heizgesetz in Berlin.

Kommt die Wärmepumpe ins Mietshaus?

Technisch eignen sich viele Mehrfamilienhäuser für Wärmepumpen, oft aber erst nach einem Heizkörpertausch. Laut Techem Atlas 2026 kommen rund 40 Prozent der Heizungsanlagen ohne neue Heizkörper aus, mit Tausch rund 80 Prozent und mit zusätzlichen Niedertemperaturheizkörpern rund 90 Prozent. Häuser mit Wärmepumpe hatten 2025 die niedrigsten Wärmekosten pro Quadratmeter.

Für die Heizkosten Berliner Mieter ist das zentral. Mehr als 80 Prozent der beheizten Wohnfläche liegen laut Wärmeplan in Mehrfamilienhäusern, und nur 15,9 Prozent der Haushalte wohnen im Eigentum, der niedrigste Wert aller Länder (Mikrozensus 2022). Über die Heizung entscheidet für rund 84 Prozent der Haushalte also der Vermieter.

Was müssen Mieter bei der Heizkostenabrechnung beachten?

Die Heizkostenabrechnung muss spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums bei dir sein, für das Kalenderjahr 2025 also bis zum 31. Dezember 2026 (§ 556 Absatz 3 BGB). Danach ist eine Nachforderung ausgeschlossen, außer der Vermieter hat die Verspätung nicht zu vertreten.

  • Monatliche Verbrauchsinformation: Bei fernablesbaren Zählern muss der Eigentümer dir jeden Monat deinen Verbrauch mitteilen (§ 6a HeizkostenV).
  • 3 Prozent Kürzung: Fehlt diese Information, darfst du deinen Kostenanteil um 3 Prozent kürzen (§ 12 HeizkostenV).
  • Altgeräte: Nicht fernablesbare Zähler und Heizkostenverteiler müssen bis zum 31. Dezember 2026 nachgerüstet oder ersetzt sein (§ 5 HeizkostenV).
  • CO2-Kosten: Nach dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz trägt der Vermieter je nach CO2-Ausstoß des Hauses 0 bis 95 Prozent. Einstufung und Rechenweg müssen in der Abrechnung stehen.

Wo gibt es Hilfe bei hohen Heizkosten?

Wohngeld rechnet Heizkosten pauschal ein: Nach § 12 Wohngeldgesetz werden für einen Ein-Personen-Haushalt monatlich 110,40 Euro zur Entlastung bei den Heizkosten berücksichtigt, für zwei Personen 142,60 Euro. Mehr dazu in unseren Texten zu Wohngeld für Rentner und Wohngeld rückwirkend.

Den Berliner Härtefallfonds Energieschulden gibt es nicht mehr, Anträge waren laut Sozialverwaltung nur bis zum 31. Dezember 2025 möglich. Bei drohender Sperre hilft die Energieschuldenberatung der Verbraucherzentrale Berlin. Und beim Heizen selbst empfiehlt das Umweltbundesamt höchstens 20 Grad im Wohnzimmer, 17 Grad im Schlafzimmer und im Winter mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten Stoßlüften bei abgedrehter Heizung.

Wie es weitergeht

  • : letzter Termin für eine GASAG-Preisankündigung zum 1. Januar 2027.
  • : Bis dahin soll SEFE die 8 Terawattstunden Gas einspeichern.
  • : Frist für die Heizkostenabrechnung 2025 und für fernablesbare Zähler.
  • : jährliche Preisanpassung der BEW-Fernwärme.
  • : BRÜCKEN-Kosten gehen in die Netzregulierung ein, laut DEHSt startet der EU-Emissionshandel ETS 2.

Häufige Fragen zu Heizkosten in Berlin

Wie hoch ist der Gaspreis in der Berliner Grundversorgung?

In der GASAG-Grundversorgung gelten seit dem 1. Januar 2026 drei Stufen: bis 15.000 Kilowattstunden im Jahr 11,64 Cent pro Kilowattstunde plus 9,52 Euro Grundpreis im Monat, bis 96.000 Kilowattstunden 11,16 Cent plus 15,47 Euro, darüber 11,04 Cent plus 24,99 Euro, jeweils brutto. Abgerechnet wird automatisch die günstigste Stufe. Einen Preis für 2027 hatte die GASAG bis zum 1. Oktober 2026 nicht veröffentlicht.

Steigen die Fernwärmepreise in Berlin 2027?

Das steht noch nicht fest. Die BEW Berliner Energie und Wärme passt ihre Fernwärmepreise einmal im Jahr zum 1. Januar automatisch an. Für 2027 zählen die Mittelwerte von Börsenpreisen und Indizes aus Oktober 2025 bis September 2026. 2026 liegt der Arbeitspreis im Tarif Stadtwärme Klassik Plus bei 9,812 Cent pro Kilowattstunde brutto.

Muss ich wegen des Berliner Wärmeplans meine Gasheizung austauschen?

Nein, nicht wegen des Wärmeplans selbst. Der Senat hat den Berliner Wärmeplan am 16. Juni 2026 beschlossen und nennt ihn eine Orientierung, keine Vorschrift. Er zeigt, wo bis 2045 eher Wärmenetze und wo eher Wärmepumpen vorgesehen sind, und rechnet mit einer teilweisen Stilllegung des Gasnetzes. Als Mieter entscheidest du ohnehin nicht über die Heizungsanlage, das tut der Vermieter.

Bis wann muss meine Heizkostenabrechnung für 2025 kommen?

Läuft der Abrechnungszeitraum über das Kalenderjahr 2025, muss die Abrechnung bis zum 31. Dezember 2026 bei dir sein. Das folgt aus § 556 Absatz 3 BGB: Die Frist beträgt zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums. Kommt sie später, darf der Vermieter keine Nachzahlung mehr verlangen, außer er hat die Verspätung nicht zu vertreten. Für Einwände hast du ab Zugang zwölf Monate Zeit. Dazu passen auch Tipps für Finanzen zu Budget, Sparen und dem Umgang mit Geld im Alltag.

Wer zahlt den CO2-Preis beim Heizen, Mieter oder Vermieter?

Beide, je nach Zustand des Hauses. Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz teilt die CO2-Kosten in zehn Stufen auf. Stößt das Gebäude weniger als 12 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter und Jahr aus, zahlt der Mieter alles. Ab 52 Kilogramm trägt der Vermieter 95 Prozent. Deinen Anteil, die Einstufung des Gebäudes und die Berechnungsgrundlagen muss der Vermieter in der Heizkostenabrechnung ausweisen.

Was tun, wenn in Berlin eine Gas- oder Stromsperre droht?

Die Verbraucherzentrale Berlin bietet eine Energieschuldenberatung an, unter anderem in der Ordensmeisterstraße 15–16 in Tempelhof, und vermittelt zwischen Haushalt, Versorger, Netzbetreiber, Jobcenter und Sozialamt. Wer Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bezieht, bekommt laut Sozialverwaltung dort Hilfe. Den Berliner Härtefallfonds Energieschulden gibt es nicht mehr: Anträge waren laut Sozialverwaltung nur bis zum 31. Dezember 2025 möglich.

Quellen

Ida Nagel

Redakteurin Gesellschaft & Wohnen

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