Busspur zugeparkt: BVG schleppte 2025 über 11.000 Autos ab
Inhalt (7 Abschnitte)
Die BVG lässt in Berlin im Schnitt rund 1.600 Falschparker pro Monat von Busspuren, Gleisen und Haltestellen entfernen, 2025 waren es mehr als 11.000 Fahrzeuge. Wer erwischt wird, zahlt der BVG bis zu 274,17 Euro für die Umsetzung eines Autos, plus Bußgeld. Seit dem 5. Oktober 2026 wirbt die BVG auf rund 1.700 Bussen für freie Busspuren.
Die Berliner Verkehrsbetriebe machen Falschparker auf Busspuren zum Thema ihrer neuen Kampagne. Seit Montag, , steht auf den Hecks der rund 1.700 BVG-Busse der Satz «Wir stehen auf Busspuren. Du bitte nicht.» Nach Angaben der BVG erfassen ihre Teams im Schnitt rund 1.600 Vorgänge im Monat. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 6.500 Fahrzeuge umgesetzt, die Busse und Trams blockierten, 2025 waren es mehr als 11.000, wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die BVG berichtete.
- Rund 1.600 Fälle pro Monat erfasst das BVG-Team zur Busspurberäumung.
- 2025: mehr als 11.000 umgesetzte Fahrzeuge, erstes Halbjahr 2026: rund 6.500.
- Umsetzung eines Autos durch die BVG: 274,17 Euro, verhinderte Umsetzung: 76,45 Euro.
- Wo das Auto steht, sagt die Polizei unter (030) 4664-709800.
Warum schleppt die BVG selbst ab?
Die BVG darf seit Januar 2020 Fahrzeuge selbst umsetzen lassen, die Busspuren, Straßenbahngleise oder Haltestellen blockieren. Grundlage ist § 23 des Berliner Mobilitätsgesetzes, die Gebühren regelt die BVG-Benutzungsgebührenordnung. Früher musste der Bus warten, bis Polizei oder Ordnungsamt das Abschleppen anordneten. Heute sind laut BVG rund 40 Beschäftigte im Team zur Busspurberäumung unterwegs, die Umsetzung selbst übernehmen meist beauftragte Abschleppfirmen.
Wie viel Zeit ein einziger Falschparker kostet, rechnet die BVG am Beispiel des Mariendorfer Damms in Tempelhof-Schöneberg vor: Wird dort zwischen 6 und 10 Uhr jede Fahrt nur eine Minute langsamer, verlieren die Fahrgäste zusammen fast 50 Stunden am Tag. Hinzu kommt, dass ein Bus, der nicht direkt an die Haltestelle heranfahren kann, für Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen zum Problem wird. BVG-Vorständin Jenny Zeller-Grothe sagte zum Kampagnenstart, das Unternehmen arbeite an Personal, Fahrzeugen und Infrastruktur, sei bei freien Wegen aber auf die Berlinerinnen und Berliner angewiesen.
Was kostet es, wenn die BVG dein Auto umsetzt?
Eine Umsetzung durch die BVG kostet für ein Auto bis 3,5 Tonnen 274,17 Euro, wenn das Fahrzeug tatsächlich abgeschleppt wird. Auch wer rechtzeitig zurückkommt, zahlt: Ist der Abschleppwagen schon angefordert oder unterwegs, fallen Gebühren für eine begonnene Umsetzung, eine Leerfahrt oder eine verhinderte Umsetzung an.
| Vorgang | bis 3,5 Tonnen | über 3,5 Tonnen |
|---|---|---|
| Vollständige Umsetzung | 274,17 Euro | 650,32 Euro |
| Begonnene Umsetzung | 215,30 Euro | 409,96 Euro |
| Leerfahrt | 158,74 Euro | 195,45 Euro |
| Verhinderte Umsetzung | 76,45 Euro | 76,45 Euro |
Zum Vergleich: Ordnet die Polizei Berlin oder ein Ordnungsamt die Umsetzung an, nennt das Service-Portal Berlin Gebühren von höchstens 225 Euro für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Bei der BVG ist es also teurer. Vor dem Gebührenbescheid bekommst du ein Anhörungsschreiben und kannst dich äußern; Ratenzahlung gewährt die BVG nach eigenen Angaben nur in Härtefällen mit Nachweis.
