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Marzahn-Hellersdorf · Wohnen

Marzahn-Ost: Zukunftsforum am 14. Oktober zu Kitas, Wegen, Tal-Center

Bis zu 2.500 neue Wohnungen, zu wenige Kitas und ein leerstehendes Tal-Center: Am 14. Oktober können Anwohner beim Zukunftsforum mitreden, wofür in Marzahn-Ost ab 2027 Fördergeld fließt.

Ida Nagel Veröffentlicht
Sanierte elfgeschossige Plattenbauten rahmen einen herbstlichen Innenhof mit Spielplatz und Wegen im warmen Abendlicht ein.
In Marzahn-Ost könnten bis zu 2.500 neue Wohnungen entstehen, weshalb die Infrastruktur im Quartier ausgebaut werden soll. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Was ist das ISEK Marzahn-Ost?
  2. Warum braucht Marzahn-Ost ein neues Konzept?
  3. Was die Rechnung bedeutet
  4. Was haben Anwohner bisher gefordert?
  5. Wie kann ich mitmachen, wenn ich am 14. Oktober keine Zeit habe?
  6. Wie es weitergeht
  7. Quellen

Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, lädt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf von 17.30 bis 19.30 Uhr zum Zukunftsforum Marzahn-Ost in die Sporthalle der Rudolf-Virchow-Oberschule am Blumberger Damm 300. Es geht um das Entwicklungskonzept für das Quartier mit 17.778 Einwohnern, in dem bis zu 2.500 neue Wohnungen möglich sind. Anmeldung per E-Mail erbeten.

Marzahn-Ost wächst, und die Anwohner sollen mitreden, was das Quartier dafür braucht. Beim Zukunftsforum am stellen Bezirksamt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und das Planungsbüro UmbauStadt den Zwischenstand des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts vor, kurz ISEK (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, 1. Oktober 2026). Das Konzept entscheidet darüber, wofür ab 2027 Fördergeld aus dem Programm «Nachhaltige Erneuerung» fließen kann: Kitas, Schulen, Sportstätten, Plätze, Grünflächen.

  • Wann: Mittwoch, 14. Oktober 2026, 17.30 bis 19.30 Uhr
  • Wo: Sporthalle der Rudolf-Virchow-Oberschule, Blumberger Damm 300, Marzahn
  • Anmeldung: erbeten per E-Mail an marzahn-ost@umbaustadt.de
  • Danach: Hinweise online auf mein.berlin.de

Was ist das ISEK Marzahn-Ost?

Das ISEK Marzahn-Ost ist ein Maßnahmenplan für die kommenden Jahre, den die Senatsverwaltung, das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und das Büro UmbauStadt seit März 2026 erarbeiten. Es ist Voraussetzung dafür, dass Marzahn-Ost als Fördergebiet in das Städtebauförderprogramm «Nachhaltige Erneuerung» aufgenommen wird. Fertig sein soll das Konzept nach Angaben der Senatsverwaltung vom Juli 2026 Ende des Jahres; im Gebietsprofil vom Februar 2026 hatte sie Februar 2027 genannt, die förmliche Festlegung als Fördergebiet ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.

Neu ist die Förderung für Marzahn-Ost nicht. Der größte Teil des Gebiets gehörte bis zum Programmjahr 2025 schon zur Kulisse der Nachhaltigen Erneuerung. Seit 2005 wurden damit vor allem öffentliche Räume nach dem Abriss von Plattenbauten aufgewertet und soziale Einrichtungen verbessert. Jetzt hat sich die Lage gedreht: Statt Rückbau steht Verdichtung an.

Warum braucht Marzahn-Ost ein neues Konzept?

Marzahn-Ost braucht ein neues Konzept, weil in kurzer Zeit tausende Wohnungen dazukommen sollen, während Schulen, Kitas und Treffpunkte schon heute knapp sind. Die Senatsverwaltung beschreibt die soziale Infrastruktur im Gebiet als bereits überlastet und ihren Ausbau als dringend.

