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Verkehr

BVG-Streik 2026: Einigung steht, nächste Tarifrunde ab 2027

Verdi hat die BVG 2026 zweimal bestreikt, am 27. März kam die Einigung. Der aktuelle Stand, was bei einem Streik trotzdem fährt, was mit deinem Ticket ist und warum die nächste Tarifrunde ab Januar 2027 ansteht.

Hannes Nagel Veröffentlicht · aktualisiert
Verwaister oberirdischer Bahnsteig an einem grauen Morgen mit glänzenden Gleisen und einer wartenden Person von hinten.
Nach den Warnstreiks im Frühjahr bleibt der Berliner Nahverkehr bis zur nächsten Tarifrunde 2027 verlässlich im Takt. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (10 Abschnitte)
  1. Wird die BVG 2026 noch bestreikt?
  2. Wann hat Verdi die BVG 2026 bestreikt?
  3. Was haben BVG und Verdi vereinbart?
  4. Was fährt bei einem BVG-Streik trotzdem?
  5. Bekommst du bei einem Streik Geld zurück?
  6. Musst du bei einem BVG-Streik pünktlich zur Arbeit?
  7. Wo findest du aktuelle Infos zu Streiks in Berlin?
  8. Wie es weitergeht
  9. Häufige Fragen zum BVG-Streik
  10. Quellen

Bei der BVG ist derzeit kein Streik angekündigt (Stand: 2. Oktober 2026). Verdi und BVG haben sich am 27. März 2026 auf einen neuen Manteltarifvertrag geeinigt, davor standen U-Bahn, Tram und die meisten Busse am 2. Februar 24 Stunden und vom 27. Februar bis 1. März 48 Stunden still. Die nächste Entgeltrunde steht ab Januar 2027 an.

Wer wissen will, ob die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) nächste Woche bestreikt wird: Danach sieht es nicht aus. Die BVG und die Gewerkschaft Verdi haben ihren Streit um den Manteltarifvertrag am beigelegt. „Weitere Streiks bei Bussen und Bahnen sind vom Tisch“, schrieb die BVG in ihrer Mitteilung zur Einigung. Der Entgelttarifvertrag aus dem Jahr 2025 läuft noch bis mindestens . Erst danach können neue Lohnverhandlungen beginnen – und damit auch neue Warnstreiks.

Update vom 2. Oktober 2026: Wir haben den Artikel als Übersichtsseite neu aufgebaut. Neu sind das Ergebnis der Manteltarifverhandlungen vom 27. März 2026, die beiden Streiktermine 2026 mit Datum, die Laufzeit des Entgelttarifvertrags und die Regeln der BVG-Kundengarantie. Überholt waren die Angaben zum laufenden Tarifstreit aus dem Frühjahr; Kostenschätzungen ohne Primärquelle haben wir gestrichen.

Wird die BVG 2026 noch bestreikt?

Ein weiterer BVG-Streik 2026 ist nicht zu erwarten. Mit der Einigung vom 27. März sind nach Angaben beider Seiten keine Warnstreiks mehr geplant; der Tagesspiegel schrieb am selben Tag, die nächste Tarifrunde stehe „erst ab Januar 2027“ an. Grund ist die Laufzeit des Entgelttarifvertrags: Er gilt laut BVG rückwirkend ab 1. Januar 2025 bis mindestens 31. Dezember 2026.

Auch die S-Bahn bleibt voraussichtlich ruhig. Die Deutsche Bahn, zu der die S-Bahn Berlin gehört, hat sich nach einem Bericht der Verkehrsrundschau vom 27. Februar 2026 mit der Lokführergewerkschaft GDL ohne Streik geeinigt; der Vertrag läuft bis Ende 2027, Arbeitskämpfe der GDL sind danach frühestens ab April 2028 möglich.

Wann hat Verdi die BVG 2026 bestreikt?