Welches Bußgeld kommt dazu?
Das Bußgeld für das Parken auf einer Busspur verhängt nicht die BVG, sondern die Bußgeldstelle der Polizei Berlin. Nach dem bundesweiten Bußgeldkatalog kostet Parken auf einem Bussonderfahrstreifen 55 Euro, mit Behinderung 70 Euro. Abschleppgebühr und Bußgeld werden getrennt fällig – wer auf der Busspur steht, ist schnell bei weit über 300 Euro.
Wo findest du dein abgeschlepptes Auto?
Ist dein Auto weg, hilft die Auskunfts- und Fahndungsstelle der Polizei Berlin unter (030) 4664-709800. Sie gibt kostenlos Auskunft über umgesetzte und sichergestellte Fahrzeuge und den neuen Standort, auch wenn die BVG das Abschleppen veranlasst hat. Bei einer Umsetzung wird das Auto meist nur in eine nahe Straße mit freier Parkfläche gestellt.
Wer in Berlin legal parken will, sollte vorher prüfen, was vor Ort gilt. Gebühren und Zeiten der Parkzonen zeigt unser Parkzonen-Finder für Berlin; Anwohner finden alles zum Anwohnerparkausweis. Aktuelle Einschränkungen im Nahverkehr stehen unter BVG-Störungen heute.
Wie geht es weiter?
Die Kampagne soll laut BVG über die Bus-Hecks sichtbar bleiben, ein Enddatum hat das Unternehmen nicht genannt. Ob die Zahl der Falschparker sinkt, zeigt sich frühestens in der Bilanz für 2026: Liegt das zweite Halbjahr auf dem Niveau des ersten, kämen erneut rund 13.000 Umsetzungen zusammen. Weitere Meldungen findest du im Ressort Verkehr.
Häufige Fragen
Was kostet es, wenn die BVG mein Auto abschleppt?
Für ein Fahrzeug bis 3,5 Tonnen verlangt die BVG nach ihrer Gebührenordnung 274,17 Euro für eine vollständige Umsetzung. Ist der Abschleppwagen schon im Einsatz, fährst du aber vorher selbst weg, werden 76,45 Euro für die verhinderte Umsetzung fällig. Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen kostet eine vollständige Umsetzung 650,32 Euro. Das Bußgeld der Polizei kommt jeweils hinzu.
Wo finde ich mein abgeschlepptes Auto in Berlin?
Wurde dein Auto in Berlin umgesetzt, gibt die Auskunfts- und Fahndungsstelle der Polizei Berlin telefonisch unter (030) 4664-709800 Auskunft über den neuen Standort. Das gilt auch, wenn die BVG das Abschleppen veranlasst hat. Die Auskunft selbst ist kostenlos. Meist steht das Fahrzeug nach einer Umsetzung in einer nahe gelegenen Straße.
Darf ich kurz auf der Busspur halten?
Nein. Auf einem Bussonderfahrstreifen ist für Autos auch das Halten verboten, solange das Zusatzzeichen keine Ausnahme oder Geltungszeit nennt. Viele Berliner Busspuren gelten nur zu bestimmten Tageszeiten; außerhalb dieser Zeiten darf dort ganz normal gefahren und teils geparkt werden. Maßgeblich ist immer das Schild vor Ort.
Quellen
- BVG: Busspurberäumung – Gebühren, Ablauf, Rechtsgrundlage (abgerufen 6. Oktober 2026)
- Service-Portal Berlin: Abgeschlepptes Fahrzeug – Auskunft erhalten (abgerufen 6. Oktober 2026)
- dpa via Tagesspiegel: BVG setzt auf neue Kampagne (5. Oktober 2026)
- Mobilityblog: BVG startet Kampagne für freie Busspuren (Beispiel Mariendorfer Damm) (Oktober 2026)
- Bußgeldkatalog Busspur (Stand Juli 2026)
Hannes Nagel
Redakteur Wirtschaft & Verkehr
Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …
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