Untersuchungsgebiet Marzahn-Ost in Zahlen (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Stand Februar und Juli 2026)
Merkmal Wert
Einwohnerinnen und Einwohner 17.778 (31. Dezember 2025)
Fläche 180,4 Hektar
Bebauung überwiegend sechs- und elfgeschossige Wohnblöcke der 1970er- und 1980er-Jahre
Geplant am Brodowiner Ring rund 1.300 Wohnungen
Weiteres Potenzial im Gebiet rund 1.200 Wohnungen
Anstelle des Tal-Centers rund 600 Wohnungen, Kita, Schule, Nahversorgung, darunter zwei Hochhäuser

Das Gebiet liegt an der östlichen Landesgrenze und wird von Mehrower Allee, Blumberger Damm und Glambecker Ring in drei Quartiere zerschnitten. Die breiten Straßen wirken nach Einschätzung der Senatsverwaltung als Barrieren, Wege ins Umland und in die Nachbarviertel sind «teils unklar und diffus», viele Trampelpfade zeugen davon. Das Nahversorgungszentrum Tal-Center an der Oberweißbacher Straße leidet unter erheblichem Leerstand; an seiner Stelle sollen nach dem Stand vom Juli 2026 rund 600 Wohnungen mit Kita, Schule und Läden entstehen (Senatsverwaltung, 14. Juli 2026).

Was die Rechnung bedeutet

  • Rechnet man die Planungen am Brodowiner Ring und das weitere Potenzial zusammen, sind bis zu 2.500 zusätzliche Wohnungen im Gespräch. Ob die 600 Wohnungen am Tal-Center in den 1.200 schon enthalten sind, geht aus den Unterlagen nicht eindeutig hervor.
  • Bei 17.778 Einwohnern heute würde schon ein Teil davon das Quartier spürbar vergrößern. Genau deshalb ist die Frage nach Kitaplätzen, Schulen und Sporthallen der Kern des ISEK – und das Forum der Ort, an dem Anwohner Lücken benennen können.

Was haben Anwohner bisher gefordert?

Anwohnerinnen und Anwohner von Marzahn-Ost haben in der Auftaktphase vor allem Treffpunkte, sichere Wege und mehr Angebote im Freien gefordert. Rund 50 Menschen beteiligten sich nach dem Bericht der Senatsverwaltung am 1. Juli 2026 an einem Infostand am Tal-Center und an zwei Quartiersspaziergängen, zu denen das Bezirksamt eingeladen hatte. Gewünscht haben sie sich unter anderem:

  • in der neuen Quartiersmitte ein Café, Gesundheitseinrichtungen, Trinkbrunnen und ein öffentliches WC,
  • eine Plansche, auch als Abkühlung in heißen Sommern,
  • mehr Sport- und Spielangebote auf der Freifläche «Mein Platz», die bisher vor allem aus Rasen und einem Streetballplatz besteht,
  • eine sichere Querung der Wuhletalstraße Richtung Seelgrabenpark und Neue Wuhle sowie sichere, barrierefreie Übergänge an Kreuzungen in Schulnähe.

Die Wendeschleife der Tram mit dem Regenrückhaltebecken sollte nach Meinung einiger Teilnehmender als Rückzugsort für die Natur unberührt bleiben. Diese Rückmeldungen sind ausgewertet und bilden laut Bezirksamt die Grundlage für die Diskussion am 14. Oktober.

Wie kann ich mitmachen, wenn ich am 14. Oktober keine Zeit habe?

Wer am 14. Oktober nicht zum Zukunftsforum kommen kann, kann seine Hinweise nach dem Forum digital auf der Beteiligungsplattform mein.berlin.de einreichen; dort ist das Vorhaben ISEK Marzahn-Ost eingestellt. Fragen beantwortet das Büro UmbauStadt unter der Projekt-Adresse marzahn-ost@umbaustadt.de.

Wie es weitergeht

Nach dem Forum am 14. Oktober 2026 arbeitet UmbauStadt die Ergebnisse in das Konzept ein. Ist das ISEK beschlossen, kann Marzahn-Ost nach dem Zeitplan der Senatsverwaltung im zweiten Quartal 2027 förmlich Fördergebiet werden; erst dann fließen die Mittel in konkrete Bauprojekte. Wie Verdichtung in Marzahn bei Anwohnern ankommt, zeigt der Streit um den Helene-Weigel-Platz. Weitere Nachrichten findest du unter Marzahn-Hellersdorf.

Quellen

Ida Nagel

Redakteurin Gesellschaft & Wohnen

Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …

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