Verdi hat die BVG in der Tarifrunde 2026 zweimal ganztägig bestreikt. Beide Male standen U-Bahnen, Straßenbahnen und der Großteil der Busse still. Die Streiks waren Teil einer bundesweiten Tarifrunde im Nahverkehr, die Verdi parallel in allen 16 Ländern führte – mit unterschiedlichen Forderungen je Land, wie die Deutsche Presse-Agentur am 24. Februar berichtete.

Streiks bei der BVG in der Tarifrunde 2026 (Quellen: BVG, Berliner Zeitung, dpa)
Datum Dauer Betroffen
Mo, 2. Februar 2026 24 Stunden, 3 Uhr bis Di 3 Uhr U-Bahn, Tram, Großteil der Busse
Fr, 27. Februar bis So, 1. März 2026 48 Stunden, Fr 3 Uhr bis So 3 Uhr U-Bahn, Tram, Großteil der Busse
27. März 2026 – Einigung, keine weiteren Streiks

Verhandelt wurde in sechs Runden seit Januar 2026. Verdi forderte unter anderem mehr Urlaubstage, elf Stunden Mindestruhezeit zwischen zwei Schichten und längere Wendezeiten an den Endhaltestellen.

Was haben BVG und Verdi vereinbart?

Der neue Manteltarifvertrag für die rund 16.000 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport läuft 48 Monate. Er regelt vor allem Arbeitszeit und Urlaub, nicht die Löhne. Die wichtigsten Punkte laut BVG:

  • Wahlmodell „Urlaub oder Geld“: von 2027 bis 2029 jährlich ein zusätzlicher Urlaubstag oder bis zu 1,35 Prozent mehr Gehalt, insgesamt bis zu 33 Urlaubstage
  • Einmalzahlung von 150 Euro im Jahr 2026, ab 2027 jährlich 600 Euro Urlaubsgeld (100 Euro mehr)
  • Mindestruhezeit von elf Stunden ohne Ausnahme ab 2027
  • Nachts durchschnittlich sechs Minuten Wendezeit für alle Metrobus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Linien

Die Löhne hatten BVG und Verdi schon 2025 nach einer Schlichtung neu geregelt: 380 Euro mehr pro Monat ab 1. Juni 2025 und weitere 50 Euro ab 1. Juni 2026, zusammen 430 Euro. Fahrerinnen und Fahrer kommen laut BVG inklusive Zulagen auf bis zu 20,1 Prozent mehr.

Was fährt bei einem BVG-Streik trotzdem?

Bei einem Streik gegen die BVG fahren alle Züge, die nicht von der BVG betrieben werden. Dazu zählt vor allem die S-Bahn Berlin, eine Tochter der Deutschen Bahn. Auch die Regionalzüge von DB Regio, ODEG und Niederbarnimer Eisenbahn fahren und sind mit dem Deutschlandticket oder VBB-Tickets nutzbar, wie die Berliner Zeitung zum Streik am 2. Februar 2026 zusammenfasste.

Von der BVG selbst fuhren beim Februar-Streik nur die Buslinien, die Subunternehmen im Auftrag der BVG betreiben, darunter 106, 114, 118, 124, 133, 161, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326 und 363 sowie mehrere Nachtlinien, außerdem die Fähren F10, F11 und F12. Welche Linien bei einem künftigen Streik fahren, teilt die BVG jeweils vorher mit. Die S-Bahn setzte im Februar zusätzlich Züge auf der S1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz ein. Jelbi-Stationen mit Leihrädern und E-Scootern blieben verfügbar.

Bekommst du bei einem Streik Geld zurück?

Einen Erstattungsanspruch für Streiktage nennt die BVG auf ihren Seiten nicht. Die Fahrzeit-Garantie der BVG gilt nur, wenn du aus Gründen, die die BVG zu vertreten hat, mehr als 20 Minuten später ankommst; dann gibt es einen Gratisfahrschein, nachts zwischen 23 und 5 Uhr bis zu 25 Euro Taxikosten. Die BVG zitiert dazu die VBB-Beförderungsbedingungen: Abweichungen vom Fahrplan durch Betriebsstörungen oder -unterbrechungen begründen keine Ersatzansprüche. Ob ein Streik darunter fällt, ist im Einzelfall offen – der Garantieschein muss innerhalb von 14 Tagen eingehen.

Musst du bei einem BVG-Streik pünktlich zur Arbeit?

Ja. Den Weg zur Arbeit organisierst du selbst; Arbeitsrechtler sprechen vom Wegerisiko, das bei Beschäftigten liegt. Ein angekündigter Streik gilt nicht als unvorhersehbar, erklärten Arbeitsrechtler gegenüber der Berliner Zeitung. Verdi hatte in der Tarifrunde 2026 zugesagt, Streiks mindestens 24 Stunden vorher anzukündigen. Sprich bei einem angekündigten Streik früh mit deinem Arbeitgeber über Homeoffice, Gleitzeit oder einen Urlaubstag.

Wo findest du aktuelle Infos zu Streiks in Berlin?

Die verlässlichste Quelle sind die Störungsmeldungen der BVG und die Fahrinfo-App; dort stehen auch Bauarbeiten und Umleitungen. Streikaufrufe veröffentlicht Verdi, die BVG reagiert meist mit einer eigenen Pressemitteilung. Wo du Störungen bei U-Bahn, S-Bahn und Tram schnell findest, erklären wir unter BVG-Störungen heute. Was Tickets aktuell kosten, steht in der Übersicht BVG-Ticketpreise 2026.

Wie es weitergeht

Am endet frühestens der Entgelttarifvertrag der BVG. Für die Lohnrunde ab Januar 2027 haben Verdi und BVG noch keine Forderungen oder Termine veröffentlicht (Stand: 2. Oktober 2026). Der Manteltarifvertrag mit Urlaub und Ruhezeiten bleibt davon unberührt.

Häufige Fragen zum BVG-Streik

Streikt die BVG nächste Woche?

Nein, nach aktuellem Stand nicht. Seit der Einigung zwischen BVG und Verdi am 27. März 2026 ist kein Streik angekündigt (Stand: 2. Oktober 2026). Der Entgelttarifvertrag läuft bis mindestens 31. Dezember 2026, die nächste Lohnrunde steht ab Januar 2027 an. Verdi hat Streiks in der Tarifrunde 2026 mindestens 24 Stunden vorher angekündigt.

Fährt die S-Bahn bei einem BVG-Streik?

Ja. Die S-Bahn Berlin gehört zur Deutschen Bahn und ist von Streiks gegen die BVG nicht betroffen. Auch Regionalzüge von DB Regio, ODEG und Niederbarnimer Eisenbahn fahren. Beim Streik im Februar 2026 setzte die S-Bahn auf der S1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz zusätzliche Züge ein. Rechne trotzdem mit vollen Zügen.

Gibt es 2026 noch einen Bahnstreik in Berlin?

Das ist nicht zu erwarten. Die Deutsche Bahn und die GDL haben sich im Februar 2026 ohne Streik auf einen Tarifvertrag bis Ende 2027 geeinigt; laut Verkehrsrundschau sind GDL-Streiks frühestens ab April 2028 möglich. Bei der BVG gilt der Entgelttarifvertrag bis mindestens Ende 2026, der neue Manteltarifvertrag 48 Monate.

Wie viel mehr verdienen BVG-Beschäftigte seit dem Tarifabschluss?

Alle Beschäftigten bekommen seit 1. Juni 2025 monatlich 380 Euro mehr und seit 1. Juni 2026 weitere 50 Euro, zusammen 430 Euro. Im Schnitt sind das laut BVG 15,4 Prozent mehr Lohn über 24 Monate, bei Fahrerinnen und Fahrern inklusive Zulagen bis zu 20,1 Prozent. 2026 kommt eine Einmalzahlung von 150 Euro hinzu.

Quellen

Hannes Nagel

Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …

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